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Von wegen Blase! Wahrer DAX-Stand immer noch ein Viertel niedriger als vor 18 Jahren

Foto: Getty Images

Wer einen langfristigen Blick auf den DAX wirft, kommt zu dem Schluss, dass wir uns im absolutem Rekordbereich befinden. Das nehmen viele zum Anlass, vor zu großer Euphorie an den Aktienmärkten oder gar einer Blase zu warnen.

Die Wahrheit ist aber, dass diese Sichtweise komplett falsch ist. Hier erfährst du, wieso die wirklichen alten Rekorde noch in weiter Ferne sind.

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In der Theorie haben wir 2017 viele Rekorde erlebt

Tatsächlich war 2017 ein Jahr der Punktestandrekorde im DAX. Angetrieben von den US-Börsen konnte der DAX wieder die 2015er-Rekorde erreichen und dann gleich noch eins draufsetzen. Die kurzzeitig durchbrochene 13.000er-Marke hielt zwar den Kursturbulenzen dieses Jahres nicht stand, aber man ist ihr aktuell doch ziemlich nah.

Damit konnte der DAX zuletzt absolute Allzeitrekorde verzeichnen. Kurz vor der Finanzkrise und während der Internetblase lag der Rekordkorridor zwischen 7.000 und 8.000 Punkten.

Die Rekorde entpuppen sich als ziemlicher Blödsinn

Es mag zwar sein, dass der DAX zuletzt faktisch Rekorde gebrochen hat, bloß kann man deshalb auf eine Sache nicht schließen, nämlich dass die Aktien im deutschen Leitindex so teuer wie noch nie sind. Hier meine ich gar nicht „teuer“ im Sinne von grundlegender Bewertung der DAX-Unternehmen, sondern tatsächlich den durchschnittlichen Preis, den man für Aktien in Deutschland zahlt.

Der hat nämlich aus einem Grund nicht sonderlich viel mit der Entwicklung des DAX zu tun. Dieser ist im Gegensatz zu S&P 500, Dow Jones, Nikkei 225 und den meisten anderen Leitindizes ein sogenannter Performance-Index, das heißt, dass bei der Berechnung Dividenden berücksichtigt werden. Die rechnerisch wiederangelegten Dividenden erhöhen die langfristige Performance deutlich.

Ein Vergleich zwischen dem DAX-Kursindex, der keine wiederangelegten Dividenden enthält, und dem DAX zeigt den langfristigen Zinseszinseffekt der Dividenden. Der DAX-Kursindex startete in die Handelswoche mit 5.901,56 Punkten, wohingegen der DAX mit 12.606,27 Punkten fast doppelt so hoch stand.

Weil der DAX-Kursindex nicht von den Dividenden profitiert, hat er aktuell noch nicht einmal das Niveau der Rekorde von Anfang 2000 erreicht. Die DAX-Aktien sind heute also günstiger als vor 18 Jahren.

Wie viel günstiger DAX-Aktien heute im Vergleich zu 2000 wirklich sind

Somit wissen wir also schon einmal, dass die relevanten nominalen DAX-Kurse seit einer sehr, sehr langen Zeit keine wirklich neuen Rekorde aufgestellt haben. Um herauszufinden, wie die Preise im Vergleich zum Rekord von 2000 aber wirklich aussehen, müssen wir auch noch die Inflation berücksichtigen.

Der DAX-Kursindex ging am 7. März 2000 mit einem Zählerstand von 6.266,15 Punkten aus dem Handel. Behandeln wir die Punkte wie Euro, was für Rechenzwecke gut funktioniert, entspricht dieser Stand aus dem Jahr 2000 heute inflationsbereinigt ungefähr 8.000 Punkten.

Das heißt, dass ein genauer Blick auf die kaufkraftbereinigten Aktienkurse im DAX offenbart, dass sie noch immer ungefähr ein Viertel günstiger sind als vor 18 Jahren. Umgekehrt heißt das, dass der DAX-Kursindex noch um ein Drittel steigen muss, bis er wieder das inflationsbereinigte Rekordniveau von 2000 erreicht.

Natürlich war die Internetblase eine Zeit massiver Überbewertung, aber auch deswegen zahlen wir noch heute deutlich weniger für die Aktien im deutschen Leitindex als damals. DAX-Rekorde brauchen den richtigen Kontext.

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