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5 Gründe, warum Canopy Growth die größte Marihuana-Aktie ist

Foto: Getty Images.

Der Cannabis-Branche in Nordamerika steht ein großes Jahr bevor: Abgesehen von der Tatsache, dass 29 US-Bundesstaaten Marihuana bereits seit 1996 in gewisser Weise legalisiert haben, ist das nächste große Ding die erwartete Legalisierung von Cannabis in Kanada. Dies soll diesen Sommer geschehen.

Die Bill C-45 (auch „Cannabis Act“ genannt) würde es Erwachsenen über 18 Jahren erlauben, Marihuana legal in Kanada zu erwerben. Sollte der Senat am 7. Juni für die Maßnahme stimmen – was sehr wahrscheinlich ist – würde das Cannabis-Gesetz schnell seinen Weg durch das Gesetzgebungsverfahren finden und kurz darauf in Kraft treten. Man kann davon ausgehen, dass Erwachsene im August oder September dort dann legal Cannabis kaufen können. Zusätzlich zu den Einnahmen, die derzeit aus dem Verkauf von medizinischem Cannabis und dem Export in andere Länder erzielt werden, werden dann wohl noch 5 Milliarden Dollar oder mehr an Jahresumsätzen hinzukommen.

Deshalb haben kanadischen Landwirte ihre Wachstumskapazitäten in rasantem Tempo ausgebaut. Anbauer mit viel Bestand und Produktion werden in der Lage sein, lukrative langfristige Lieferverträge mit Einzelhändlern und/oder Provinzen zu sichern, was zu einem vorhersehbaren jährlichen Cashflow führt.

Warum Canopy Growth Corp. der unangefochtene König ist

Von den mehr als 90 von Health Canada lizenzierten Anbauern und/oder Verkäufern ist jedoch kein Unternehmen größer als Canopy Growth (WKN:A140QA). Seit letztem Wochenende verfügt Canopy Growth über eine Bewertung von 4,35 Milliarden Dollar, die mit Abstand die am höchsten bewertete aller Cannabis-Aktien.

Warum verdient Canopy Growth die höchste Marktkapitalisierung für Marihuana? Es gibt im Wesentlichen fünf Gründe.

1 Nur wenige Anbauer können mit dem jährlichen Spitzenproduktionspotenzial von Canopy mithalten

Zunächst einmal ist die Produktion wichtig, und nur wenige Anbauer haben das Zeug dazu, mit Canopy Growth in Bezug auf die Jahresproduktion zu konkurrieren. Im vergangenen Monat gab das Unternehmen bekannt, dass man über 2,4 Millionen Quadratmeter lizenzierte Anbaufläche verfügt, was mehr als dreimal so hoch war wie noch zu Beginn des Jahres. Noch wichtiger ist aber, dass Canopy am Ende erwartet, 5,7 Millionen Quadratmeter Anbaufläche zu haben.

Das Interessante an diesem Unternehmen ist, dass es bislang nicht gerade offen war, was Produktionsziele und Schätzungen angeht, auch nicht, wann die großen Plantagen in British Columbia fertig sein werden. Bei einem Ziel von 5,7 Millionen Quadratmetern ist es jedoch nicht ausgeschlossen, dass 450.000 Kilogramm bis 500.000 Kilogramm getrocknete Cannabisproduktion pro Jahr das Endergebnis sind.

Der einzige Züchter, der auch nur annähernd nahe kommt, ist Aurora Cannabis (WKN:A12GS7). Vergangenen Monat gab Aurora Cannabis den Erwerb einer Fläche in Medicine Hat, Alberta, bekannt, die die 1,2 Millionen Quadratmeter große Aurora Sun Anlage beherbergen werden. Nach Fertigstellung soll Aurora Sun zusammen mit Aurora Nordic in Dänemark und der bisherigen Plantage Nummer eins Aurora Sky bei der Produktion von ca. 430.000 Kilogramm getrocknetem Cannabis pro Jahr helfen. Kein anderer Züchter scheint über einer voll finanzierten Jahreskapazität von 230.000 Kilogramm pro Jahr zu liegen.

2 Der Vertriebsweg des Unternehmens ist beispiellos

Als nächstes sind die Vertriebskanäle von Canopy Growth einfach unübertroffen.

Für die meisten Landwirte wäre es schon ein Coup, wenn man einen Teil des Angebots an kanadische Provinzen verkaufen könnte und ein oder zwei Länder für den Export zu haben. Canopy Growth hingegen hat nicht nur langfristige Lieferverträge mit den Provinzen abgeschlossen, sondern auch zahlreiche ausländische Märkte, in die man getrocknetes Cannabis exportiert. Außerdem noch eine große Präsenz im Internet, wo man die Marke aufbaut und Cannabis vermarktet.

Es mag nach einer Herausforderung klingen, 500.000 Kilogramm Cannabis zu verkaufen. Aber Canopy Growth hat die Voraussetzungen geschaffen, um schnell Vertriebskanäle für sein Produkt zu finden.

3 Wichtige Partnerschaften ermöglichen es Canopy Growth, sich hervorzuheben

Zusätzlich zu den überlegenen Vertriebskanälen unterstützt Canopy seine Dominanz durch Partnerschaften mit namhaften Unternehmen.

Im Januar war es die erste Marihuana-Aktie, die von einer der fünf kanadischen Großbanken, der Bank of Montreal, Eigenkapitalfinanzierung erhielt. Die Größe des Geschäfts von Canopy, gepaart mit der erwarteten Legalisierung von Cannabis in diesem Sommer, ermöglichte es der Bank of Montreal, eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von fast 136 Millionen Dollar zu leiten.

Ende letzten Jahres verkaufte Canopy einen Anteil von 9,9 % für rund 190 Millionen Dollar an den Spirituosenriesen Constellation Brands. Der Hersteller von Corona und anderen Spirituosen sah in der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an Canopy die perfekte Gelegenheit für eine zukünftige Zusammenarbeit. Obwohl Constellation Brands ganz klar war, dass man nicht beabsichtigt, in Märkten präsent zu sein, in denen Cannabis nicht legal ist, bringt man doch viel Marketing- und Branding-Know-how mit.

4 Das Branding und der Fokus auf Margen sollten sich auszahlen

Canopy Growth hat auch eine hervorragende Arbeit geleistet, um seine Marken aufzubauen und sich auf die wichtigen Produkte zu konzentrieren.

Eine Tochtergesellschaft des Unternehmens, Tweed, ist die wohl bekannteste Cannabismarke in ganz Kanada. Während es für Anbauer schwierig sein könnte, emotionale Bindungen zu den Verbrauchern herzustellen, hat Canopy bereits einen Vorsprung vor seinen Mitbewerbern.

Darüber hinaus zeigte das operative Ergebnis des Unternehmens im dritten Quartal eine entscheidende Verschiebung hin zu einer höheren Cannabisölproduktion. Öle sind ein Nischenprodukt mit einem deutlich höheren Preis und einer höheren Marge als getrocknetes Marihuana. Im dritten Quartal verkaufte Canopy 2.132 Liter Cannabisöl, was einer Steigerung von 84 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Noch wichtiger ist, dass diese Öle, zu denen auch die Softgel-Kapseln gehören, im dritten Quartal auf 23 % des Gesamtumsatzes anstiegen, nach nur 13 % im Vorjahresquartal. Mit anderen Worten: Solange der Ölabsatz steigt, haben die Margen von Canopy das Potenzial, sich deutlich zu verbessern.

5 Finanzierung ist kein Thema

Schließlich ist das Unternehmen gut genug finanziert, um den Gewächshausbau, das Marketing, die Forschung und Entwicklung sowie die Einführung neuer Produkte zu übernehmen. Zum Ende des dritten Quartals verfügte Canopy über mehr als 320 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Angenommen, Marihuana wird über den Cannabis Act in ein paar Monaten legalisiert, wären die Banken frei, ihre Dienste Cannabis-Unternehmen anzubieten, was demnächst einen noch leichteren Zugang zur Finanzierung ebnen würde.

Als Anleger sollte man jedoch beachten, dass ich zu keinem Zeitpunkt gesagt habe, dass Canopy Growth eine Marktkapitalisierung von 4,35 Milliarden Dollar auch tatsächlich verdient. Ich habe bloß die Gründe aufgeführt, weshalb das Unternehmen das Größte der Branche zu sein. Es wird Zeit brauchen, bis wir ein klares Bild von Angebot und Nachfrage in Kanada und auf den globalen Märkten für medizinisches Cannabis haben. Bis wir Klarheit darüber gewinnen, wie viel Angebot es tatsächlich geben wird, wenn die kanadischen Anbauer erst einmal voll ausgelastet sind und wie viel Nachfrage es von ausländischen Märkten geben wird, ist es riskant, einen hohen Aktienkurs für Canopy Growth zu zahlen.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien von Celgene.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 2.5.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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