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Liebst du oder hasst du es? Es kommt darauf an, wie man es sieht.

Foto: Getty Images

Liebe Foolishe Investoren,

Anfang der Woche las ich im Wall Street Journalüber den Anstieg der Ölpreise im vergangenen Jahr.

Vor einem Jahr betrug der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl nur knapp 50 US-Dollar pro Barrel. Heute sind es fast 70 US-Dollar.

Schlechte Nachrichten? Gute Nachrichten? Es kommt wirklich darauf an, aus welcher Warte man das betrachtet.

Wenn du bei einem Öl- und Gasunternehmen oder einem Unternehmen, das in erster Linie für Energieunternehmen arbeitet, beschäftigt bist oder sein willst, dann ist das eine gute Nachricht. Wenn du ein Auto hast, das aufgetankt werden muss, dann ist das eine schlechte Nachricht. Wenn du ein Investor in Öl- und Gasaktien oder ETFs bist, dann ist das eine gute Nachricht. Wenn du bei einem Unternehmen investiert bist, das viel Benzin benötigt – wie eine Fluggesellschaft – oder Benzin-Nebenprodukte für den Betrieb, dann sind diese Nachrichten nicht so positiv.

Das ist eine gute Erinnerung daran, dass es nur wenige Dinge auf den Finanzmärkten gibt, die eine ganz einfache Erklärung haben. Oft sind es gleichermaßen gute und schlechte Nachrichten.

Ähnliches könnte man über den Strom von Ertragsdaten sagen, der den Markt – vor allem aus den USA – überschwemmt. Es scheint eine gute Nachricht zu sein. Viele Unternehmen haben die Gewinnerwartungen deutlich übertroffen, und insgesamt wird für die Unternehmen des S&P 500 ein Gewinnwachstum von 17 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Dennoch sind die Weltmärkte in den letzten Tagen weitgehend gesunken.

Die Geschäftsergebnisse schienen eine gute Nachricht zu sein. Bis man merkt, dass die Bewertung der meisten Weltmärkte – und hier sind es vor allem die USA – ziemlich hohe Erwartungen eingepreist hat. Hier steht aber auch mehr auf dem Spiel. Damit die positive Stimmung noch mal steigt, müsste es noch rosigere Wachstumserwartungen geben. Und das ist etwas, das wir nicht wirklich bekommen haben, besonders von bestimmten Firmen …Caterpillar zum Beispiel.

Dabei geht es weniger darum, auf welcher Seite eines Themas man sitzt, als vielmehr darum, wie man die Realität im Vergleich zu den Erwartungen betrachtet. Die Realität des starken Wachstums – was wie eine gute Nachricht schien – entsprach der Erwartung eines starken Wachstums und noch stärkerer Prognosen, was dazu führte, dass die Anleger insgesamt unbeeindruckt waren.

Es ist nicht so, dass Investitionen so kompliziert sind. Es gibt Komplexitäten, aber sie können von jemandem, der bereit ist, sich auf das Thema zu konzentrieren, entwirrt werden.

Der entscheidende Faktor ist immer das Denken auf zweiter Ebene.

Die Denker der ersten Ebene konzentrieren sich auf die „offensichtliche“ Antwort. Liegt der S&P 500 17 % über dem Vorjahr? Das sind tolle Neuigkeiten! Und das ist die erste Stufe des Denkens.

Natürlich musst du erkennen, wie oberflächlich das ist. Aber dann musst du auch darüber hinausdenken. Und manchmal sogar auf eine dritte oder vierte Ebene! Das macht dich zu einem großartigen Investor.

Schauen wir uns die Top-Artikel von Fool.de der letzten Woche an.







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