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Teslas Batterietechnologie hat BMW, Daimler und VW bedrohlich abgehängt

Foto: Tesla

Die Deutschen mögen eigentlich eine Technik-begeisterte Nation sein, aber wenn es um Tesla (WKN:A1CX3T) geht, dreht es sich meist nur um die finanzielle Situation des Konzerns oder Oberflächlichkeiten.

Dabei sieht es so aus, als ob Tesla die deutschen Autohersteller in wichtigen Technologien komplett abgehängt hat. Anstatt sich im Interview, das die letzten Quartalszahlen begleitet hat, auf den mürrischen CEO zu fokussieren, hätten findige Investoren lieber bemerken sollen, wie weit Teslas Batterietechnologie bereits gekommen ist.

Die Kerntechnologie der Elektrorevolution findet wenig Beachtung

Vielleicht liegt unser mangelndes Interesse an Batterietechnologie daran, dass wir in Europa keine nennenswerten Batterieproduzenten haben. Was auch immer der Grund sein mag, dieser Bereich wird ziemlich ignoriert. Die Neugründung TerraE gibt sich zwar ambitioniert, allerdings ist ihr Unterfangen, in Deutschland Batterie-Produktionskapazitäten aufzubauen, kein Selbstläufer.

Es kommt oft das Gefühl auf, dass Batterien ziemlich austauschbar sind. Wenn BMW (WKN:519000), Daimler (WKN:710000) und VW (WKN:766403) neue Elektromodelle auf den Markt bringen wollen, so können sie das eben einfach mit den nächstbesten Batterien machen, die es auf dem Weltmarkt zu kaufen gibt.

So zu denken ist aber ein fataler Fehler, und überlässt Tesla einen gigantischen Vorsprung.

Der große Vorteil von Teslas Batterien

Kommen wir noch einmal zu Teslas letztem Quartalsbericht zurück. In dem gab es Folgendes zu lesen:

„Der Kobaltanteil unserer Nickel-Kobalt-Aluminium Kathoden-Chemie ist mit einem Nickel-Mangan-Kobalt-Verhältnis von 8:1:1 bereits niedriger als derjenige, der in den nächsten Generationen an Kathoden von anderen Zellherstellern zu finden sein wird.“

Das Nickel-Mangan-Kobalt-Verhältnis (in der englischen Kurzform NMC) klingt wie ein technisches Detail, aber in Wahrheit ist es absolut zentral für die Herstellung von Elektroautos. Das liegt auch daran, dass Kobalt teuer und schwer zu beschaffen ist. Seit Mitte 2016 hat sich der Preis fast vervierfacht. Die politisch instabile Demokratische Republik Kongo hat einen Anteil von 60 % am Weltmarkt für Kobalt.

Da kommt es Tesla nur gelegen, dass es sich mit seiner neuen Batterietechnologie gigantische Mengen an Kobalt sparen kann. So viel Kobalt wird für ein Elektroauto mit einer Leistung von 50 kWh je nach Batterietechnologie benötigt:

Batterietechnologie benötigtes Kobalt, in kg
NMC 111 19,9
NMC 622 9,1
NMC 811 4,5
NCA 18650 6,9

Quelle: ARK Investment Management

Wer NMC 111-Batterien nutzt, verarbeitet also mehr als viermal so viel Kobalt wie das bei den von Tesla produzierten NMC 811-Batterien der Fall wäre.

BMWs siebenjähriger Schlaf

Eigentlich war BMW ja unter den großen Autoherstellern einer der Elektropioniere, allerdings merkt man dies nicht bei seiner Batterietechnologie. Im Elektromodell BMW i3 werden NMC 111-Batterien verbaut. Erst im Jahr 2021 will man auf die NMC 622-Technologie setzen und im Jahr 2025 – sieben Jahre nach Tesla – auf die NMC 811-Technologie.

Wenn BMW bei gleicher Leistung ungefähr viermal so viel Kobalt verbauen muss, wird das nicht nur den Prokuratoren graue Haare bringen, sondern auch zu viel höheren Materialkosten im Vergleich zu Teslas Batterien führen. Kein Wunder, dass die angekündigten deutschen Elektromodelle so dicke Preiszettel haben.

Da Daimler und VW noch weniger Erfahrung mit Elektroautos haben, würde es mich wundern, wenn sie hier deutlich weiter als BMW sind.

Das Problem für die deutschen Hersteller ist aber noch größer, als ein Blick auf den Kostenvorsprung und die Materialeinsparungen vermuten lässt. Teslas Technologievorsprung bedeutet ebenfalls, dass seine Batterien besonders dicht und langlebig sind. Wer denkt, dass BMW, Daimler und VW hier ohne Probleme aufholen können, wird vielleicht noch eine böse Überraschung erleben.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurden in BMWs Zeitplan versehentlich NMC 622-Batterien, als NMC 211-Batterien bezeichnet. The Motley Fool bedauert den Fehler.

Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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