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3 wichtige Punkte aus dem Quartalsbericht von Amazon, die man wissen sollte

Foto: The Motley Fool.

Amazons (WKN:906866) CEO Jeff Bezos veröffentlicht seit 1997 jährlich einen Aktionärsbrief. Vieles hat sich in den letzten 20 Jahren für das Unternehmen geändert, das 2017 einen Umsatz von 177 Milliarden US-Dollar erzielte, gegenüber 148 Millionen US-Dollar im Jahr 1997.

In dem diesjährigen Brief führte Bezos den Erfolg von Amazon unter anderem auf die hohen Standards der Kunden zurück. Wie er sagte, „das ‚Wow‘ von gestern wird schnell zur ‚Norm‘ von heute“, und Amazon muss ständig danach versuchen, diesen nimmersatten Kunden zu gefallen.

Bezos hat sich auch sehr konkret über die jüngste Performance von Amazon geäußert und damit mehr Transparenz beim Prime-Programm als je zuvor geschaffen. Obwohl sein sechsseitiger Brief und der dazugehörige Jahresbericht eine Lektüre wert sind, hier sind die drei wichtigsten Punkte.

1. Amazon Prime hat 100 Millionen Mitglieder

Zum ersten Mal in der 13-jährigen Geschichte von Amazon Prime gab Bezos bekannt, wie viele Menschen auf der ganzen Welt für das Mitgliedschaftsprogramm angemeldet sind: über 100 Millionen. Das ist keine große Überraschung, basierend auf den Schätzungen, dass Prime im September 90 Millionen erreicht hat, aber es ist schön, endlich eine solide Zahl von Amazon bestätigt zu bekommen.

Das Mitgliedschaftsprogramm, das Vergünstigungen wie kostenlosen zweitägigen Versand für über 100 Millionen Artikel in den USA bietet, erweist sich als eine lukrative Strategie für Amazon. Im Jahr 2017 lieferte Amazon mehr als fünf Milliarden Artikel über das Prime-Programm, sagte Bezos. Das Programm wächst weiter: Im Jahr 2017 haben sich mehr Menschen für eine Prime-Mitgliedschaft angemeldet als im Vorjahr.

Der Jahresbericht von Amazon zeigte, dass das Unternehmen im Jahr 2017 insgesamt 9,7 Milliarden US-Dollar aus den Abonnementdienstleistungen erzielte, gegenüber 6,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016. Darin enthalten sind die Umsätze aus den anderen Abo-Diensten wie Kindle oder Amazon Music, die im vergangenen Jahr jedoch nur etwa 5,5 % des Gesamtumsatzes von Amazon ausmachten.

Die Einnahmen, die Amazon durch Prime erhält, waren jedoch noch nie so wichtig. Die Prime-Mitglieder sind für Amazon nicht wegen der Gebühren so wichtig, sondern weil sie mehr Geld auf der die Plattform ausgeben als Nicht-Prime-Mitglieder. Das langfristige Wachstum von Amazon hängt weitgehend von der Basis an Prime-Mitgliedern ab, die regelmäßig Artikel auf der Plattform, bei Whole Foods und die Alexa-Produkte kaufen. Diese Kunden nutzen auch verstärkt die Videoplattform und Musikdienste des Unternehmens.

2. Amazons durschnittliches Jahresgehalt liegt bei 28.446 US-Dollar

Amazon teilte mit, dass die durchschnittliche Arbeitnehmervergütung im Jahr 2017 nur 28.446 US-Dollar betrug. Das ist eine weitere Zahl, die Amazon diese Woche zum ersten Mal bekannt gegeben hat, bedingt dadurch, dass eine neue SEC-Regel nun von allen Unternehmen verlangt, den Unterschied im Gehalt zwischen dem CEO und den Mitarbeitern zu melden.

Die Zahl basiert auf den Gehältern der derzeit 560.000 Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten von Amazon, laut dem Brief von Bezos. Allerdings scheint die niedrige Zahl immer noch darauf hinzudeuten, dass Amazon hauptsächlich von den Mitarbeitern des Fulfillment-Centers betrieben wird. Eine aktuelle Stellenausschreibung für einen Teilzeitmitarbeiter von Amazon in Indiana besagt, dass er 12,75 US-Dollar pro Stunde verdienen kann.

Unterdessen verdiente Bezos 1,68 Millionen US-Dollar im Jahr 2017 dank eines niedrigen Gehalts von 81.840 US-Dollar und 1,6 Millionen US-Dollar an Sicherheitskosten, die Amazon für ihn bezahlt hat. Im letzten November erreichte das Nettovermögen von Bezos 100 Milliarden US-Dollar, also ihm geht es auch ohne dreistelliges Gehalt gut.

3. Amazon gewinnt in Indien

Amazon.in wurde vor etwa fünf Jahren gegründet und ist bereits der am schnellsten wachsende Marktplatz in Indien, laut Bezos. Er zitierte Daten von App Annie, dass Amazon.in im vergangenen Jahr die am häufigsten heruntergeladene App in Indien in der Kategorie Shopping war. Allerdings gab er keine weiteren Zahlen zu den Bemühungen in Indien bekannt.

Das bedeutet nicht, dass Amazon.in bereits den indischen E-Commerce-Riesen Flipkart entthront hat; es bedeutet nur, dass Amazon jetzt schneller wächst als Flipkart. Allerdings startete Flipkart im Oktober 2007, also hatte das Unternehmen etwa fünfeinhalb Jahre friedliches Wachstum, bevor Amazon das Land betrat. Letztes Jahr verlor Flipkart 1,4 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 3 Milliarden US-Dollar.

Flipkart wird dank der Hilfe eines großen Amazon-Rivalen, Wal-Mart, noch viel größer. Nach monatelangen Gesprächen nähert sich Wal-Mart endlich einer Übernahme mit dem Kauf einer Mehrheitsbeteiligung (mehr als 51 %) an Flipkart, um sich einen Vorsprung gegen Amazon in Indien zu verschaffen. Der Deal könnte Ende April zustande kommen und würde Flipkart mit ca. 18 Milliarden US-Dollar bewerten, meldete die New York Times.

Indien wird zu einer Brutstätte für den Wettbewerb unter den Online-Einzelhändlern, da der E-Commerce-Markt des Landes laut Morgan Stanley bis 2026 auf 200 Milliarden US-Dollar wachsen soll, was einem Anstieg von 1.200 % gegenüber den 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 entspricht. Bezos verlor das bevölkerungsreichste Land der Welt, China, an Alibaba, sodass er besonders motiviert ist, Anspruch auf das zweitgrößte Land zu erheben. Bezos hat noch genug Möglichkeiten, um Flipkart zu überhölen.

Den Investoren zu zeigen, dass Amazon.in Fortschritte macht und auf dem Weg ist, Flipkart zu überholen, hilft Bezos, die 5 Milliarden US-Dollar zu rechtfertigen, die Amazon in Indien investiert hat. Das scheint eine potenzielle 200-Milliarden-Dollar-Gelegenheit zu sein.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Dieser Artikel wurde von Natalie Walters auf Englisch verfasst und am 26.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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