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Die Aktie von Steinhoff International? Nein danke

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Die Aktie von Steinhoff International scheint auch heute noch auf den Beobachtungslisten vieler Investoren zu stehen. Obwohl ich die Geschichte interessant finde, bleibe ich der Aktie lieber fern.

In der Tat hat es Steinhoff nie als eine potenzielle Investition auf mein Radar geschafft. Das lag wahrscheinlich an der vorherigen Listung an der Börse von Johannesburg. Ein wichtigerer Grund ist, dass mich das Ziel und die Strategie des Unternehmens kaum begeistert haben.

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Aber hänge dich nicht zu sehr am Wort „begeistert“ auf. Ein Unternehmen muss nicht den nächsten Durchbruch in der virtuellen Realität entwickeln, um für mich interessant zu sein. Begeistern kann mich ein Unternehmen mit hoher Kapitaleffizienz oder einer klugen Strategie, um eine schwerfällige Branche aufzumischen.

Es war eher unwahrscheinlich, dass Steinhoff mich begeistern würde, denn die Idee, durch große, schuldenfinanzierte Übernahmen ein Einzelhandelsimperium aufzubauen, entspricht nicht meiner Vorstellung von einem großartigen Unternehmen.

Die Aktie ist heute viel billiger, aber es ist nicht viel mehr als blindes Glücksspiel. Während wir nicht genau wissen, wie schlecht es bei Steinhoff wirklich läuft, schrieb der gute alte Markus Jooste, dass er „einige große Fehler  gemacht habe“, ohne auf diese Fehler genau einzugehen. Das ist … ähm … ominös.

Dies ist schon ein paar Monate her, und obwohl wir nicht wissen, was genau passiert ist, kann man in der Zwischenzeit darüber nachdenken, was die Investoren daraus lernen können.

Und hier ist der eine Punkt, den du unbedingt beachten solltest

Mit einem Wort: diversifiziere.

Wie gesagt, ich habe nicht in Steinhoff investiert und es befand sich nicht einmal in der Nähe meiner Beobachtungsliste. Doch ich kann verstehen, warum sich die Investoren dem Unternehmen zugewandt haben könnten. Zum einen wuchs Steinhoff wie verrückt. Das Unternehmen erzielte konsequent eine zweistellige Eigenkapitalrendite (zumindest nach den „alten“ Zahlen!). Obwohl mir die Gesamtstrategie nicht gefällt, erschienen Teile davon durchaus sinnvoll zu sein – wie der Fokus auf den Aufbau einer effizienten Lieferkette. Und trotz aller scheinbaren Erfolge war die Aktie nicht besonders teuer.

Es gab einige Warnzeichen, aber nach einem Zusammenbruch wie diesem ist man natürlich immer klüger.

Kurzum, es gab vieles, das gut aussah. Ich denke, das sollte bei einem Unternehmen, das (angeblich) die Bücher frisiert hat, wohl so sein.

Ich vermute, dass es viele kluge Investoren gab, die dennoch von Steinhoffs Untergang kalt erwischt wurden. Damit komme ich auf meinen Punkt von vorhin zurück: diversifizieren. Manchmal werden selbst kluge Anleger blind, sei es durch Pech, eigene Fehler oder die Unehrlichkeit der Unternehmensleitung. Wenn wir unsere Investitionen aber auf mehr als ein Unternehmen verteilen, können wir die Auswirkungen einer Fehlinvestition abmildern.

Und für den Fall, dass du denkst: „Ja, aber du profitierst dann auch weniger von einer besonders guten Investition.“ … hast du natürlich auch Recht. Bedenke jedoch Folgendes: Bei einer Fehlinvestition kannst du maximal 100 % verlieren (was den Steinhoff-Investoren im Wesentlichen passiert ist), während eine große Investition keine theoretische Obergrenze dabei hat, wie viel Vermögen sie für dich schaffen kann.

Also ja, ein stärker diversifiziertes Portfolio wird die Auswirkungen einer einzelnen Investition verringern. Aber es bietet dir mehr Gelegenheit, diese großen Investitionen zu erfassen und begrenzt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass du aufgrund einer schrecklichen Aktie eine Bauchlandung hinlegst.

Keine Sorge, ich habe mehr als nur Diversifizierung

Die folgenden Punkte kannst du getrost überspringen, wenn du dich auch nur ein wenig an das Thema Diversifizierung erinnerst. Allerdings gibt es weitere mögliche Lektionen, die mir in Bezug auf Steinhoff aufgefallen sind.

Weißt du noch, was ich über die Strategie gesagt habe? Wir könnten das eine „Roll-up“-Strategie nennen. Das heißt, dass eine Reihe von Unternehmen innerhalb einer bestimmten Branche aufgekauft wird, um ein branchenorientiertes Konglomerat zusammenzustellen, das konzernweit Effizienzgewinne erzielen kann.

Allgemein habe ich nichts gegen eine solche Strategie. Eigentlich mag ich sie sogar manchmal. Der Schlüssel für mich ist jedoch die Suche nach solchen Strategien, die sich auf den Erwerb kleinerer Betriebe konzentrieren. Die Suche nach Familienbetrieben – stell dir zum Beispiel vor, du erwirbst einen Haufen kleinerer Zahnärzte – gibt dir mehr Verhandlungsstärke und erleichtert die Integration in dein Unternehmen. Je größer die Übernahmen werden, desto härter werden die Verhandlungen, desto höher wird der Kaufpreis und desto komplizierter wird die Eingliederung – auch für ein Unternehmen wie Steinhoff, das seine Übernahmen relativ unabhängig voneinander gemacht hat.

Kurzum: Viele große Übernahmen machen mich misstrauisch

Lies die Aktionärsbriefe

Wenn du ein Kennzahlen-Investor bist, wirst du kein großer Fan von diesem Punkt sein. Doch ich bin ein Fan von CEOs, die sich ganz klar dem „Warum“ und dem „Wer“ verschrieben haben.

Wenn sich ein CEO jeden Tag aufs Neue wirklich dafür einsetzt, seine Kunden besser zu bedienen, dann wird er alles dafür tun, um sicherzustellen, dass er genau das tut. Das ist es, was ihn antreibt.

Wenn sich ein CEO dafür einsetzt, das Umsatzwachstum des letzten Jahres zu erreichen, wird er alles dafür tun. Vielleicht bedeutet das eine mittelmäßige Übernahme. Vielleicht bedeutet es, die Einnahmen so zu erhöhen, dass es dem Unternehmen langfristig schadet. Vielleicht bedeutet es auch … die Zahlen zu fälschen.

Mich interessiert, was im Kopf des CEO vorgeht. Daher lese ich die Aktionärsbriefe und höre mir Präsentationen und Telefonkonferenzen an.

Jooste schrieb im Aktionärsbrief 2014 dies: „Neben der Steigerung der Profitabilität werden alle Management-Teams auch weiterhin Anreize für die Cash-Generierung erhalten.“

Diesen Satz auszusuchen ist etwas unfair. Aber während du in den Briefen von Jooste viele Hinweise auf Umsatzwachstum und Kosteneffizienz findest, gibt es so gut wie nichts über die Kundenbetreuung.

Ich lese gerade die Biographie eines großen Einzelhändlers namens Sam Walton (dem Gründer von Walmart). In Waltons Brief an die Aktionäre von 1988 stand dies ganz oben:

„Was wichtig ist, seid IHR! Ihr … unsere Kunden, Partner, Lieferanten und Aktionäre.“

Walton legte viel Wert auf Wachstum und Gewinn, aber er sah deutlich, dass die Wurzel des Erfolgs seines Unternehmens seine Kunden waren. Ich denke nicht, dass Jooste viel Zeit damit verbracht hat, darüber nachzudenken.

Normalerweise liebe ich diese Kennzahl

In einer letzten Mahnung daran, wie knifflig das Investieren sein kann, stelle ich fest, dass Jooste rund 1,7 % der Steinhoff-Aktien besaß. Auf dem Höhepunkt im März 2016 entsprach das fast 400 Millionen Euro.

Normalerweise betrachte ich den Aktienbesitz des CEO als ein Zeichen für einen Manager, der sich dem verantwortungsvollen Wachstum des Unternehmens verpflichtet fühlt und wie ein Aktionär denkt. Doch das funktioniert nicht immer. Dick Fuld, der ehemalige CEO von Lehman Brothers, besaß vor dem Zusammenbruch der Investmentbank knapp 800 Millionen US-Dollar an Lehman-Aktien.

Dies ist eine gute Erinnerung daran, dass wir so viele „Beweise“ wie möglich finden müssen, wenn wir ein Szenario erstellen. Jede einzelne Kennzahl oder jeder Datenpunkt kann sich als irreführend erweisen.

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Matt besitzt Aktien von Bank of America, JPMorgan, Goldman Sachs, PNC Financial und SVB Financial. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von SVB Financial.

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