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So viel spart sich Netflix durch die Produktion eigener Inhalte

Foto: The Motley Fool.

Netflix (WKN:552484) hat einen wachsenden Teil seines massiven Content-Budgets seinen Eigenproduktionen zugeteilt. Es werden zusätzlich auch mehr Produktionen in den Netflix Studios hergestellt, anstatt Inhalte von anderen Studios zu lizenzieren. Diese Verlagerung gibt Netflix mehr Kontrolle über seine Projekte, einschließlich der Möglichkeit, Sendungen weltweit zu streamen und das geistige Eigentum zu behalten.

Die Eigenproduktion von Inhalten spart Netflix langfristig aber eine Menge Geld. „Es gibt einen Aufschlag von 30 % bis 50 % auf die Sendungen, die das Studio für uns produziert“, sagte Chief Content Officer Ted Sarandos auf einer Investorenkonferenz.

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Wenn man bedenkt, dass Netflix möchte, dass letztendlich 50 % des Inhalts aus Eigenproduktionen bestehen soll und das Unternehmen über ein Content-Budget verfügt, das in diesem Jahr 8 Milliarden US-Dollar betragen könnte, sprechen wir hier von einer langfristigen Einsparung von Milliarden von Dollar pro Jahr.

Netflix Studios wird bis 2019 der größte Anbieter sein

Der Übergang zu mehr Eigenproduktionen schreitet zügig voran. Sarandos stellte fest, dass die Netflix Studios bis Ende nächsten Jahres der größte Einzelanbieter von Inhalten sein werden.

Natürlich hat Netflix Dutzende von Anbietern in verschiedenen Größen auf der ganzen Welt, das heißt also nicht, dass der größte Anbieter die meisten Inhalte hat. Sarandos erwähnte aber auch, dass „85 % aller neuen Ausgaben auf Eigenproduktionen entfallen“.

Das bedeutet, dass — basierend auf dem für 2018 prognostizierten Budget von 7,5 bis 8 Milliarden US-Dollar — allein in diesem Jahr etwa 1 bis 1,5 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Ausgaben für Eigenproduktionen anfallen.

Bargeld verbrennen

Netflix kann 30 % bis 50 % der Kosten von Originalinhalten einsparen, indem es diese selbst produziert, doch das Unternehmen muss für die Produktion im Voraus bezahlen, was bares Geld kostet.

Wenn ein anderes Studio eine Sendung für Netflix produziert, lizenziert Netflix einfach diese Inhalte, ähnlich wie das Unternehmen Inhalte lizenziert, die zuerst im Fernsehen oder im Kino ausgestrahlt wurden. Netflix muss nicht die gesamte Produktion bezahlen, sondern tätigt laufende Zahlungen an das Produktionsstudio. Das reduziert den Druck auf den Cashflow.

Die Produktion von Inhalten in den Netflix Studios erfordert von Anfang an einen erheblichen finanziellen Aufwand. Der Vorteil ist, dass keine laufenden Lizenzgebühren anfallen. Wenn Netflix also eine Erfolgsserie produziert, die man sich gerne öfters ansieht, zahlt sich das langfristig aus.

Da es immer mehr eigenen Content produziert, hat Netflix auch entsprechend hohe Ausgaben. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 2 Milliarden US-Dollar in bar investiert, und man geht davon aus, dass man in diesem Jahr bis zu 4 Milliarden US-Dollar verbrennen wird, wenn man die Eigenproduktionen und Marketinganstrengungen verstärkt.

Diese Barausgaben erscheinen nicht auf einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung, da Netflix die Kosten des ursprünglichen Inhalts über seine Nutzungsdauer amortisiert. So kann Netflix trotz der hohen Kosten einen Gewinn erzielen. Letztlich sollten die Ausgaben nun langfristig zu geringeren Ausgaben für Inhalte führen, als wenn man die Lizenzierung von Originalen aus anderen Studios beibehalten würde.

Weitere langfristige Vorteile von Eigenproduktionen

Neben den langfristigen Kosteneinsparungen bei der Produktion von Serien und Filmen im eigenen Haus profitiert Netflix auch von anderen Vorteilen. Der Besitz des geistigen Eigentums ermöglicht es Netflix Lizenzen und Merchandiseartikel zu verkaufen, was eine völlig neue Einnahmequelle für das Unternehmen schaffen kann. In diesem Bereich wurde bereits mit Stranger Things experimentiert.

Netflix profitiert auch von einer besseren Ausgangsposition bei der Neuverhandlung von Verträgen für erfolgreiche Serien. Sarandos weist darauf hin, dass diese Verhandlungen viel komplizierter sind, wenn ein externes Studio involviert ist, als wenn es nur Netflix, der Produzent und das Top-Talent am Verhandlungstisch sind. Das kann Netflix im Laufe einer Serie viel Zeit und Geld sparen.

Am wichtigsten ist vielleicht, dass die kreativen Rechte an einer Serie und ihren Charakteren es Netflix ermöglichen, mit dem Marketing kreativer zu sein. Dies kann dem Unternehmen dabei behilflich sein, das im Aktionärsbrief des ersten Quartals erwähnte Marketingziel zu erreichen, die „Zuschauerdichte“ zu erhöhen:

Wir investieren mehr in das Marketing von neuen Eigenproduktionen, um mehr Dichte bei der Zuschauerzahl und Diskussion für jeden Titel zu schaffen (d. h. größerer Hit in einem Land oder demographischen Gruppe). Wir glauben, dass diese Zuschauerdichte sowohl bei der Kundentreue als auch bei der Kundengewinnung hilft, da sie unsere Originaltitel noch schwieriger ersetzbar macht.

Marketingkampagnen rund um bestimmte Sendungen, bei denen die Charaktere und anderes geistiges Eigentum auf kreative Weise eingesetzt werden, können die Zuschauerdichte erhöhen und die Sendung zu einem noch größeren Erfolg machen.

So kann Netflix nicht nur viel Geld sparen, indem es selbst Originale produziert, sondern auch viel mehr Geld verdienen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix.

Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und am 20.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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