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Nestle wird Starbucks helfen, international zu wachsen

Foto: Starbucks

Starbucks (WKN:884437) hat eine unglaublich starke Marke in den Vereinigten Staaten. Man könnte fast sagen, dass es in einigen Städten an jeder Ecke einen Starbucks gibt. Man muss schon eine starke Marke haben, um über 17.000 Geschäfte in Amerika unterhalten zu können.

Aber Starbucks Marke ist in vielen internationalen Märkten des Unternehmens nicht ganz so stark, und daher kann das jüngste Geschäft mit Nestle (WKN:A0Q4DC) helfen.

Nestle hat zugestimmt, die Rechte zur Vermarktung, zum Verkauf und zum Vertrieb der Marken Starbucks, Teavana, VIA und anderer Starbucks-Marken zu erwerben. Nestle wird auch die Marke Starbucks in die Nespresso- und Dolce Gusto-Einzelportionsmaschinen des Unternehmens bringen. Im Gegenzug erhält Starbucks 7,15 Milliarden US-Dollar und bleibt Lizenzgeber und Lieferant für die Produkte, wodurch das Unternehmen auch weiterhin Einnahmen erzielt.

Während Starbucks von der Partnerschaft einen kleinen Rückschlag beim Umsatzwachstum erwartet, dürften die strategischen Vorteile für die Investoren positiv sein.

Abgepackte Ware als Markenverstärker

Während der Telefonkonferenz im Anschluss an die Ankündigung der Partnerschaft sprach Starbucks CEO Kevin Johnson über das Konsumgütergeschäft (CPG) als „Markenverstärker“ für Starbucks. Die Möglichkeit, gerösteten Kaffee oder Pads in Geschäften zu kaufen, ermöglicht es den Verbrauchern, sich mit der Marke Starbucks zu verbinden, neue Produkte zu probieren und häufiger mit Starbucks in Kontakt zu treten. Das stärkt die Gesamtmarke und treibt letztlich den Traffic zu den Starbucks-Stores.

Aber das CPG-Geschäft ist außerhalb der Vereinigten Staaten noch im Entstehen begriffen. Eine Partnerschaft mit Nestle, das in 191 Märkten weltweit vertreten ist (im Vergleich zu 76 für Starbucks), wird das Unternehmen international wachsen lassen.

Mit Nespresso und Dolce Gusto verfügt Nestle auch über die größte installierte Basis von Einzelportionskaffeemaschinen. Starbucks hat viel Erfolg mit den Keurig K-Cup-Maschinen; die Erweiterung auf Nestles Maschinen wird dazu beitragen, auf diesem Erfolg aufzubauen, ohne die Zusammenarbeit mit Keurig zu beeinträchtigen.

Die Nutzung von Nestles Reichweite und Größe, um Starbucks Produkte in die Häuser von mehr internationalen Konsumenten zu bringen, wird dazu beitragen, die Marke Starbucks weltweit auszubauen. Letztendlich sollte das den Kundenverkehr zu den Starbucks-Stores erhöhen und es Starbucks ermöglichen, schnell in neue Märkte zu expandieren.

Fokussierung auf die Filialen

Das Outsourcing von Marketing und Vertrieb wird Starbucks helfen, sich mehr auf die eigenen Geschäfte zu konzentrieren, die in letzter Zeit mit den Erwartungen der Analysten nicht Schritt halten konnten. Daher möchte Starbucks sicherstellen, dass das CPG-Geschäft dem  Einzelhandelsgeschäft zugute kommt und lässt sich damit auch etwas Arbeit abnehmen.

Der Umsatz von Starbucks wuchs im zweiten Quartal nur um 2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter der Prognose von 3 % bis 5 % für 2018, die es am unteren Ende des Ausblicks erwartet. Daher scheinen die Investoren vorsichtig zu sein und fragen sich, ob Starbucks tatsächlich in der Lage sein wird, dieses Wachstum zu erzeugen.

Durch den Wegfall einiger Geschäftsbereiche des CPG-Geschäfts könnte Starbucks seine Ressourcen stärker auf die Steigerung des Einzelhandelsumsatzes, die Eröffnung neuer Geschäfte in neuen Märkten, die Verbesserung des Kundenverkehrs, des Umsatzes pro Einkauf und des Gesamtbetriebs seiner Geschäfte konzentrieren.

Mehr Rückkäufe

Starbucks plant, die 5 Milliarden US-Dollar an Nachsteuer-Einnahmen von Nestle direkt in das Kapitalrückgabeprogramm einzubringen. Zwischen 2018 und 2020 sollen 20 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurückgegeben werden, zuvor waren es noch 15 Milliarden US-Dollar gewesen.

Die Investoren sollten den Großteil dieser 5 Milliarden US-Dollar in Form eines Anstiegs der Aktienrückkäufe im Jahr 2019 sehen. Daher erwartet Starbuck, dass die Partnerschaft mit Nestle bis zum Ende des Geschäftsjahres 2021, wenn nicht sogar früher, zu einem höheren Gewinn pro Aktie führen wird.

Kurzfristig wird sich die Aufgabe des CPG-Geschäfts negativ auf das Umsatzwachstum um 2 bis 3 Prozentpunkte auswirken. Aber die Wirtschaftlichkeit als Lizenzgeber und Lieferant von Nestle sollte dazu beitragen, dies langfristig auszugleichen, da die Vertriebs- und Marketing-Möglichkeiten von Nestle den Gesamtabsatz von Starbucks-Produkten in Lebensmittelgeschäften steigern können. Mittelfristig wird der Rückkauf dazu beitragen, den entgangenen Gewinn auszugleichen, indem die ausstehenden Aktien reduziert und ein besseres Ergebnis je Aktie erzielt wird.

Insgesamt ist die Partnerschaft eine positive Entwicklung für die Aktionäre von Starbucks: Sie bietet der Marke Starbucks international mehr Reichweite und ermöglicht es dem Unternehmen, sich auf seine Einzelhandelsaktivitäten zu konzentrieren. Die finanziellen Auswirkungen sollten den Anlegern langfristig zugutekommen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Starbucks. The Motley Fool empfiehlt Nestle.

Dieser Artikel von Adam Levy wurde  auf Englisch verfasst und am 12.5.18 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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