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Buffett wird noch gieriger bei Teva Pharmaceuticals. Ist es an der Zeit zu kaufen?

Foto: The Motley Fool.

Warren Buffett ist berühmt dafür, Investoren zu sagen, sie sollen gierig sein, wenn andere ängstlich sind, aber der Kauf von Teva Pharmaceuticals Industries (WKN:883035) im letzten Jahr schien irgendetwas Verzweifeltes an sich zu haben. Die Preise für Generika brachen ein, nachdem sich das Unternehmen zum größten Generikahersteller der Welt entwickelt hatte, und das war nur eine von vielen Katastrophen, die das Unternehmen im vergangenen Jahr dazu zwangen, seine Dividende zu kürzen.

Wir wissen, dass Buffett Turnarounds mag, und es sieht so aus, als ob Berkshire Hathaway (WKN:854075)(WKN:A0YJQ2) seine Einsätze verdoppelt hat, und dass Teva die nächste große sein wird. Die Holdinggesellschaft schockierte uns vor ein paar Monaten, als sie eine beträchtliche Beteiligung an dem angeschlagenen Arzneimittelhersteller bekannt gab, und die letzte Runde der Zulassungsanträge zeigt, dass sich der Aktie im ersten Quartal auf rund 693 Mio. US-Dollar verdoppelt hat.

Solltest du es ihm gleichtun? Um das zu beantworten, schauen wir uns die Gründe an, warum sich dieses angeschlagene Unternehmen bessern könnte.

Bodenbildung bei Copaxone?

Generische Konkurrenz für Teva’s populäre Multiple-Sklerose-Injektion Copaxone sorgte für einen Umsatzeinbruch, aber es gibt Gründe zu vermuten, dass das Schlimmste vorbei ist. Im ersten Quartal ging der Umsatz von Copaxone in Nordamerika aufgrund der Generika-Konkurrenz um 40 % auf nur 476 Millionen US-Dollar zurück. Der abrupte Rückgang ist nicht ganz so erschreckend, wenn man bedenkt, dass Teva im ersten Quartal nur noch 13 % des Gesamtumsatzes im Gegensatz zu 19 % im Jahr 2016 mit Copaxone erzielte.

Teva hat den Nettopreis von Copaxone gesenkt, um mit den Generika zu konkurrieren, und die Strategie scheint zu funktionieren. Die beliebte 40mg-Dosierung von Copaxone hielt einen Anteil von 85 % im wichtigen US-Segment. Das ist zumindest ermutigend.

Teva verdient immer noch Geld

Ein laufender Plan, mit dem das Unternehmen im vergangenen Herbst begonnen hat, die Mitarbeiterzahl um 25 % zu reduzieren, wirkt sich nicht gerade positiv auf das öffentliche Image von Teva aus, aber es hat dazu beigetragen, das Ergebnis im positiven Bereich zu halten. Tatsächlich erhöhte Teva seine Prognose für den freien Cashflow  für das Gesamtjahr um 400 Millionen US-Dollar auf 3,0 bis 3,2 Milliarden US-Dollar.

Du kannst den freien Cashflow definieren als Betriebsergebnis abzüglich der Investitionen, die notwendig sind, um den Betrieb am Laufen zu halten. Teva-Investoren können sich den FCF als liquide Mittel vorstellen, um eine kolossale Sammlung von langfristigen Schulden zu begleichen, die zuletzt einen 29,5 Milliarden-Dollar-Schandfleck in der Bilanz des Unternehmens bildeten.

Ende März hatte das Unternehmen weniger als die Hälfte seiner massiven Entlassungen von 14.000 Mitarbeitern hinter sich, was dazu führen könnte, dass die Betriebskosten zusammen mit den Generikapreisen sinken, bis sie schließlich einen Tiefpunkt erreicht haben. Die Anleger werden die Margen in den kommenden Quartalen genau im Auge behalten, aber es sieht so aus, als würden sie positiv bleiben.

Was Buffett sieht

Der Tiefpunkt mag bei den nordamerikanischen Generika-Preisen erreicht worden sein, aber die europäischen Generika-Aktivitäten von Teva verzeichneten einen Zuwachs von 2 % gegenüber dem Vorjahr in lokaler Währung. Die Preise für Generika scheinen in Europa auf einem Tiefpunkt zu liegen, aber die Geschäfte in der Region sind nach wie vor sehr profitabel. Tatsächlich verzeichnete das europäische Segment von Teva im ersten Quartal einen Gewinn von 377 Millionen US-Dollar, der um 40 % über dem des Vorjahreszeitraums lag.

Warren Buffett kauft gerne Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen in Branchen, die eine stetig steigende Nachfrage haben. Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich im nächsten Jahrzehnt voraussichtlich verdoppeln, und diese Gruppe gibt etwa das Vierfache des nationalen Durchschnitts für das Gesundheitswesen aus. Generische Medikamente machen einen großen Teil dieser Ausgaben aus, und Teva hatte einen Anteil von 15 % am Gesamtvolumen der Generika in den USA. Das ist mehr als jeder einzelne Wettbewerber. Größenvorteile könnten dem Unternehmen helfen, in dieser volumen- und margenschwachen Branche profitabel zu bleiben.

Ein unaufhaltsamer demografischer Wandel und Größenvorteile könnten aber auch kein hohes Wachstum bringen – oder gar kein Wachstum. Bei dem angeschlagenen Kurs dieser Aktie könnten die Anleger jedoch die Nase vorn haben, wenn die Gewinne auf Dauer flach bleiben.

Die Teva-Aktie notiert zur Jahresmitte nur noch mit dem 6,9-fachen des erwarteten freien Cashflows. Mit anderen Worten, für jeden Dollar, den du jetzt einsetzt, wird das Unternehmen in diesem Jahr rund 0,15 US-Dollar generieren, die wahrscheinlich zur Schuldentilgung verwendet werden. Wenn die Gewinne einfach konstant bleiben, könnten sich innerhalb weniger Jahre geduldige Anleger, die die Aktie zu aktuellen Kursen gekauft haben, eine saftige Dividende verdienen.

Natürlich besteht nach wie vor die Chance, dass die Preise für Generika weiter sinken und selbst der größte Akteur der Branche keinen Gewinn machen könnte.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). 

Dieser Artikel wurde von Cory Renauer auf Englisch verfasst und am 18.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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