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Aktien im Rückblick: Gewinnmitnahmen bei Lufthansa, ThyssenKrupp auf Höhenflug, Banktitel brechen ein

Nach einem freundlichen Start in die verkürzte Handelswoche drehte der DAX ins Minus und fiel wieder unter die Marke von 13.000 Punkten, die er in der Vorwoche nach mehrmaligem Anlauf endlich genommen hatte.

Als kursbewegend erwies sich wieder einmal US-Präsident Trump, der mit Äußerungen zum Verlauf der US-chinesischen Handelsgespräche und mit der Absage seines Treffens mit dem nordkoreanischen Machthaber für miese Stimmung auf dem Frankfurter Parkett sorgte.

Die Aktie eines Industriekonzerns verbuchte nach dem Einstieg eines aktivistischen Investors hohe Kursgewinne. Deutlich abwärts ging es hingegen bei Banktiteln …

Was war an der Börse los?

Am Pfingstmontag blieben die Börsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschlossen. Eifrig gehandelt wurde allerdings in New York. Die US-Indizes reagierten mit Aufschlägen auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Am Wochenende hatte man sich darauf verständigt, dass China mehr US-Güter und Dienstleistungen einkauft. Der Dow Jones überwand erstmals seit Mitte März wieder die 25.000er-Schwelle und zog um 1,2 % auf 25.013 Punkte an. Der marktbreite S&P 500 verbesserte sich um 0,7 % und der technologielastige NASDAQ 100 gewann 0,6 %.

Diese Entwicklung vollzog das Frankfurter Börsenbarometer am Dienstag nach. Der DAX (WKN:846900) startete mit einem Plus von 0,7 % in die verkürzte Handelswoche und ging beim Stand von 13.170 Punkten in den Feierabend. Besonders erfreut zeigten sich die Marktteilnehmer von Chinas Ankündigung, die Einfuhrzölle für Autos von 25 % auf 15 % zu senken. Die Folge: Die Anteilscheine von BMW (WKN:519000), Volkswagen (WKN: 766403) und Daimler (WKN:710000) notierten zwischen 1,5 und 2,5 % fester.

An die Spitze der Standardwerte setzte sich die Aktie von ThyssenKrupp (WKN:750000), die sich um 9,6 % verteuerte. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Einstieg eines aktivistischen Aktionärs berichtet, der den CEO Heinrich Hiesinger schassen wolle.

Nachrichten über die Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China wirkten sich auch am Mittwoch auf das Börsengeschehen aus – diesmal allerdings negativ. US-Präsident Donald Trump hatte nämlich verlauten lassen, er sei unzufrieden mit dem Verlauf der Gespräche. Die Befürchtung, dass die noch am Vortag gefeierte Annäherung der Streitparteien vielleicht doch nicht so sicher sei, veranlasste die Mehrheit der Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen. Der deutsche Leitindex verlor 1,5 % auf 12.977 Zähler.

29 der 30 DAX-Werte notierten im roten Bereich. Den größten Tagesverlust mussten die Aktionäre der Lufthansa (WKN:823212) verkraften: Ihre Papiere verbilligten sich um 3,7 %. Langfrist-Anleger konnten dies allerdings locker wegstecken: Die Titel der Kranich-Airline hatten im Vorjahr mit einer 150-prozentigen Kurssteigerung die anderen deutschen Blue Chips weit hinter sich gelassen.

Am Donnerstag sah es zunächst so aus, als könne sich der DAX wieder oberhalb von 13.000 Punkten festsetzen. Als jedoch publik wurde, dass Präsident Trump das für den 12. Juni geplante Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un abgesagt hatte, legte der Index den Rückwärtsgang ein und fiel um weitere 0,9 % auf 12.855 Punkte.

Bei den Anteilseignern von VW, Daimler und BMW sorgte Trump für zusätzlichen Ärger: Der Präsident kündigte an, Importzölle für ausländische PKWs zu prüfen. Die drei Automobiltitel verloren zwischen 1,7 % und 2,8 %.

Noch weniger Grund zur Freude hatten die Aktionäre der Deutschen Bank (WKN:514000). Am Tag der Hauptversammlung, auf der die Konzernspitze Pläne für den Abbau von über 7.000 Arbeitsplätzen bekannt gab, brach der Börsenwert des einstmals vornehmen Geldhauses um 4,8 % ein. Ganz unten in der DAX-Tabelle stand die Commerzbank (WKN:CBK100), deren Dividendentitel unter einer negativen Analystenstudie litten und um 6,5 % einknickten.

Am frühen Freitagnachmittag deutete sich ein versöhnlicher Wochenausklang an: Der DAX zeigte um 14:25 Uhr ein Plus von 0,8 %.

Was steht nach dem Wochenende an?

Am Montag (28.05.) müssen die Frankfurter Börsianer ohne Vorgaben aus New York und London auskommen, weil wegen eines Feiertags die Märkte in Großbritannien und den USA geschlossen bleiben. Wichtige Unternehmensmitteilungen oder Konjunkturdaten stehen nicht auf dem Veröffentlichungsplan.

Am Dienstag (29.05.) legen die Startup-Schmiede Rocket Internet (WKN:A12UKK) und der Autovermieter Sixt (WKN:723132) Quartalszahlen vor. In den USA berichten Salesforce und Hewlett Packard.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein schönes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Salesforce.com. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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