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Rocket Internet verhält sich wie Berkshire Hathaway – das ist langfristig vielversprechend

Foto: Rocket Internet

Es klingt sehr weit hergeholt, aber es zeigen sich bei genauer Betrachtung grundlegende Ähnlichkeiten zwischen dem Berliner Startup-Investor Rocket Internet (WKN:A12UKK) und Warren Buffetts Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2).

Bei zwei Aspekten scheint sich Oliver Samwer bei den Spielregeln der amerikanischen Investorenlegende bedient zu haben. Für Investoren bedeutet das kurzfristig etwas anderes als auf die lange Sicht.

1. Weniger verrück als der Durchschnitt

Kürzlich hat Warren Buffetts rechte Hand Charlie Munger in einem Interview betont, dass er denkt, dass sich Berkshire Hathaway besser als der Aktienmarkt entwickeln wird. Seine einfache Begründung war: „Wir sind weniger verrückt.“

Damit meint er, dass Buffett und er nie ihre Prinzipien aus dem Fenster werfen, egal was andere gerade machen. Den Wert dieser Tugend haben sie über die Jahre immer wieder betont. Aktuell heißt das, dass man sich aufgrund der relativ hohen Bewertungen an den Märkten eher zurückhält, und dass obwohl Berkshire Hathaway Ende letzten Jahres 116 Mrd. US-Dollar Rücklagen hatte.

Buffett investiert zwar liebend gerne, aber eben nur zu dem richtigen Preis. Während der Finanzkrise hat er riesige Summen investiert, und sobald die Kurse fallen, wird er das auch wieder tun. In der Zwischenzeit bleibt er geduldig.

Ein ähnliches Verhalten kann man auch bei Rocket Internet beobachten. Vor einigen Jahren hat man massiv investiert, was sehr viel Sinn gemacht hat, schließlich gab es die Gelegenheit, Marktführer wie Zalando (WKN:ZAL111) oder Delivery Hero (WKN:A2E4K4) aus dem Boden zu stampfen.

Mittlerweile wurden aber bereits viele der offensichtlichen Geschäftsmodelle umgesetzt und in der Venture Capital-Szene hat ein genereller Optimismus zu ziemlich hohen Preisen geführt. Rocket Internet macht da nur sehr ausgewählt mit, einerseits da man nicht zu hohe Preise bezahlen will und andererseits da man – wie von Anfang an betont – nicht außerhalb des eigenen Kompetenzzirkels investieren will. Der Berliner Startup-Investor betrachtet also aktuell viel von der Seitenlinie, anstatt plötzlich auch in Biotechnologie-Unternehmen zu investieren.

Dabei hat auch Rocket Internet Summen auf der Bank, die bei dem Management vieler anderer Unternehmen juckende Finger auslösen würden. Ende März besaß das Unternehmen Nettobarmittel in Höhe von 2,4 Mrd. Euro

2. Aktienrückkäufe nur unter den richtigen Bedingungen

Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist, dass beide Unternehmen bereit sind eigene Aktien zurückzukaufen, aber nur zu den richtigen Kursen. Wie Warren Buffett immer wieder erklärt, sind Aktienrückkäufe nur dann wertsteigernd, wenn es aktuell keine besseren Investitionen gibt und man nicht zu viel für die eigenen Aktien bezahlt.

Warren Buffett hat bekanntgegeben, dass er die Aktie von Berkshire Hathaway zu einem Kurs-Buch-Verhältnis von 1,2 oder niedriger als so günstig erachtet, dass Aktienrückkäufe den langfristigen Unternehmenswert steigern würden.

Rocket Internet hat ebenfalls zwei verschiedene Aktienrückkaufprogramme umgesetzt, allerdings erst nachdem die Aktie deutlich günstiger war als kurz nach dem Börsengang. Dass Unternehmenschef  Oliver Samwer das Kursniveau, zu dem die Rückkäufe getätigt wurden, als attraktiv ansieht, hat er indirekt bestätigt, indem er zu relativ ähnlichen Kursen selbst eine große Menge Aktien erworben hat.

Man könnte meinen, dass so ein Verhalten selbstverständlich ist, aber es gibt reihenweise Unternehmen, die ihre Aktien selbst zu sehr hohen Preisen zurückkaufen, nur um wenigstens kurzfristig Kurspflege zu betreiben

Kurzfristig enttäuschend, aber langfristig vielversprechend

Natürlich bleiben Rocket Internet und Berkshire Hathaway in sehr vielen Aspekten grundverschieden. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass es gerade bei der Herangehensweise an die Kapitalallokation deutliche Ähnlichkeiten gibt.

Für Rocket Internet-Aktionäre ist diese Parallele zweischneidig. Kurzfristig bedeutet sie, dass Rocket Internet sich nicht leichttut, vielversprechende Investments zu finden, was das Kurspotential in absehbarer Zukunft einschränkt. Langfristig sollte man sich als Aktionär aber freuen, dass Rocket Internet diszipliniert bleibt und sein Kapital nur dann verwendet, wenn eine Investition vielversprechend ist. Das erhöht die Chancen auf langfristig gute Renditen deutlich.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sowohl Warren Buffett als auch Oliver Samwer noch großartige Investitionsgelegenheiten haben werden, und wenn es soweit ist, wird es ihnen nicht an Kapital fehlen.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Rocket Internet. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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