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NVIDIA: Wie die Tegra Prozessorlinie im Geschäftsjahr 2018 performt hat

Foto: Getty Images

Seit Jahren baut der Grafikchiphersteller NVIDIA (WKN:918422) eine Prozessorenreihe namens Tegra. Die Tegra-Chips werden als Systems-on-a-Chip oder SoCs bezeichnet, was bedeutet, dass sie die meisten wichtigen Funktionen – wie Prozessorkerne, Grafikprozessoren und andere Beschleuniger – auf einem einzigen Chip vereinen.

NVIDIA hatte die Tegra Prozessoren ursprünglich auf Anwendungen wie Smartphones und Tablets ausgerichtet, aber die Chips waren dort letztlich nicht erfolgreich. Der Fokus bei Tegra verlagerte sich dann in Richtung Automotive-Anwendungen (z.B. Infotainment-Systeme im Fahrzeug) sowie Gaming-Geräte wie Konsolen.

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Im letzten Geschäftsjahr (2018) berichtete NVIDIA, dass der Umsatz seiner Tegra Prozessoren im Vergleich zum Vorjahr um 86 % auf 1,53 Milliarden Dollar gestiegen ist. Das war ein Zuwachs gegenüber dem Wachstum von 47 % im Geschäftsjahr davor. Was aber diesen Anstieg verursacht?

Der Switch-Effekt

Nintendos (WKN:864009) äußerst populäre Handheld-Konsole, die Nintendo Switch, wird von einer angepassten Version des NVIDIA Tegra X1-Prozessors angetrieben.

Dank des Erfolgs der Nintendo Switch konnte NVIDIA den Umsatz „mit SOC-Modulen für Spieleplattformen und Entwicklungsdienstleistungen“ im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 300 % steigern.

Dies ist nicht allzu überraschend, wenn man bedenkt, dass Nintendo in seinem ersten Jahr auf dem Markt 14,8 Millionen Exemplare der Nintendo Switch ausgeliefert hat und die Aussichten für die Konsole positiv erscheinen. Denn Nintendo bringt ständig neue First-Party-Titel auf den Markt, und auch Drittanbietern wollen ihr geistiges Eigentum auf die Plattform bringen.

NVIDIA war schlau, zusammen mit Nintendo an der Switch zu arbeiten, da diese Kollaboration dem Tegra-Prozessorgeschäft von NVIDIA neues Leben eingehaucht hat.

Absatz für Automobilbereich nimmt zu

Ein weiterer Bereich, in dem NVIDIAs Tegra-Prozessorfamilie Erfolg hat, ist der Automobilmarkt, der Infotainment-Lösungen im Fahrzeug antreibt. Der Absatz von Tegra Prozessoren in der Automobilindustrie wuchs nach Angaben des Unternehmens im Geschäftsjahr 2018 um 15 % „vor allem durch Infotainment-Module, DRIVE PX-Plattformen und Entwicklungsverträge für selbstfahrende Fahrzeuge“, wie es im Bericht heißt.

Die Sache mit den Infotainment-Modulen ist einfach zu verstehen, aber die anderen beiden Dinge sind es vielleicht nicht.

DRIVE PX ist der Marketingname für NVIDIAs selbstfahrende Fahrzeugplattformen. Diese Plattformen enthalten häufig sowohl NVIDIA Tegra Prozessoren als auch NVIDIAs eigenständige Grafikprozessoren. NVIDIA hat allerdings signalisiert, dass man im Laufe der Zeit die Leistung der Tegra Prozessoren steigern will, um die Notwendigkeit der eigenständigen Grafikprozessoren zu eliminieren.

Heute wird DRIVE PX eher für die Entwicklung als für den Einsatz eingesetzt, da die selbstfahrende Fahrzeugtechnik selbst noch in der Entwicklung steckt. Die Hoffnung ist jedoch, dass die Chips von NVIDIA autonome Fahrzeuge mit Strom versorgen, sobald diese dann in Serie gehen. Das dürfte zu einem deutlichen Anstieg des Tegra-Prozessorumsatzes für NVIDIA führen.

Und schließlich spricht NVIDIA von „Entwicklungsvereinbarungen“ in Bezug auf die Umsatzsteigerung des Tegra-Prozessors. NVIDIA verhält sich ziemlich vage, was solche Vereinbarungen mit sich bringen, ich denke mal, dass Kunden (darunter wahrscheinlich Automobilhersteller mit autonomen Fahrzeugen) NVIDIA für die Entwicklung von Hard- und Software bezahlen, um diese Fahrzeuge zu gestalten und die Pläne in die Tat umzusetzen.

Die Dynamik des Tegra-Geschäfts

Obwohl die Bemühungen von NVIDIA in der Presse auf viel Resonanz stoßen (vor allem wohl, weil autonome Fahrzeuge und künstliche Intelligenz heutzutage sehr populäre Schlagworte sind), scheint vor allem der Chipverkauf an Nintendo wichtig zu sein.

Die gute Nachricht für NVIDIA ist, dass der Nintendo Switch eine sehr erfolgreiche Konsole ist. Wenn man bedenkt, wie gut die Partnerschaft zwischen NVIDIA und Nintendo läuft, wäre ich nicht überrascht, wenn NVIDIA Chips auch für zukünftige Konsolen von Nintendo liefern würde.

Das Hauptrisiko für NVIDIA besteht darin, dass die Erfolge und Misserfolge von Spielkonsolen nicht richtig vorhersehbar sind. So war die Nintendo Wii einst ein großer Erfolg, aber die Folgekonsole, die Wii-U, galt weithin als Flop (in manchen Rechnungen hat die Switch bereits die Verkaufszahlen der Nintendo Wii-U übertroffen). Wenn Nintendo es nicht schafft, auf die Switch ein weiteres gut verkaufendes Produkt hinzubekommen, könnte auch das Tegra-Prozessorgeschäft von NVIDIA darunter leiden.

Aufträge in der Auto-Branche hingegen sind in der Regel sehr konstant. Hat man also einmal ein Design gewonnen, kann ein Lieferant auf einen stetigen Strom von Einnahmen aus diesem Design für die kommenden Jahre zählen. Darüber hinaus ist NVIDIA nicht auf den Verkauf an einen einzelnen Autohersteller angewiesen – man bietet Infotainment-Module für viele Automobilhersteller, was das Risiko reduziert.

Für die Zukunft heißt das: NVIDIA wird sich wohl stark an Nintendo hängen und gleichzeitig erhebliche Ressourcen für den Ausbau des Geschäfts mit Automobilchips bereitstellen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia.

Dieser Artikel von Ashraf Eassa erschien am 25.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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