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Mit diesen goldenen Regeln kennen Investmentgenies die Zukunft des Aktienmarktes

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Es werden täglich riesige Mengen an Tinte oder Rechenleistung verschwendet, um das stetige Auf und Ab an der Börse zu kommentieren.

Ich sage bewusst verschwendet, denn so wirklich weiß niemand, was kurzfristig Sache ist. Langfristig kann man hingegen recht gut vorhersagen, wie sich die Aktienmärkte entwickeln werden.

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Einige der großen Investmentgenies haben dabei ziemlich originelle Herangehensweisen entwickelt, um die langfristige Zukunft des Aktienmarktes erkennen zu können. Mit diesen Methoden können sie die zukünftige Entwicklung am Aktienmarkt vorhersagen.

Jeremy Siegel stellt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf den Kopf

Jeremy Siegel ist ein bekannter Finanzprofessor, der den Klassiker Stocks for the Long Run geschrieben hat. Wie man schon am Titel seines Werkes erkennt, interessiert er sich vor allem dafür, wie sich die Märkte langfristig entwickeln.

Er hat im Laufe seiner Forschung eine interessante Methode entdeckt, um eine Vorhersage diesbezüglich treffen zu können. Siegel hat herausgefunden, dass es oftmals hilft, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Aktienmarktes umzudrehen. Das Gewinn-Kurs-Verhältnis deckt sich mit der Gewinnrendite.

Die Forschung von Siegel hat gezeigt, dass amerikanische Aktien seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine inflationsbereinigte Rendite von 6,7 % gebracht haben. Das langfristige KGV lag bei 15, was einer Gewinnrendite von 6,7 % entspricht. Mit der Gewinnrendite konnten also zukünftige Renditen genau vorhergesagt werden.

Das macht letztendlich auch Sinn, schließlich könnte man sich als Gedankenspiel vorstellen, dass Unternehmen einfach ihren gesamten Gewinn als Dividende auszahlen. Dann wären Gewinnrendite und Dividendenrendite gleich. Dass man langfristig eine Rendite in Höhe der aktuell theoretisch höchstmöglichen Dividendenrendite (wenn der gesamte Gewinn ausgezahlt wird) bekommt, macht ziemlich viel Sinn.

Warren Buffett denkt nur in sehr groben Maßstäben

Viele denken, dass Warren Buffett ein ganz bestimmtes Werkzeug hat, um den Aktienmarkt zu bewerten. Das liegt daran, dass er 2001 einmal das Verhältnis zwischen Gesamtwert des amerikanischen Aktienmarktes und dem Bruttoinlandsprodukt als besten Indikator für die aktuelle Bewertung von Aktien bezeichnet hat.

Seitdem stürzen sich viele auf diese Kennzahl und denken, dass sie damit Buffetts Gedanken lesen können. Dabei hat er sowohl damals als auch noch einmal vor wenigen Jahren zugegeben, dass dieser Indikator nur eingeschränkte Nützlichkeit hat. Viele andere Faktoren müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Deswegen überlegt sich Warren Buffett auch nur, ob Aktien gerade sehr grob zu vernünftigen Preisen gehandelt werden. Er spricht dabei von einer „Zone of Reasonableness“. Nur zweimal war er sich bisher sicher, dass Aktien wirklich überteuert waren, einmal als die „Nifty Fifty“-Blase in den 1960er-Jahren Qualitätsaktien überteuert werden ließ, und einmal während der Dotcom-Blase. Während der Bärenmärkte der inflationsgeplagten 1970er-Jahre und nach der Finanzkrise war er sich hingegen sicher, dass Aktien irrational günstig waren.

Als Buffett dieses Jahr im Januar interviewt wurde, war er der Ansicht, dass Aktien mit einem Blick auf die niedrigen Zinsen noch immer nicht überteuert seien.

Am besten lässt sich Warren Buffetts Meinung mit den folgenden Worten von ihm zusammenfassen:

„Es gibt eine große Spannbreite, die als vernünftig gelten kann. Wer denkt, er kann dafür einen exakten Wert finden, ist verrückt.“

Ron Baron sieht Bruttoinlandsprodukt und Dow Jones im Gleichschritt

Der legendäre Fondsmanager Ron Baron hat eine recht ungewöhnliche Art, die Zukunft des Aktienmarktes vorherzusagen.

Seiner Ansicht nach befinden sich der amerikanische Index Dow Jones und das amerikanische Bruttoinlandsprodukt im Gleichschritt. Letztes Jahr merkte er an, das amerikanische BIP habe 1960 520 Mrd. US-Dollar betragen und der Dow Jones sei bei einem Zählerstand von 600 gestanden, und 2017 habe das BIP 19.950 Mrd. US-Dollar betragen, während der Dow Jones bei 20.500 gestanden sei. Nominal wuchsen die amerikanische Wirtschaft also um 6,7 % (davon war viel Inflation) und der Dow Jones um 6,3 % pro Jahr.

Letztes Jahr sagte Baron in einem Interview, dass er bis 2030 eine Verdoppelung des nominalen amerikanischen BIP wie auch des Aktienmarktes erwarte.

Alles, bloß kein Market Timing

Ungeduldige Investoren werden diese verschiedenen Arten, die Zukunft des Aktienmarktes vorherzusagen, wahrscheinlich nur begrenzt für nützlich halten, schließlich eignen sie sich nur für eine sehr langfristige Sichtweise. Die Herangehensweisen sind sehr unterschiedlich, aber sie haben alle gemeinsam, dass Market Timing damit nicht möglich ist.

Wer allerdings langfristig denkt und sich an diesen goldenen Regeln orientiert, kommt zu dem Schluss, dass die diesjährigen Rekorde von Dow Jones und S&P 500 erst der Anfang sind.

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