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Gewinnerwartung von Tesla: Elon Musk muss eine Menge erklären

Foto: The Motley Fool

Elon Musks Hybris ist wieder zurück und treibt ihr Spiel mit ihm und den Aktionären von Tesla (WKN:A1CX3T).

Wir versetzen uns drei Monate zurück. Musk verbrachte einen großen Teil der Telefonkonferenz anlässlich des vierten Quartalsberichts, um über die gigantischen Pläne für die Automatisierung des Fahrzeugherstellungsprozesses zu sprechen. (Dieser Plan warf Jahrzehnte an Erfahrung in der Automobilbranche und der Managementtheorie über den Haufen.) Musk sagte sogar, dass der Fertigungsprozess, und nicht die Marke oder das Fahrzeugdesign, der langfristige Wettbewerbsvorteil von Tesla sein würde.

Es dauerte nicht lang, bis ihn die Realität einholte. Tesla verpasste sein Produktionsziel im ersten Quartal erneut. Teilweise aufgrund der fragwürdigen Entscheidung, so viel Automatisierung einzuführen. Zudem könnte der Plan, die Produktion bis zum Ende des Quartals wieder in den Zeitplan zu hieven, nach hinten losgehen. Und das könnte negative Konsequenzen für Tesla haben.

Ein enttäuschendes Quartal

Vor zwei Jahren begann Tesla, Bestellungen für das Model 3 Limousine anzunehmen. Das ist das preisgünstigste Modell bisher. Schnell kamen Hunderttausende Bestellungen zusammen. Im letzten Jahr lag das Hauptziel von Tesla darin, die Produktion des Model 3 aufzunehmen und die Fertigungsmenge reibungslos hochzufahren.

Im vierten Quartal lieferte Tesla lediglich 1.550 Fahrzeuge des Model 3 aus. Anfang Januar erreichte die Menge jedoch 1.000 Fahrzeuge pro Woche. Anfang Februar sagte das Management bis Ende März eine Produktionsmenge von 2.500 Fahrzeugen pro Woche voraus.

Tesla erreichte dieses Ziel nicht. Im Sieben-Tages-Zeitraum, der am 2. April endete, schaffte Tesla 2.020 Fahrzeuge der Model 3 Reihe. Im gesamten Quartal waren es aber nur 9.766 Stück. Das sind im Durchschnitt 751 Autos pro Woche.

Dies zeigt deutlich, dass das Produktionstempo der letzten Tage im vierten Quartal nur eine Ausnahme war. Ebenso die Produktionsmenge im März. Tesla schaffte es nicht, die Produktionsmenge reibungslos zu erhöhen. Stattdessen konzentrierte es sich darauf, die Zahlen zum Ende jedes Quartals anzuheben, um die Investoren zu beeindrucken. Die nachhaltige Produktionsrate hingegen hinkt weit hinterher.

Elon Musk sucht noch mehr Ärger

In einem Interview letzten Monat gab Musk zu, dass der übermäßige Einsatz von Robotern statt ausgebildeter Arbeitskräfte ein großer Grund für die gegenwärtigen Produktionsausfälle ist. Dies löst Zweifel aus, ob das Unternehmen seine bisher genannten Produktionsziele erreicht, da diese an die Steigerung der Automation gekoppelt waren.

Zudem verfolgt Musk in der letzten Woche jedes Quartals künstliche Produktionsziele, anstatt den Gesamtoutput zu maximieren. Er gab kürzlich ein Ziel von 6.000 Fahrzeugen pro Woche vor, das bis zum 30. Juni erreicht werden sollte. Der Gedanke dahinter ist, eine Fehlermarge einzuführen, sodass sein offizielles Ziel von 5.000 Model 3-Fahrzeugen pro Woche bis Ende Juni sichergestellt wird.

Musk gab zu, dass es mehrere Monate dauern wird, bis Tesla in der Lage ist, nachhaltig 6.000 Autos pro Woche zu produzieren. Allerdings scheint selbst diese Schätzung zu optimistisch.

Es ist eine Sache, einen Teil der Fertigungskette für einen Tag oder einer Woche in einer bestimmten Geschwindigkeit laufen zu lassen. Das kann teilweise durch Überstunden, zusätzliche Arbeitskräfte oder durch das auf Vorrat-Produzieren von Teilen erreicht werden. Das Ergebnis ist, dass die gemessene Produktionsmenge auf Kosten des Rests des Quartals geht. Es ist viel schwieriger, die Produktionsmenge eines ganzen Unternehmens und dessen Lieferkette koordiniert und nachhaltig zu steigern.

Ja, das ist wichtig

Manche Investoren glauben, dass es keine Rolle spielt, ob Tesla eine nachhaltige Produktionsrate für das Model 3 von 5.000 Stück pro Woche in drei oder sechs Monaten erreicht.

Allerdings schloss Tesla das Jahr 2017 mit einem Liquiditätsbestand von nur 5,4 Milliarden US-Dollar ab. Es ist wahrscheinlich, dass Milliarden von Dollar dieses Jahr verbrannt werden. Je langsamer die Model 3-Produktion steigt, desto schlimmer ist der Geldverbrauch. Dies könnte das Unternehmen zwingen, mehr Aktien auszugeben oder Schulden zu schlechten Konditionen aufzunehmen.

Teslas Probleme bei der Fertigung beeinträchtigen auch die Möglichkeiten, die Stückkosten zu reduzieren. Dies könnte weitere Verzögerungen für das Basismodell für 35.000 US-Dollar bedeuten, auf das preisbewusste Käufer warten. Bis das 35.000 US-Dollar Modell auf dem Markt ist, könnte der Steueranreiz in Höhe von 7.500 US-Dollar auslaufen. Es könnte daher sein, dass manche der preisbewussten Kunden völlig auf ein Model 3 verzichten.

Elon Musk muss daher zeigen, dass er aus seinen Fehlern lernt. Um das Vertrauen der Investoren zu bewahren, ist es wichtig, dass er erklärt, wie Telsa die Produktionsziele des Model 3 erreichen und nachhaltig halten will und gleichzeitig die Kosten dramatisch reduziert.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Tesla.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 29.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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