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Ziemlich beste Zweckfreundschaft: Amazon und Best Buy bauen Partnerschaft aus

Foto: The Motley Fool.

Nachdem Amazon.com (WKN:906866) Best Buy (WKN:873629) fast an den Rand des Bankrotts gebracht hat, konnte sich der Elektronikhändler wieder so weit vorkämpfen, dass die beiden mittlerweile nicht nur nebeneinander klarkommen, sondern oft sogar zusammenarbeiten.

Die Beziehung ist derzeit so weit gediehen, dass Amazon und Best Buy gerade einen exklusiven Deal bekannt gegeben haben: Best Buy vertreibt in seinen Läden den Amazon Fire TV und wird als Tausch auf der Seite von Amazon als ein Händler geführt. Anders gesagt: Die Plattform, die Best Buy vor noch nicht allzu langer Zeit an den Abgrund gebracht hat, sorgt jetzt dafür, dass die Absätze wachsen.

Noch nicht ganz K.O.

Best Buy hatte ein großes Problem: Kunden kamen in die Läden, probierten die elektronischen Geräte aus – um sie dann woanders online zu kaufen. Vor fünf Jahren kauften fast die Hälfte aller Elektronik-Kunden die Produkte online, nachdem sie das Produkt in einem Geschäft ausprobiert hatten. TV-Umsätze waren bei Best Buy eines der schlechtesten Segmente.

Aber der Elektronikhändler hat sich angepasst und die Online-Preise runtergefahren. Man schuf auch Partnerschaften mit Tech-Riesen wie Microsoft, Samsung, Sony und Alphabets Google, um Store-in-Store-Boutiquen zu gründen, die die Größe und den Umfang ihrer Geschäfte nutzen.

Best Buy hat in hohem Maße von diesen Partnerschaften profitiert, da andere US-Elektronikhändler wie etwa Circuit City, hhgregg und auch RadioShack in Konkurs gingen oder dichtgemacht wurden. Das bedeutete, dass die Technologieunternehmen nur wenige Alternativen zur Verfügung hatten, wenn sie an die Endkunden rankommen wollten. Und Best Buy hat diese plötzlich entstandene Chance durch die Expertise seines sogenannten „Geek Squad Service“ genutzt: Ein Team aus Fleisch und Blut, das jedes Gerät erklären, installieren und reparieren kann.

Amazon.com ist das aufgefallen. Man hat sich mit Best Buy zusammengeschlossen, um Produkte zu verkaufen. Auch schon vor einigen Jahren, als Kindles die Bestseller der E-Commerce-Site waren. Seitdem wurde die Partnerschaft um weitere Amazon-Geräte erweitert, darunter Fire-Tablets und TV-Sticks für Streaming. Neulich kamen noch Displays für die Alexa-fähige Smart-Home-Kollektion von Amazon hinzu. Ist es sinnvoll, dem großen Konkurrenten so viel Platz einzuräumen? Nun, Best Buy nutzte die Gelegenheit, die Verkäufe in den Geschäften zu steigern. Der Umsatz stieg im Jahr 2017 um 7 %, der vergleichbare Filialumsatz um 5,6 %.

Smart TVs sind vielleicht erst der Anfang

Nun aber gehen Amazon und Best Buy noch einmal eine engere Beziehung ein. Im ersten Schritt des Deals wird Best Buy ab diesem Sommer über zehn verschiedene Smart TVs von Toshiba und Best Buys Eigenmarke Insignia verkaufen. Die neuen Smart TVs sind mit Amazons Fire TV ausgestattet und erweitern die Möglichkeiten eines Fire TV-Sticks. So kann man dann am TV etwa Live-TV- oder Streaming-Inhalte von Netflix, Prime Video und HBO sehen, den Fernseher mit verschiedenen Geräten verbinden und dank Alexa nach Inhalten suchen. Gleichzeitig wird Best Buy dann als Händler auf der Website von Amazon geführt und erhält die Exklusivrechte für den Verkauf von Amazon Fire TVs.

Es wirkt so, als würde Amazon mehr von dieser Partnerschaft haben. Aber: Best Buy ist jetzt ein Händler auf Amazon und kann die Fire-TVs exklusiv vertreiben. Wenn also ein Kunde den TV bei Best Buy im Laden testet und dann online via Amazon bestellt, wird auf die Seite von Best Buy umgeleitet. (TVs von Toshiba werden aber auch bei Toshiba direkt erhältlich sein.)

Natürlich gibt es keine Garantie, dass es plötzlich eine erhöhte Nachfrage nach Amazon Smart TVs geben wird, so dass der Verkauf vielleicht nicht unbedingt gleich ins Unermessliche steigt. Aber Best Buy wird immer noch in der Lage sein, solche Geräte von anderen Herstellern zu verkaufen. Anleger jedoch waren schnell besorgt, dass Roku mit seinen Smart TVs, die bei Best Buy verkauft werden, das Nachsehen haben wird, aber wer weiß – vielleicht gibt es noch genügend Nachfrage.

Best Buy hat auf die Bedrohung Amazon sehr gut und klug reagiert. Dank der Geek Squad hat man sich vielleicht sogar einen Vorteil erarbeitet. Es ist klar, dass Amazon den Elektronikhändler als gleichwertig anerkennt, und beide scheinen das Sprichwort zu befolgen, dass man seine Freunde nah, die Feinde aber noch enger an sich binden soll. Und für taktische Freundschaften gilt das vielleicht noch einmal ein Stückchen mehr.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon und Netflix.

Dieser Artikel von Rich Duprey erschien am 24.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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