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Diese 2 Kennzahlen sollten Siemens-Aktionäre jetzt kennen

Foto: Getty Images

Wer den rasanten Absturz von General Electric (WKN:851144) im letzten Jahr mitbekommen hat, der das US-Unternehmen mehr als 200 Milliarden US-Dollar an Marktwert gekostet hat, fragt sich wahrscheinlich, wie es um den deutschen Konkurrenten Siemens (WKN:723610) steht.

Zu behaupten, es würde dem Konzern hervorragend gehen, wäre wohl übertrieben. Erst vor kurzem wurde schließlich ein Zwangsurlaub für einige Tausend Mitarbeiter angekündigt, weil die Geschäfte mit Gasturbinen schlecht laufen. Um beurteilen zu können, wie es dem Konzern tatsächlich geht, schauen wir uns am besten einige wichtige Kennzahlen an.

Gewinnsteigerung trotz Problemen in manchen Segmenten

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres, das bei Siemens traditionell im September endet, konnte der Gewinn nach Steuern trotz eines Gewinneinbruchs im Bereich „Power and Gas“ um 23 % gesteigert werden. Der Gewinn je Aktie ist um 22 % von 4,16 Euro auf 5,07 Euro je Aktie gestiegen. Im gesamten Geschäftsjahr soll der Gewinn auf nun 7,70 bis 8,00 Euro je Aktie steigen.

Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 115 Euro je Aktie (Stand: 24.05.2018) ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,9 wenn der untere Bereich der Spanne erreicht wird und 14,4 wenn der höhere Wert erzielt wird, was aus meiner Sicht ein angemessener Wert ist. Jedoch wurde das gute Ergebnis im ersten Halbjahr durch eine gegenüber dem Vorjahr deutlich gefallene Steuerzahlung positiv beeinflusst. Vor Steuern ist das Ergebnis dagegen um 11 % gefallen.

Bezeichnend ist, dass in der Hälfte der Geschäftsbereiche ein sinkendes Ergebnis ausgewiesen wurde. Dazu gehören die beiden börsennotierten Bereiche Siemens Healthineers (WKN:SHL100) und Siemens Gamesa Renewable Energy (WKN:A0B5Z8). Der gute Ausblick auf das Gesamtjahr zeigt aber, dass keine starken Ergebniseinbrüche in diesen Segmenten erwartet werden, was sich auch in der Dividendenzahlung widerspiegelt.

Steigende Gewinne lassen Spielraum für Dividendensteigerung

Entsprechend der momentan angespannten Lage in einigen Geschäftsbereichen wurde die Dividende für das letzte Geschäftsjahr zwar nur um etwa 3 % von 3,60 Euro auf 3,70 Euro angehoben. Doch es hätte viel schlimmer kommen können, wie ein Blick auf den US-Konkurrenten General Electric zeigt, der gezwungen war, seine Dividendenzahlung drastisch zu kürzen.

Insbesondere die neueren Geschäftsbereiche wie „Mobility“ oder auch „Digital Factory“ konnten sehr solide Ergebnisse erzielen und damit zumindest einen Teil des miesen Geschäfts in anderen Bereichen ausgleichen, was dafür sorgt, dass diese für den Gesamtkonzern an Bedeutung gewinnen. Insgesamt kann die angehobene Dividende wohl als Zeichen gewertet werden, dass die Unternehmensführung davon ausgeht, auch in Zukunft solide Ergebnisse erzielen zu können, die die Dividendenzahlung und Investitionen locker decken können.

Die Situation ist besser als bei GE, aber alles andere als rosig

Zusammengefasst lässt sich daher wohl sagen, dass Siemens mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, wie General Electric. Siemens profitiert jedoch davon, dass man bei der Umstrukturierung des gesamten Geschäfts deutlich zögerlicher vorgegangen ist als der große amerikanische Konkurrent und nun breiter aufgestellt ist. Dennoch müssen auch hier die Probleme über die nächsten Jahre bewältigt werden, was den Aktienkurs noch eine Weile belasten könnte.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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