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Wie drei große Unternehmen auf die Blockchain setzen

Foto: Getty Images

Kryptowährungen sind heutzutage ein heißes Thema, aber die zugrunde liegende Technologie könnte noch interessanter sein. Die Blockchain-Speicher, die eine lange Reihe von Transaktionsdatensätzen erzeugen, die später nur sehr schwer zu ändern oder anderweitig zu hacken sind, bilden das Herzstück jeder Kryptowährung. Viele Unternehmen entwickeln neue Wege, um mit Blockchain-Ideen Innovationen voranzutreiben.

Werfen wir also einen Blick auf drei namhafte Unternehmen, die derzeit auf die Blockchain setzen – mit oder ohne Kryptowährungen. Dazu gehören der Zahlungsverarbeiter Visa (WKN:A0NC7B), der Finanzdaten-Experte S&P Global (WKN:A0AET0) und der Guru in medizinischen Tests Quest Diagnostics (WKN:904533). Wer hätte das gedacht?

Sicherheit geht vor

Standard und Poor’s tritt vorsichtig in die Welt der Blockchain-Technologien ein.

Der Bereich Energie- und Rohstoffe, bekannt als S&P Global Platts, hat vor kurzem eine Blockchain-Plattform auf den Markt gebracht, die eine sichere Möglichkeit bietet, die Ölvorräte im gesamten Nahen Osten zu verfolgen. Mit intelligenten Verträgen und integrierten Kalkulationstools zielt S&P Platts darauf ab, die Datensicherheit zu verbessern und menschliche Fehler in einem überarbeiteten und hoch automatisierten Inventurprozess zu eliminieren. Diese Plattform steht erst am Anfang, aber es könnte der nächste Standard in dieser hochspezifischen Nische werden.

„Die Innovation ist der nächste Schritt in Fujairah’s Bestreben, eine globale Drehscheibe für den Rohstoffhandel zu werden“, sagte Salem Al-Hmoudi, ein Mitglied der lokalen FEDCom-Regulierungsgruppe. „Das wird es unseren Terminalbetreibern ermöglichen, an der Spitze der technologischen Entwicklung zu stehen und gleichzeitig auf höchstem Sicherheitsniveau zu arbeiten.“

S&P wird diesen Service nutzen, um mehr über die Blockchain-Speicher und deren Möglichkeiten zu lernen. Im Allgemeinen sieht das Management diese Technologie als Sicherheitsmaßnahme. Etwaige andere Vorteile müssen auf dem Weg dorthin entdeckt werden.

Eine große Partnerschaft

Quest arbeitet im Rahmen einer Blockchain-Partnerschaft mit führenden Krankenkassen zusammen.

Diesen Monat startete Quest zusammen mit UnitedHealth (WKN:869561), MultiPlan und Humana (WKN:856584) ein Blockchain-Pilotprogramm, das einige Daten in eine Blockchain-Plattform überführt. Eine  zentrale Quelle für die Versicherungsdaten kann die Arbeit von Quest beschleunigen und gleichzeitig den Papierberg reduzieren, der sich aus einer Blutuntersuchung oder einem Gesundheitsscreening ergibt.

Die Partner hoffen, die Kosten für die sichere Datenspeicherung und den ordnungsgemäßen Informationsaustausch zu senken. Die Insider schätzen, dass die Gesundheitsbranche jährlich 2,1 Milliarden US-Dollar für Datenprozesse ausgibt, eine Zahl, die mit einer richtig konzipierten und implementierten Blockchain-Lösung auf fast nichts reduziert werden könnte.

„Wir freuen uns darauf, unsere Daten und unser Fachwissen auch weiterhin für dieses Projekt zu nutzen, von dem wir glauben, dass es die Kosten senken und die Effizienz im Gesundheitswesen verbessern kann“, sagte Steve Rusckowski, CEO von Quest, in der letzten Woche bei der Telefonkonferenz zum ersten Quartal.

Das Blockchain-Tracking großer Transaktionen

Visa scheut sich nicht vor neumodischen Technologien, die das Kerngeschäft des Unternehmens zu gefährden scheinen. Stattdessen wird die Blockchain wie eine Gelegenheit behandelt, das eigene Geschäft in vielerlei Hinsicht zu entwickeln und zu verbessern.

Das Unternehmen reichte 2016 eine Patentanmeldung ein, die Methoden zur Verwaltung eines Blockchain-basierten Netzwerks umfasst. Das Patent beinhaltete Methoden zur Identifizierung und Überprüfung von Vermögensinhabern auf Einhaltung von Transferprozessen und -regeln. Im Allgemeinen beschreibt das Patent Nr. 20170237554A1 die Grundlage für einen schnellen und sicheren Weg zur Speicherung und Übertragung von digitalen Vermögenswerten von erheblichem Wert.

Diese Anmeldung ist eigentlich nur eines von mindestens 17 Blockchain-Patenten im Portfolio von Visa, obwohl sich diese Anmeldungen oft überschneiden und aufeinander beziehen.

Ein anderes Projekt von Visa startete im Dezember 2017, als das Unternehmen ein digitales Business-to-Business-Zahlungssystem einführte, das auf den Konzepten des oben genannten Patents basiert. Die so genannte Visa B2B Connect-Plattform läuft derzeit in einer Testphase, in der die Banken aus den USA und Südostasien gerade testen. Der Gedanke dahinter ist, Reibungsverluste und Kosten bei internationalen Geldtransfers, insbesondere bei hochwertigen Transaktionen, zu vermeiden. Beispiele hierfür sind Unternehmeskäufe von Großunternehmen und Anlagenkäufe im Wert von mehreren Millionen US-Dollar, bei denen Käufer und Verkäufer in verschiedenen Währungen operieren.

Die Blockchain-Bemühungen von Visa sind viel mehr als nur ein theoretischer Hack. Das Unternehmen investiert ernsthafte Mittel und Anstrengungen in die Blockchain-Forschung und bietet bereits einen realen Service für einen handverlesenen Zielmarkt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Visa. The Motley Fool empfiehlt UnitedHealth Group.

Dieser Artikel wurde von Anders Bylund auf Englisch verfasst und am 30.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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