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Dieser unscheinbare Fehler kann dich ein Vermögen kosten

Foto: Getty Images

Der vielleicht wichtigste Ratschlag von Investmentlegende Warren Buffett lautet: Verliere niemals Geld! Wir sollten es also tunlichst vermeiden, Fehler bei unseren Anlageentscheidungen zu machen.

Der Film Zweite Chance, ein dänisches Drama, hat auf den ersten Blick rein gar nichts mit Geldanlagen zu tun. Und doch zeigt er uns einen unscheinbaren Fehler, der uns ein Vermögen kosten kann.

Darum geht’s im Film

Der Film handelt von Polizist Andreas, der bei einem Einsatz in einer Junkie-Wohnung das verwahrloste Baby Sofus auffindet. Seine Eltern, drogenabhängig und gewalttätig, sind offensichtlich völlig überfordert mit dem Säugling. Da Sofus aber nicht unterernährt ist, kann man ihn seinen Eltern nicht wegnehmen.

Andreas, selbst frisch gebackener Vater, kann das kaum ertragen, ist aber machtlos. Sein eigenes Familienglück hingegen scheint perfekt. Baby Alexander ist Andreas’ ganzer Stolz, auch seine Frau könnte glücklicher nicht sein. Scheinbar aus dem Nichts passiert das Unfassbare: Baby Alexander liegt tot in seinem Bett!

Alles sieht nach einem plötzlichen Kindstod aus. Andreas’ Frau ist völlig außer sich und zerstreut. Geistesgegenwärtig erinnert sich Andreas an den verwahrlosten Sofus, steigt ins Auto und entführt ihn kurzerhand.

Er will ihn bei sich und seiner Frau behalten, schließlich hat es Sofus bei ihnen doch viel besser!

Stopp!

Für mich war Andreas’ Handlung völlig nachvollziehbar. Ich glaube, die meisten von uns empfinden das so. Denn offensichtlich ist es besser, dass Sofus bei Andreas und seiner Frau in einer liebevollen Umgebung aufwächst anstatt bei seinen überforderten Eltern!

Meine Entscheidung stand unverrückbar fest: Andreas handelte zum Wohle von Sofus!

Lies, was dann passiert ist

Ein paar Tagen später, Sofus ist immer noch bei seinen neuen Eltern, der nächste Tiefschlag für Andreas: Seine Frau stürzt sich ohne erkennbaren Grund von einer Brücke und stirbt. Andreas kümmert sich nun alleine um Sofus.

Mittlerweile wurde die Leiche von Alexander gefunden. Die Autopsie offenbart Grauenhaftes.

Er war nicht an plötzlichem Kindstod gestorben. Alexander war an einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben und hatte mehrere gebrochene Rippen. Andreas Frau war, ohne das jemand es bemerkt hatte, total überfordert und hatte ihren Säugling zu Tode geschüttelt.

Nichts ist sicher!

Am Ende stellte sich also heraus, dass Sofus bei seinen leiblichen Eltern, trotz Drogensucht und Gewalt, sicherer aufgehoben gewesen wäre als bei Andreas’ total überforderter Frau.

Andreas hat, trotz scheinbar klarem Sachverhalt, nicht die beste Entscheidung für Sofus getroffen. Was zu Beginn noch eindeutig nach einer richtigen Entscheidung aussah, entpuppte sich plötzlich als großer Fehler!

Was Investoren daraus lernen sollten

Eines vorneweg: Mir ist völlig klar, dass die tragischen Ereignisse um Alexander, auch wenn es nur ein Film war, in ihrer Wertigkeit nicht mit den vergleichsweise unwichtigen Problematiken der Geldanlagen auf eine Stufe zu stellen sind.

Trotzdem hat mir der Film klargemacht, dass es ein Fehler ist, sich seiner Sache zu sicher zu sein. Auch beim Investieren.

Denn egal wie klar eine Sache zu sein scheint: Du kannst dir einfach nie zu 100 % sicher sein! Absolut niemals! Das betrifft deine Bewertungsmodelle, deine Prognosen für die Zukunft, deine Einschätzung des Managements oder deine Markteinschätzung! Und noch viele andere Dinge.

Du denkst jetzt vielleicht: Na super, dann kann ich das mit den Aktien ja gleich bleiben lassen!

Aber so meine ich das natürlich nicht. Denn der Aktienmarkt bietet hervorragende Renditechancen. Um dich vor den Folgen einer unerwarteten Fehleinschätzung zu schützen, solltest du allerdings drei Dinge beachten.

Maßnahme 1: Diversifizierung

Wenn du mit einer deiner Aktienanalysen danebenliegst und nur drei Aktien im Depot hast, dann wird dieser eine Fehler dein Depot in den Abgrund reißen. Wie der Film zeigt, schätzen Menschen Dinge nun mal ab und zu falsch ein, egal wie sorgfältig unsere Analysen vorher auch waren.

Wenn du, sagen wir mal, zwischen zehn und zwanzig Aktien im Depot hast, und alle sind sorgfältig analysiert, wird ein Fehler weit weniger dramatische Folgen haben als in einem Depot mit nur drei Einzelaktien.

Maßnahme 1 lautet also: Ein Mindestmaß an Diversifizierung ist unbedingt erforderlich!

Maßnahme 2: Hör den Kritikern zu!

Oft ist der eigene Blickwinkel eingeschränkt. Wir können negative Dinge eines Investments oft nicht erkennen. Manchmal wollen wir das vielleicht auch gar nicht oder sind nicht in der Lage dazu. Das Internet kann uns dabei helfen, solchen Fehlern auf die Schliche zu kommen.

Suche ganz einfach nach kritischen Stimmen zu der Aktie, die du kaufen möchtest. Das Internet ist voll mit Meinungen, Einschätzungen und Kritiken zu beinahe allen Aktien. Ob in Foren, auf Facebook (WKN:A1JWVX) oder hier auf fool.de, du wirst bestimmt fündig werden!

Wichtig: Nimm die negativen Einschätzungen wirklich ernst!

Du sollst deswegen deine Analyse nicht über den Haufen werfen. Aber hör dir die kritischen Stimmen an und prüfe diese Punkte gegebenenfalls selbst. Vielleicht ist doch etwas dran! Und in diesem Fall können dich die Kritiker vor einem teuren Fehler bewahren!

Maßnahme 2: Hör den kritischen Stimmen zu, auch wenn’s schwerfällt!

Maßnahme 3: Ein Investment sollte auf mehreren Säulen stehen!

Wenn du eine Aktie aus nur einem Grund kaufst, das Investment also nur auf einer Säule steht, dann führt das Wegbrechen dieser einen Säule unweigerlich zum Zusammenbruch deines ganzen Investmentmodells.

Beispiel: Du hast eine Aktie nur gekauft, weil du denkst, das Unternehmen wird von einem hervorragenden Management geleitet.

Andere Gründe für deine Kaufentscheidung gibt es nicht. Leider stellt sich heraus, dass das Management die Bilanz gefälscht hat. Wie beispielsweise bei Steinhoff (WKN:A14XB9) der Verdacht besteht. So etwas ist beinahe nicht vorhersehbar, ähnlich wie die Geschehnisse im Film Zweite Chance.

Das Management war also doch nicht so hervorragend, wie zunächst angenommen. Die Aktie wird vermutlich einbrechen und du wirst mit Verlust verkaufen, weil der Kaufgrund nicht mehr existiert.

Wenn dein Investment hingegen auf weiteren Säulen gestanden hätte, beispielsweise auf einem ausgeprägten Wettbewerbsvorteil und einer günstigen Bewertungen, wäre der Verlust vermutlich weniger stark ausgefallen. Und die Chancen auf eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung deutlich höher.

Die dritte Maßnahme lautet daher: Stelle deine Investments niemals auf nur eine Säule!

Meine Lektion aus dem Film Zweite Chance

Mir hat der Film vor Augen geführt, wie schnell wir uns bei einer scheinbar klaren Angelegenheit sicher sind und diese Einschätzung dann auch nicht mehr hinterfragen. Was das Investieren betrifft, kann uns das teuer zu stehen kommen.

Deshalb: Diversifiziere, sei offen für Kritik und stelle deine Investments auf mehrere Säulen!

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

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