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Hoffenheim – Dortmund: Das 100-Millionen-Euro-Spiel

Foto: Bernd Schmid

Der letzte Spieltag der Bundesliga hat es noch mal in sich: TSG 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund (WKN:549309) streiten im direkten Duell um Platz 3 und Bayer 04 Leverkusen lauert dahinter auf seine Chance, dazwischen zu grätschen. Aber nicht nur für die Clubs, sondern auch für die BVB-Aktionäre geht es um viel.

Die Basics vor dem Spiel

Der übliche Meister ist schon längst gekürt, und dass Schalke Überraschungs-Vize wurde, wissen wir auch bereits. Aber dahinter keilen sich drei Vereine um die restlichen beiden Champions-League-Plätze.

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Dortmund hat trotz der ziemlich peinlichen Heimniederlage gegen Mainz 3 Punkte mehr als die anderen auf dem Konto und damit eigentlich alles in der Hand. Allerdings müssen sie jetzt im Sinsheimer Stadion antreten, das sich in dieser Saison als nahezu uneinnehmbare Festung erwiesen hat. Nur Bayern hat eine makellosere Heimbilanz.

Das Gute für den BVB: Die bessere Tordifferenz könnte ihn selbst bei einer Niederlage noch retten. Glücklicherweise für ihn hat ja Hoffenheim beim möglichen Rückrunden-Vizemeister Stuttgart das letzte Spiel verloren.

Damit die Dortmunder noch auf Platz 5 abrutschen, müssen somit sowohl die TSG als auch Bayer mit mindestens 3 Toren Differenz gewinnen. Das hört sich zunächst schwierig an, aber für Leverkusens Gegner Hannover geht es nur noch um die „Goldene Ananas“ und zu was die Hoffenheimer Offensive fähig ist, wenn sie gut aufgelegt ist, dürfte hinreichend bekannt sein.

Das wäre der Schaden

Bereits mit der bloßen Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League (CL) fließen mehr Prämien aus den UEFA-Töpfen in die Kassen als insgesamt bis zum Finaleinzug in der Europa League (EL). Jeder ergatterte Punkt bringt dort zusätzlich 500.000 und in den K.O.-Spielen winken dann weitere steigende Millionenbeträge, welche durch die Werbepartner noch erheblich aufgestockt werden. Der Unterschied kann folglich zig-Millionen ausmachen.

Klappt es nicht mit der Qualifikation für die Königsklasse, dann wenden sich möglicherweise auch Sponsoren teilweise ab, selbst wenn drei der Wichtigsten sich erfreulicherweise längerfristig an den BVB gebunden haben.

Ein weiteres Problem betrifft den Kader, dessen Bewertung nach unten korrigiert werden muss, wenn der Erfolg ausbleibt. Für Leute wie Mario Götze und Julian Weigl verringern sich dann auch die Chancen für eine imagefördernde und wertsteigernde WM-Teilnahme. Jogi Löw wird für Russland bestimmt primär auf Siegertypen setzen. Ein 5. Bundesliga-Platz nach einer schwachen CL-Kampagne würde keine guten Argumente für die BVB-Spieler liefern.

Hinzu kommt, dass viele Stars der Top-Clubs den Anspruch haben, Jahr für Jahr Champions League zu spielen. Wenn das mit dem aktuellen Verein nicht geht, dann versuchen sie verstärkt woanders unterzukommen.

So lese ich gerade, dass Manchester United seine Fühler nach dem Supertalent Christian Pulisic ausstreckt. Wenn das konkret wird, müsste Dortmund ihn wohl ziehen lassen und auch sonst droht ein Ausbluten des Kaders. Dann kommt es viel auf den Nachfolger des scheidenden Trainers Peter Stöger an, inwieweit es ihm und dem Management gelingt, wieder eine schlagkräftige Truppe zu formen. Solche Unwägbarkeiten mögen weder Fans noch Aktionäre.

In Zahlen

Es ist schwer zu beziffern, wie groß der Schaden wirklich wäre. Ein punktloses Ausscheiden in der CL-Gruppenphase ist zum Beispiel um einiges weniger wert als der EL-Gewinn – und wie Fans, Sponsoren und Spieler reagieren würden, das kann niemand genau sagen. Es gibt also eine Reihe von Unsicherheiten. Außerdem wirken auch gegenläufige Effekte, wie zum Beispiel eingesparte Spielerprämien. Aber als Hausnummer würde ich mal 50 Millionen ansetzen, ein Betrag, der direkt auf die Bewertung der BVB-Aktie durchschlägt (und in ähnlicher Höhe, aber gegensätzlicher Richtung beim unbekannten Wert der TSG 1899).

Beim aktuellen Börsenwert von 511 Mio. Euro (09.05.) entspräche das einem Minus von 10 %, wovon ein Teil aber wahrscheinlichkeitsgewichtet bereits einkalkuliert ist. Wenn wir entsprechend annehmen, dass es zu 80 % klappt mit der Quali, dann geht es Montag früh entweder 2 % rauf oder 8 % runter – grob gerechnet. Aber jetzt kommt erst mal der Samstag und da wird es primär um das Sportliche gehen. Ich wünsche allen Fans ein packendes BuLi-Finale!

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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