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3 Wege, wie Boeing Geld für die Investoren generiert

Foto: The Motley Fool.

Ein weiteres Quartal, ein weiterer guter Quartalsbericht von The Boeing Company (WKN:850471). Darüber hinaus haben die Ergebnisse des ersten Quartals das Unternehmen auf ein starkes Jahr 2018 vorbereitet und gezeigt, dass Boeing bei der Erreichung seiner langfristigen Ziele gut vorankommt. Werfen wir einen Blick auf drei dieser Ziele, und wie ihre erfolgreiche Umsetzung einen Mehrwert für die Aktionäre schaffen kann.

Boeings Marge im kommerziellen Flugzeugbau verbessert sich

Erstens ist CEO Dennis Muilenburg bestrebt, die Kostenstruktur von Boeing und seine Lieferkettenkosten zu senken, insbesondere durch sein so genanntes „Partnering for Success“-Programm. Obwohl das Programm nicht unumstritten ist — einige Zulieferer fühlen sich unterdrückt — trägt es insgesamt dazu bei, die operative Marge in Boeings Segment für kommerzielle Flugzeuge (BCA) zu erhöhen.

Das Management hat zuvor im Segment BCA von einer operativen Marge von 15 % bis 2020 gesprochen. Das will Muilenburg über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich steigern. Die Ergebnisse und Kommentare zum ersten Quartal deuten darauf hin, dass Boeing auf dem richtigen Weg ist. Wie du unten sehen kannst, hob das Management seine Jahresprognose für das Gesamtergebnis und den Cashflow an und bot einen verbesserten Ausblick für die BCA-Marge.

Boeing Ausblick für das Gesamtjahr 2018 Aktueller Ausblick Vorheriger Ausblick
Bereinigtes Ergebnis pro Aktie 14,3-14,5 USD 13,8-14 USD
Operativer Cashflow 15 Milliarden-15,5 Milliarden USD 15 Milliarden USD
BCA operative Marge 11,50 % > 11 %

DATENQUELLE: BOEINGS FIRMENPRÄSENTATIONEN.

Die Fertigung der Boeing 737 läuft auf Hochtouren

Zweitens ist die Senkung der Kosten bei den Flugzeugprogrammen ein Thema, doch ebenso wichtig ist die Aufrechterhaltung und Steigerung der Produktionsraten. Die Steigerung der Flugzeugproduktion wird die Rentabilität verbessern, sollte aber auch zu einer Margenausweitung führen, da die Stückkosten mit zunehmender Produktion von Flugzeugen tendenziell sinken. Darüber hinaus wird die Erhöhung der Produktionsrate der 737 wahrscheinlich zu mehr Aufträgen führen, da sie die Vorlaufzeit verkürzt, bevor die Kunden ein Flugzeug ausgeliefert bekommen können.

Bezüglich des Quartalsberichts gab es Bedenken darüber, was das Management über seine Pläne sagen wird, die Produktion der Boeing 737 im Jahr 2018 von 47 im Jahr 2017 auf 52 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen. Das liegt nicht zuletzt daran, weil der Rumpflieferant Spirit AeroSystems (WKN:A0LEXG) vor Herausforderungen steht, die Produktionsrate der 737 zu erreichen, so der CEO von Spirit, Toms Gentile.

Das Triebwerk der 737 MAX (Boeing erwartet für 2018 40-45 % der 737-Auslieferungen in der MAX-Variante) — nämlich LEAP von CFM International — blieb im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurück. CFM ist ein Joint Venture zwischen der General Electric Company (WKN:851144) und dem französischen Unternehmen Safran. GE lieferte im ersten Quartal nur 186 LEAP-Triebwerke aus, rund 70 weniger als ursprünglich geplant.

Als der Sanford-Bernstein-Analyst Doug Harned angesichts der Schwierigkeiten bei Spirit und GE nach der Boeing 737-MAX-Produktion fragte, versicherte Muilenburg den Investoren, dass „das alles Themen sind, bei denen wir ganz vorne mit dabei sind“ und „wir wissen, dass es Druckpunkte geben wird, wenn wir hochfahren, aber wir sind zuversichtlich, dass wir weiter hochfahren und unsere Liefertermine einhalten werden.“

Auch Boeing 777, 767 und 787 laufen gut

Darüber hinaus erhielt Boeing im Berichtsquartal fünf Netto-Neuaufträge für die alten 777-Flugzeuge, wodurch sich der Auftragsbestand auf 90 erhöhte. Das entspricht einem Auftragsbestand von rund zwei Jahren, basierend auf der geplanten Produktionsrate von 3,5 pro Monat im Jahr 2018, und wird dazu beitragen, die Produktionskapazitäten zu füllen, bevor die Auslieferung der neuen 777X-Flugzeuge im Jahr 2018 beginnt. Boeing hat noch „mehr zu tun, um die verbleibenden Produktionsplätze für den 777 zu füllen“, doch die laufenden Aufträge helfen offensichtlich.

Unterdessen gab es eine nette Überraschung hinsichtlich der 767, einem Großraumflugzeug, das nun für Frachtzwecke produziert wird. Muilenburg kündigte hierbei eine geplante Produktionssteigerung von derzeit 2,5 pro Monat auf drei „ab 2020“ an. Die steigende Frachtnachfrage treibt die Aufträge für neue Frachtflugzeuge an.

Schließlich hat der 787 Dreamliner mittlerweile mehr als 630 feste Aufträge im Auftragsbestand, und der „Plan, die Dreamliner-Produktion bis 2019 auf 14 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen, läuft gut“, so Muilenburg. Die 787 verbuchte 24 Netto-Aufträge im Quartal.

Es waren also gute Nachrichten rund um die Produktion für Boeing.

Wird die Zahl der Großaufträge steigen?

Drittens unterstützen die Fortschritte, die Boeing bei seinen Großraumflugzeugprogrammen 767, 777 und 787 erzielt hat, Muilenburgs „großes Vertrauen in einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Großraumflugzeugen Anfang des nächsten Jahrzehnts“. Das wären gute Nachrichten für Boeing und seine 777X, die von der wachsenden Nachfrage nach Großraumflugzeugen profitieren dürften, sowie für General Electric (Anbieter von Triebwerken für die 777X) und das Unternehmen Hexcel Corporation (WKN:894306). Die Kohlefasertechnologie von Hexcel generiert bei Großraumflugzeugen tendenziell deutlich mehr Umsatz pro Flugzeug als bei Schmalrumpfflugzeugen.

Wenn sich die Prognose von Boeing zur Verbesserung der Großraumaufträge erfüllt, dürfte die Branche zu Beginn des nächsten Jahrzehnts einen deutlichen Aufwind verspüren.

Der Blick in die Zukunft

Mit der Margenausweitung von BCA erreicht Boeing sein Ziel, die Kostenstruktur und die Lieferkette neu zu definieren. Unterdessen bleibt die Flugzeugproduktion im Plan und die Nachfrage nach Großraumflugzeugen dürfte sich verbessern. Dies alles sind strategische Ziele, die die langfristige Rentabilität von Boeing verbessern werden. Insgesamt überrascht der Luft- und Raumfahrtriese in einem gut laufenden Luftverkehrsmarkt nach wie vor, und ist mit seinen strategischen Zielen auf Kurs.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Lee Samaha auf Englisch verfasst und am 16.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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