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Wer sind die größten Goldinvestoren?

Foto: Kinross

Es gibt viele Gründe, warum die Menschen Gold kaufen. Einige investieren in das Edelmetall, um sich vor der Inflation zu schützen, obwohl Gold als Inflationsschutz ein Mythos ist. Andere kaufen es wegen einer kulturellen Tradition oder weil sie glauben, dass Gold eine sichere Investition ist. Andere spekulieren, dass der Goldpreis weiter steigen wird. Egal aus welchem Grund, der Kerngedanke ist, dass Gold wertvoll ist und in Zukunft aufgrund der vielen Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen, noch mehr an Bedeutung gewinnen wird.

Heute wollen wir uns die vielen Beweggründe ansehen, die hinter einer Investition in Gold stehen, indem wir uns einige der größten Goldinvestoren der Welt ansehen.

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Wie viel Gold gibt es auf der Welt?

Nach einer Schätzung des Word Gold Congress hat der Mensch bisher 187.200 Tonnen Gold aus der Erde geholt. Wenn wir das alles schmelzen und daraus einen Würfel bilden würden, würde es bequem in die Mitte eines Fußballfeldes passen und eine Seitenlänge von 27 Metern haben. Obwohl der Würfel relativ klein ist, wäre er aktuell eine beachtliche Summe von 8 Billionen US-Dollar wert, bei einem Goldpreis von 1.340 US-Dollar pro Unze.

Um weiter zu veranschaulichen, wie selten und wertvoll Gold ist, schätzt U.S. Geological Survey, dass sich noch etwa 57.000 Tonnen im Boden befinden. Wenn man es ausgraben und zusammenschmelzen würde, dann würde der Würfel aus zusätzlich verfügbarem Gold nur so hoch sein wie eine erwachsene Giraffe.

Jedes Jahr gräbt die Bergbauindustrie etwas weniger als 3.500 Tonnen Gold oder etwa 112 Millionen Unzen aus, wobei das meiste Gold von Barrick Gold mit 5,53 Millionen Unzen stammt. Inzwischen werden jährlich weitere 1.300 Tonnen wiederverwendet. Damit steht der Goldmarkt bei ungefähr 170 Milliarden US-Dollar pro Jahr, was im Vergleich zu dem mehr als 1,7 Trillionen US-Dollar Ölmarkt ziemlich blass aussieht.

Während es eine geringe industrielle Nachfrage nach diesem Gold gibt, geht der Großteil davon in Richtung Schmuck und Investitionen in Form von Münzen und Barren, wobei Letztere oft von börsengehandelten Goldfonds sowie dem offiziellen Sektor wie Regierungen gehalten werden.

Der größte Goldinvestor der Welt

Der größte Einzelbesitzer von Gold auf dem Planeten ist die US-Regierung. Zuletzt hatte Onkel Sam 8.133,5 Tonnen Gold (260 Millionen Unzen) in Tresoren im ganzen Land wie zum Beispiel in Fort Knox, das 147,3 Millionen Unzen hält. Beim jetzigen Goldpreis von rund 1.340 US-Dollar pro Unze sind die Bestände des Landes 350 Milliarden US-Dollar wert. Obwohl das wie eine Menge Geld klingt, wäre das bei 21 Billionen US-Dollar Staatsschulden nur ein Rundungsfehler. Tatsächlich würde die Verwendung der Goldvorräte des Landes kaum mehr als ein Jahr lang die Zinsen für die Staatsverschuldung zahlen, die im Jahr 2015 bei etwa 230 Milliarden US-Dollar lag.

Insgesamt halten die USA etwa 5 % des Weltgoldes. Dieser Bestand ist mehr als die der nächsten drei größten Goldstaaten (Deutschland, Italien und Frankreich) zusammen.

Ein erwähnenswerter Top-Goldinvestor

Während die USA das größte von der Regierung kontrollierte Goldvorkommen haben, ist der Internationale Währungsfonds (IWF), eine Gruppe von 189 Ländern, die gemeinsam an der Förderung der Währungszusammenarbeit arbeiten, der größte nicht-staatlicher Besitzer von Gold. Der IWF hält derzeit 2.184 Unzen Gold. Damit liegt er in der Rangliste zwischen Deutschland und Italien. Der IWF hat seinen Goldbestand auf verschiedene Weise erworben. Bei der Gründung der Organisation im Jahr 1944 erhielt der IWF 25 % seiner ursprünglichen Quotenvertretung in Form von Gold und verlangte von den Mitgliedern, ein Viertel aller nachfolgenden Quotenerhöhungen in Gold zu zahlen. Darüber hinaus können die Mitgliedsländer Zinsen und Kredite an den IWF in Gold zahlen und ihr Gold an die Organisation verkaufen, um die Währung eines anderen Mitglieds zu erwerben.

Die goldene Kultur

Während Zentralbanken und andere regierungsnahe Agenturen die größten Investoren in Gold sind, wird der Großteil des Edelmetalls jedes Jahr in Schmuck umgewandelt. Diese Industrie verbraucht durchschnittlich mehr als 2.000 Tonnen Gold pro Jahr, was einem Wert von etwa 85 Milliarden US-Dollar entspricht. Während die Amerikaner eine Affinität zu Gold haben, verblasst ihre Nachfrage im Vergleich zu den Goldkaufgewohnheiten der Inder. Nach mehreren Schätzungen halten die Inder zusammen die größte Menge an Gold weltweit. Diese berechnet sich auf 26.500 Tonnen oder etwa 850 Millionen Unzen, im Wert von etwa 1,1 Billionen US-Dollar.

Zwei Faktoren stehen dabei hinter all diesen Goldkäufen: Diwali und Hochzeiten. Diwali ist der wichtigste der hinduistischen Feiertage. (Nach der letzten Volkszählung sind fast 80 % der indischen Bevölkerung Hindus.) Das fünftägige Diwali-Festival beinhaltet oft den Kauf von Gold, das viele Inder als Statussymbol für Reichtum ansehen. Da die Inder Gold sehr schätzen, ist es auch bei Hochzeiten oft ein wichtiges Merkmal. Aufgrund dieser beiden Faktoren investieren die Inder in der Regel mehr als 8 % ihres Jahreseinkommens in den Kauf von Gold.

Auf dem Weg zum Gold

Während die Inder gemeinsam das meiste Gold der Welt besitzen, haben sich deutsche Investoren in den letzten Jahren zu den größten Käufern von Gold entwickelt. Die Goldnachfrage im Land stieg von 1995 bis 2007 von durchschnittlich rund 17 Tonnen pro Jahr auf über 100 Tonnen im Jahr 2016. Die Deutschen begannen nach der Finanzkrise ihre Goldkäufe anzukurbeln, haben aber seither ihre Kaufgewohnheiten wegen der Besorgnis über die Abwertung des Euros verstärkt. Daher besitzen mehr deutsche Anleger Gold (22 %) als Anleihen (13 % Unternehmensanleihen und 5 % Staatsanleihen).

Der Goldstandard bei Goldanlagen

Während Inder eher Gold in Form von Schmuck und Deutsche in Form von Münzen und Barren kaufen, haben sich immer mehr Anleger dafür entschieden, über einen ETF in das Edelmetall zu investieren. Der größte davon ist der SPDR Gold Trust (WKN:A0Q27V).

Dieser ETF bietet eine kostengünstige, liquide, transparente, sichere und flexible Möglichkeit für die Anleger, Gold zu halten, anstatt das physische Metall zu kaufen, zu lagern und zu versichern. Deshalb haben namhafte Investoren wie George Soros und John Paulson diese Methode in der Vergangenheit genutzt, um bullische Goldwetten abzuschließen. Paulsons Hedge-Fonds besaß einst mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar in Gold über diesen ETF und Minenaktien.

Eine Sache, die die Investoren über den SPDR Gold Trust wissen sollten, ist, dass er physische Goldbarren besitzt, die hauptsächlich im Londoner Tresor der HSBC Bank gelagert werden. Am 18. April 2018 hielt er insgesamt 69.300 Goldbarren mit einem Gewicht von etwa 27,8 Millionen Unzen (953 Tonnen) im Wert von etwa 37 Milliarden US-Dollar.

Der SPDR Gold Trust ist einer von mehreren ETFs, die physisches Gold in Tresoren für die Anleger halten, um ihnen eine einfache und kostengünstige Möglichkeit zu bieten, in das Edelmetall zu investieren. Der nächstgrößte ist der iShares Gold Trust (WKN:A0ERSN), der rund 11,6 Milliarden US-Dollar Gold in Tresoren auf der ganzen Welt hält. Die Gebühren, die der ETF den Anlegern in Rechnung stellt, betragen 0,25 % pro Jahr gegenüber 0,40 % für den SPDR Gold Trust. Aufgrund dieser niedrigeren Gebühren hat sich der Kurs des iShares Gold Trust ETF im Laufe der Jahre stärker an den des Goldes angeglichen:

Gold Price in US Dollars ChartiShares Gold Trust

Goldpreis in US-Dollar. Daten von YCharts.

Auch wenn er nicht der größte Investmentfonds auf dem Goldmarkt ist, scheint er die bessere Option für längerfristige Investoren zu sein.

Was haben die meisten der größten Goldinvestoren der Welt gemeinsam?

Wir können die Goldinvestoren in zwei Lager einteilen: Diejenigen, die es als Wertspeicher kaufen, und diejenigen, die damit spekulieren. Die Goldkäufer in Indien und Bezirke mit immensen Goldreserven fallen in die erste Gruppe. Sie halten Gold, weil es wertvoll ist. Die Inder investieren jedes Jahr einen erheblichen Teil ihres Einkommens in den Kauf, um ihren Wohlstand zu steigern. Die meisten Länder sowie deutsche Investoren halten Gold als Sicherheitsdecke, um sich vor Währungs- und Börsenschwankungen zu schützen.

Die andere Gruppe von Goldkäufern will von der Entwicklung des Preises profitieren. Dieser Typ umfasst Hedgefonds wie Paulson’s, die üblicherweise ETFs wie den SPDR Gold Trust kaufen, da sie schnell ein- und aussteigen können. Diese Nutzerfreundlichkeit ist der Grund, warum er einmal der wertvollste ETF der Welt war, weil Spekulanten in den Fonds strömten, als der Goldpreis  stieg. Jetzt ist er nicht einmal in den Top 10, weil der Glanz des Goldes nachgelassen hat und der Kurs gefallen ist.

Solltest du in Gold investieren?

Die Entscheidung, Gold zu kaufen, ist oft sehr persönlich. Viele tun dies, weil sie glauben, dass sie ihr Vermögen in den kommenden Jahren aufgrund von Inflationsängsten oder anderen Bedenken so besser erhalten können als im Fall einer von der Regierung unterstützten Währung. Andere werden in Gold investieren, weil sie glauben, dass es ein Zeichen vom Reichtum ist. Dann gibt es diejenigen, die spekulieren wollen.

Weil Menschen aus verschiedenen Gründen in Gold investieren, ist es wichtig, zuerst zu wissen, warum du es kaufen möchtest. Wenn der Kauf von Gold dir hilft, nachts besser zu schlafen oder einen tiefen kulturellen oder persönlichen Wunsch zu erfüllen, dann könntest du es auf jeden Fall kaufen. Wenn du in der Zwischenzeit Kurstreiber am Horizont siehst, die den Preis in die Höhe treiben sollten, dann ist ein börsengehandelter Goldfonds eine Überlegung wert. Jedoch wenn du nach einer Investition suchst, die deinen Wohlstand langfristig vergrößert, ist Gold vermutlich nicht die beste Wahl.

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The Motley Fool hat keine Position in den genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 30.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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