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Adidas-Aktie auch nach Korrektur optisch teuer – diese Kennzahlen sind wichtig

Die Aktie von adidas (WKN:A1EWWW) war in den letzten Jahren ein absoluter Börsenliebling. Wer im Spätsommer 2014 zugegriffen hat, konnte den Wert seines Kapitals verdreifachen und damit den DAX um Längen schlagen.

Einige werden den Kurseinbruch der letzten Wochen um ungefähr ein Zehntel sicherlich als Kaufgelegenheit in Betracht ziehen, allerdings sollten auch auf dem aktuellen Niveau die Kennzahlen der Aktie geprüft werden. Hier gibt es einen Blick auf wichtige Zahlen, die bei einer eventuellen Kaufentscheidung helfen können.

Der beeindruckende, beängstigende Anstieg der adidas-Aktie

Wer langfristig bei adidas dabei geblieben ist, kann sich über satte Kursgewinne freuen. Werfen wir einmal einen Blick auf die langfristige Kursentwicklung der Aktie.

Zeitraum Kursentwicklung DAX
10 Jahre +315,68 % +82,77 %
18 Jahre +1.028,95 % +80,24 %

Quellen: finanzen.net, boerse.de, Börse Frankfurt; Stichtag jeweils 16. Mai (Eröffnungskurse)

Die Kursgewinne der adidas-Aktie sind wirklich ziemlich beeindruckend. Seit der Jahrtausendwende und über die letzten zehn Jahre haben adidas-Anleger den DAX um Längen geschlagen, da sich ihr Kapital circa vervierfacht bzw. verelffacht hat.

Um die grundlegende Bewertung der adidas-Aktie zu verstehen, ist aber ebenfalls die Frage wichtig, ob adidas auch wirklich ein so viel größeres Unternehmen geworden ist. Hier ist die Umsatzentwicklung über die gleichen Zeiträume:

Zeitraum Umsatzentwicklung
10 Jahre +96,48 %
18 Jahre +263,63 %

Quelle: Statista

Die adidas-Aktie ist den Unternehmensumsätzen also massiv davongeeilt. Da es keine großen Aktienrückkäufe gab, wurde die Aktie bezogen auf den Umsatz deutlich teurer. Jetzt kann eigentlich nur noch der Gewinn die Kursgewinne rechtfertigen.

Der langfristige Gewinnsprung war hoch

So stark stiegen die Gewinne von adidas langfristig:

Zeitraum Gewinnentwicklung
10 Jahre +70,87 %
18 Jahre +502,75 %

Quelle: Statista, Morningstar

Tatsächlich können die Gewinne über die lange Frist den Anstieg der adidas-Aktie besser erklären. Über die letzten zehn Jahre gibt der Gewinn aber weniger Grundlage für Kursgewinne als der Umsatzanstieg. Egal, welchen der beiden Zeiträume man wählt, wurde die Aktie im Vergleich zu den Gewinnen deutlich teurer.

Es ist ein optimistisches Szenario eingepreist

Tatsächlich konnte adidas in den letzten Jahren kräftig wachsen. Das Ergebnis je Aktie (das allerdings um ein paar Faktoren bereinigt wurde) betrug im letzten Jahr 7,05 Euro. Das ergibt bei einem Eröffnungskurs am 23. Mai in Höhe von 195,70 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 28. Für einen DAX-Konzern ist das auf jeden Fall hoch, aber nicht unbedingt lächerlich hoch.

Was man aber zumindest sagen kann, ist, dass bei adidas ein sehr optimistisches Szenario eingepreist ist. Um die aktuellen Kurs zu rechtfertigen, müssen die Gewinne und  – wenn auch nicht in gleichem Maße – die Umsätze in Zukunft deutlich steigen. Klar hat adidas mit Kasper Rorsted einen hervorragenden CEO und ist mit einer starken Marke im Wachstumsmarkt Sportbekleidung positioniert, aber ob das zukünftige Wachstum wirklich besonders schnell wird, kann angezweifelt werden.

Konkurrenten wie Nike und Under Armour schlafen nicht, und der Markt für Sportbekleidung wächst laut Allied Market Research aktuell auch nur überschaubare 4,3 % pro Jahr. Adidas hat seinen Umsatz in den oben betrachteten Zeiträumen um circa 7 % pro Jahr gesteigert.

Am Ende könnte einfache Mathematik den adidas-Optimisten zum Verhängnis werden. Um vom heutigen Niveau wirklich attraktive Renditen zu erwirtschaften bei einer gleichzeitig moderaten Reduzierung des sehr hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisses, müsste adidas seinen Gewinn über Jahre im zweistelligen Prozentbereich steigern. Das hat das Unternehmen in der Vergangenheit nicht geschafft und das wird es meiner Ansicht nach auch in Zukunft nicht schaffen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nike und Under Armour (A- und C-Aktien).

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