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Boeing: DARPA beendet experimentelles E-Flugzeug

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Wenn das Leben einem Zitronen gibt, soll man ja bekanntlich Limonade daraus machen – und dann tapfer eine Pressemitteilung rausschicken.

Zwei Jahre ist es her, dass DARPA, America’s Defense Advanced Research Projects Agency, ein Projekt von Aurora Flight Sciences zum Bau eines elektrisch angetriebenen, lüftergetriebenen, vertikalen Start- und Landeprototypen namens „LightningStrike“ bekannt gab. Das neue Flugzeug, das mit Rolls-Royce-Triebwerken und Honeywell-Generatoren zum Antrieb seiner Ventilatoren ausgestattet ist, sollte vertikal starten (und landen) können und seine Ventilatoren horizontal kippen, sobald sie in der Luft sind.

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Aurora plante noch in diesem Jahr mit Testflügen zu beginnen, aber bevor das passieren konnte, schnappte sich Boeing (WKN:850471) das Unternehmen und kaufte es im vergangenen Jahr. Damals sagte Boeing, dass man Aurora für seine Technologie und seine Erfahrung als „Weltklasse-Innovator, Entwickler und Hersteller von fortschrittlichen Luft- und Raumfahrt-Plattformen“ schätzte und kaufte – aber die Übernahme des DARPA-Vertrags im Wert von 89 Millionen Dollar war sicherlich auch als Plus zu erachten.

DARPA löst sich auf

Leider hat sich dieser Vertrag gerade in Luft aufgelöst.

Am Donnerstag gab Aurora eine Pressemitteilung heraus, in der es hieß, dass man mit der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) vereinbart hat, „das Programm zum X-Plane auf kommerzielle Anwendungen umzustellen“. Aurora bezeichnete diese Vereinbarung als „Erweiterung der Vision der DARPA“ und als einen Schritt, „völlig neue Märkte zu erschließen“. Beim Fachmagazin Aviation Week schätzt man diese Entwicklung jedoch anders ein.

Laut Aviation Week hat die DARPA „abgesagt“, mit LightningStrike in „Phase 3“ zu gehen und vollständige Flugtests durchzuführen. Diese waren zeitlich zurückgestuft worden, weil es Probleme mit dem elektrischen Generator des Flugzeugs gegeben hatte. Die DARPA stellte auch fest, dass man Schwierigkeiten hatte, einen „Servicepartner“ (d.h. einen Militärdienst) zu finden, um LightningStrike zu einem offiziellen Pentagon-Programm zu entwickeln. AW beschrieb diese Entscheidung als „einen herben Schlag“ für Aurora und den neuen Hausherrn Boeing – und es klingt sicher so, als wäre da etwas dran.

Ist LightningStrike beendet?

Ist dies nun Ende für LightningStrike? Nicht unbedingt. In einer Stellungnahme an AW stellte die DARPA fest, dass für LightningStrike ein „starkes Interesse an einem zivilen oder kommerziellen Übergang“ besteht. Die Fähigkeit des Flugzeugs, von einer winzigen Landebahn aus zu starten und zu landen und anschließend ferngesteuert zu fliegen, würde das Flugzeug ideal für den Einsatz als „Drohnentaxi“ machen. Und tatsächlich hat Uber bereits Interesse bekundet, LightningStrike für genau diesen Zweck einzusetzen. Bereits vor der Entscheidung der DARPA, das Projekt zu verlassen, hatte Aurora mit Uber Gespräche geführt, um eine Flotte von 50 VTOL-Flugzeugen für Uber zu bauen.

Die neue Tochtergesellschaft von Boeing hat auch einen Vertrag mit der NASA abgeschlossen, „um eine umfassende Evaluierung des Single-Aisle Turboelectric Aircraft with Aft Boundary Layer Propulsion (STARC-ABL) Flugzeugkonzepts durchzuführen.“ Wie LightningStrike würde auch STARC-ABL einen turboelektrischen Antrieb verwenden. Im Gegensatz zu LightningStrike würde STARC-ABL Elektromotoren als Ergänzung und nicht als Ersatz für die üblichen Gasturbinenflugzeuge eines Flugzeugs verwenden.

Und natürlich könnte es auch andere zivile oder kommerzielle Möglichkeiten geben, von denen wir noch gar nichts gehört haben.

Donnergrollen am Himmel?

Andererseits scheint die Entscheidung der DARPA einen zweiten Aurora-Vertrag stark in Frage zu stellen.

Im vergangenen Sommer, bevor Boeing den Kauf von Aurora bekannt gab, wurde die künftige Tochtergesellschaft als einer von zwei Empfängern eines Vertrags mit der US Air Force zur Unterstützung des Projekts „Aerospace Systems Air Platform Technology Research“ genannt. Dieser Vertrag, der bis 2025 läuft und für die beteiligten Unternehmen einen Wert von bis zu 499 Millionen Dollar hat (Northrop Grumman ist auch ein Teilhaber), zahlt Aurora für die Durchführung von Forschungen zu „Autonomie, elektrischem Antrieb, Fertigung, Koordination mehrerer Fahrzeuge und multidimensionaler Optimierung“ für den Einsatz in militärischen Drohnen.

Der ASAPTR-Vertrag ist ein sehr lukratives Geschäft für Boeing. Und das nicht nur wegen der Vorabzahlung (die beträchtlich ist), sondern auch wegen des Potenzials für Boeing, weitere Fertigungsaufträge zu gewinnen, wenn die Forschung von Aurora gut läuft.

Und doch geben die Worte der DARPA Anlass zur Besorgnis: Kein Servicepartner interessiert sich für Aurora’s Technologie… Das könnte bedeuten, dass die Luftwaffe acht Monate nach der Vergabe des ASAPTR-Auftrags an Aurora gar nicht mehr daran interessiert ist, was Aurora überhaupt zu bieten hat.

Und wenn das der Fall ist, dann ist es ganz egal, wie wenig Boeing für den Erwerb von Aurora bezahlt hat – weil jeder Betrag zu viel gewesen wäre.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Rich Smith erschien am 12.5.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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