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Nokia hatte ein schweres Quartal, legt aber einen optimistischen Ausblick vor

Foto: The Motley Fool.

Nokia (WKN:870737) gab die Ergebnisse für das erste Quartal bekannt, bevor der Markt am 26. April eröffnet wurde. Der Umsatz und das Ergebnis gingen aufgrund der schwachen Entwicklung im Netzgeschäft zurück, was teilweise durch die Zuwächse im Lizenzgeschäft kompensiert werden konnte. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Situation ab der zweiten Jahreshälfte durch die Einführung der 5G-Technologie verbessern wird, und hebt den Ausblick für das Gesamtjahr an, um dieser Erwartung Rechnung zu tragen. Hier ist, was die Investoren dazu wissen müssen.

Nokias Ergebnisse: Die nackten Zahlen

Kennzahl Q1 2018 Q1 2017 Wachstum im Jahresvergleich
Umsatz 4,93 Milliarden EUR 5,39 Milliarden EUR (8,5 %)
Gewinn 83 Millionen EUR 203 Millionen EUR (59,1 %)
Ergebnis pro Aktie 0,02 EUR 0,03 EUR (33,3 %)

Datenquelle: Nokia. Alle Angaben Nicht-IFRS (International Financial Reporting Standards Foundation).

Was ist mit Nokia in diesem Quartal passiert?

  • Der Umsatz von Nokia im Netzgeschäft ist im Vergleich zum Vorjahr um 12 % auf 4,32 Milliarden Euro gesunken (5,23 Milliarden US-Dollar am 26. April 2018). Währungsbereinigt ging der Umsatz nur um 3 % zurück. Im Segment Netze sank der Umsatz mit Ultrabreitbandnetzen um 17 % auf 1,86 Milliarden Euro, der Umsatz mit globalen Diensten um 9 % auf 1,24 Milliarden Euro und der Umsatz mit IP-Netzen und -Anwendungen um 6 % auf 1,3 Milliarden Euro.
  • Die Bruttomarge des Netzgeschäftes sank gegenüber dem Vorjahr um 370 Basispunkte auf 35,8 %, während die operative Marge um 560 Basispunkte zurückging.
  • Die Bruttomarge des Netzgeschäftes wurde durch ungünstige regionale und Produktmixe sowie Wechselkursschwankungen beeinflusst.
  • Der Umsatz von Nokia Technologies stieg gegenüber dem Vorjahr um 48 % auf 365 Millionen Euro. Die Bruttomarge betrug 97,3 %, 260 Basispunkte mehr als im Vorjahr, während die operative Marge 75,1 % und damit 2.810 Basispunkte mehr betrug.
  • Innerhalb des Segments Technologies entfielen 349 Millionen Euro auf die Patent-, Marken- und Technologielizenzen, während 16 Millionen Euro auf den Bereich digitale Gesundheit entfielen. Das Unternehmen prüft derzeit strategische Optionen für das digitale Gesundheitsgeschäft.
  • Der Umsatzanstieg im Bereich Technologies ist auf die wiederkehrenden Umsätze im Zusammenhang mit den im Jahr 2017 abgeschlossenen Lizenzverträgen zurückzuführen.
  • HMD Global, Nokias exklusiver Markenlizenznehmer für mobile Geräte, hat auf dem Mobile World Congress vier neue Smartphones der Marke Nokia und ein neues Telefon vorgestellt. Diese Partnerschaft hat der Marke Nokia geholfen, sich im Smartphone-Markt zu erholen.

Nokia hat den folgenden Ausblick gegeben:

  • Eine nicht-IFRS operative Marge zwischen 9 % und 11 % im Jahr 2018 und zwischen 12 % und 16 % im Jahr 2020 – unverändert zum bisherigen Ausblick.
  • Das nicht-IFRS verwässerte Ergebnis je Aktie soll zwischen 0,23 Euro und 0,27 Euro im Jahr 2018 und zwischen 0,37 Euro und 0,42 Euro im Jahr 2020 liegen – unverändert zum bisherigen Ausblick.
  • Es wird erwartet, dass sich das Netzgeschäft im Jahr 2018 und längerfristig besser entwickeln wird als der primär ansprechbare Markt. Die bisherige Prognose sah für dieses Jahr einen Umsatzrückgang im Einklang mit dem ansprechbaren Marktes vor.
  • Nokia sieht den primär ansprechbaren Markt für das Netzgeschäft im Jahr 2018 um 1 % bis 3 % zurückgehen, eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Ausblick, der einen Rückgang von 2 % bis 4 % vorsieht. Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Unternehmen eine Verbesserung der Marktbedingungen, insbesondere in Nordamerika.
  • Das Lizenzgeschäft soll bis 2020 weiterhin jährlich um 10 % wachsen und bis zum Ende dieses Zeitraums eine operative Marge von 85 % erreichen.

Was das Management zu sagen hatte

Nokias Präsident und CEO Rajeev Suri kommentierte den verbesserten Ausblick des Unternehmens wie folgt:

Unsere Zuversicht basiert auf einem starken Auftragseingang und Auftragsbestand im ersten Quartal; unsere End-to-End-Strategie ist bei den Kunden gut angekommen, was zu einer starken Cross-Selling-Aktivität und einer Verdoppelung der Multi-Business-Gruppen-Pipeline gegenüber dem Vorjahr führt; wir haben klare 5G-Geschäfte in Aussicht für große kommerzielle Rollouts in den USA in der zweiten Jahreshälfte; und wir setzen unsere Diversifizierungsstrategie erfolgreich um, mit anhaltend zweistelligem profitablem Wachstum bei Unternehmens- und Web-Kunden.

Suri versicherte den Investoren auch, dass der Rückgang der Bruttomarge im Netzgeschäft während des Quartals kein Grund zur Sorge sei.

„Während unsere Bruttomarge im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr zurückging, sind die Hauptgründe dafür – Regionales und Produktmix – weitgehend temporärer Natur und werden sich voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 verbessern“, sagte Suri. „Es ist auch wichtig zu verstehen, dass wir keine signifikante Verschlechterung der Margen auf der Ebene des Gesamtprodukts festgestellt haben.“

Ein Blick in die Zukunft

Während Nokia im ersten Quartal einen starken Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnete, deutet der verbesserte Ausblick für 2018 darauf hin, dass sich die Bedingungen im Laufe des Jahres verbessern werden. Die langfristige Perspektive von Nokia blieb unverändert, da die Nachfrage nach der 5G-Netzwerktechnologie bis 2020 ein deutliches Gewinnwachstum erwarten lässt.

Auch das zweite Quartal wird voraussichtlich schwach ausfallen, wobei Suri darauf hinweist, dass die Investitionen im Zusammenhang mit 5G notwendig sein könnten, um die Annahme zu erhöhen. Es wird erwartet, dass sich der Markt in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt und ab 2019 großflächige kommerzielle Rollouts durchgeführt werden.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und am 26.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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