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GE-Dividende: Müssen Anleger eine weitere Kürzung befürchten?

Foto: The Motley Fool

Die Aktien des Konzerns General Electric (WKN:851144) stürzten am vergangenen Mittwoch um mehr als 7 % ab, nachdem CEO John Flannery sich weigerte zu garantieren, dass die aktuelle GE-Dividende von 0,48 Dollar pro Aktie (0,12 Dollar pro Quartal) im Jahr 2019 sicher wäre. Dies war keine gute Nachricht, da GE seine Dividende erst vor sechs Monaten um 50 % gekürzt hat.

Flannery sagte, dass die GE-Dividende vom Free Cash Flow abhängen würde. Investoren interpretierten dies als Zeichen dafür, dass eine weitere Dividendenkürzung sehr wahrscheinlich ist. Es kann allerdings auch eine Überreaktion sein, da sich an der zugrunde liegenden Free Cashflow-Prognose von General Electric nichts geändert hat.

Zwei Segmente machen Ärger

Auf einer Investorenkonferenz am Mittwoch wies Flannery darauf hin, dass er keine schnelle Lösung für die Probleme im Energie-Segment von GE sieht. Der derzeitige Marktrückgang wird sich voraussichtlich bis mindestens 2020 fortsetzen. Das ist bedauerlich, denn das Energiegeschäft war in der Vergangenheit eine der beiden soliden Stützen von General Electric.

Unterdessen versucht GE laut Reuters, einen Teil oder gerne auch gleich das gesamte Versicherungsgeschäft zu veräußern. Dies würde das Potenzial für zukünftige böse Überraschungen in der angeschlagenen Einheit GE Capital verringern. Allerdings muss General Electric dann möglicherweise eine beträchtliche Summe zahlen, damit ein potenzieller Käufer die Verbindlichkeiten des Unternehmens übernimmt.

Daraus folgt, dass Investoren in den nächsten Jahren nicht mit einer deutlichen Erholung im Strombereich oder einer Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen von GE Capital an die Muttergesellschaft rechnen sollten. Das bedeutet dann auch, dass weniger Cashflow zur Verfügung stehen wird, um die Dividende von GE zu stützen.

Den anderen Bereichen geht’s eigentlich gut

Während die Investoren auf die Probleme bei GE Power und GE Capital fixiert sind, sind die profitabelsten Geschäftsfelder von General Electric – Luftfahrt und Gesundheitswesen – stark genug, um die Schwächen des Unternehmens auszugleichen.

Zu Beginn dieses Jahres hat GE neue Rechnungslegungsvorschriften eingeführt, die dazu führen werden, dass das Segmentergebnis des Luftfahrtgeschäfts in Zukunft stärker an den Cashflows ausgerichtet wird. Dies wird das Ergebnis kurzfristig belasten, zukünftig aber das Ergebniswachstum des Segments erhöhen. GE korrigierte dann seine Ergebnisse für 2017 und reduzierte den Gewinn des Luftfahrtsegments um 1,2 Milliarden Dollar der ursprünglich ausgewiesenen 6,6 Milliarden Dollar.

In seiner Präsentation am Mittwoch erklärte Flannery, dass der Gewinn im Luftfahrtsegment im Jahr 2018 um mindestens 15 % gegenüber dem revidierten Basisjahr 2017 steigen wird. Dies würde den Segmentgewinn auf 6,2 Milliarden Dollar oder mehr ansteigen lassen. Unterdessen wird die Division „Healthcare“ ihr stetiges Wachstum fortsetzen und den Segmentgewinn gegenüber dem Vorjahr von 3,5 Milliarden Dollar im Jahr 2017 um mindestens 5 % steigern.

Darüber hinaus bestätigte Flannery die Prognose von General Electric, in diesem Jahr einen freien Cashflow von 6 bis 7 Milliarden Dollar zu erzielen. Das ist mehr als genug, um die GE-Dividende zu decken, die mit etwa 4,2 Milliarden Dollar pro Jahr veranschlagt wird.

Asset-Veräußerungen bringen weiter Cash

Pessimisten haben vorausgesagt, dass das Unternehmen seine Dividende senken muss, damit es sich auf den Schuldenabbau konzentrieren kann. Doch während es stimmt, dass GE zu viel Verbindlichkeiten hat, wird der Verkauf von Vermögenswerten viel Geld einbringen. Damit kann das Unternehmen Fortschritte erzielen.

Nach einem kürzlich angekündigten Deal zur Veräußerung der GE Transportation-Einheit wird GE in den nächsten 12 Monaten rund 6 Milliarden Dollar einbringen. Das Unternehmen wird auch in der Lage sein, seinen Anteil an Baker Hughes, einem Unternehmen von GE – das derzeit mehr als 25 Milliarden Dollar wert ist – ab Juli nächsten Jahres zu verkaufen. Schließlich werden weitere, noch nicht angekündigte Veräußerungen voraussichtlich im Jahr 2019 Milliarden von Dollar einbringen.

Natürlich werden die Veräußerungen von GE den Free Cash Flow negativ beeinflussen, da die meisten der veräußerten Geschäftsbereiche derzeit Cash für das Unternehmen generieren. Steigende Gewinne aus dem Luftfahrtsegment dürften diesen Verlust jedoch in den nächsten Jahren leicht ausgleichen. Darüber hinaus dürfte das Luftfahrtgeschäft noch ein Jahrzehnt lang ein starkes Gewinnwachstum verzeichnen.

Flannery will nicht zu viel versprechen

Im vergangenen Frühjahr und Sommer versicherten der ehemalige CEO Jeff Immelt und der ehemalige CFO Jeffrey Bornstein den Investoren, dass die Dividende von GE sicher sei. Nach seiner Übernahme als CEO bekräftigte Flannery diesen Anspruch. Nur wenige Monate später musste er den Anlegern allerdings mitteilen, dass GE die Dividende um 50 % gekürzt hat.

Angesichts dieser Vorgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass Flannery erst gar keine Garantien für die GE-Dividende geben will. Für ihn hängt die Dividendenfähigkeit von GE in erster Linie von der Free Cash-Flow-Produktion ab. Es ist noch zu früh, um sicher zu sein, dass das Unternehmen seine Free Cash-Flow-Ziele im Jahr 2019 erreichen wird.

Dennoch sollte General Electric in der Lage sein, die Probleme in den Segmenten Strom und GE Capital durch starkes Wachstum in der Luftfahrt und im Gesundheitswesen auszugleichen. Daher wird GE die Dividende von 0,48 Dollar pro Aktie wohl auf absehbare Zeit beibehalten.

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The Motley Fool besitzt keine der angeführten Aktien.

Dieser Artikel von Adam Levine-Weinberg erschien am 24.5.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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