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Wie Indien die Zukunft von Amazon gestalten könnte

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Indiens zunehmende wirtschaftliche Größe macht das Land attraktiver als andere Entwicklungsländer. Die Daten von Bloomberg deuten darauf hin, dass ausländische institutionelle Investoren allein im März 2,06 Milliarden US-Dollar in den indischen Aktienmarkt gepumpt haben, weit vor den 259 Millionen US-Dollar, die das zweitplatzierte Südkorea einbrachte.

Wie sich herausstellt, gingen 40 % der ausländischen Mittel in zwei neue Börsengänge, die letzten Monat auf dem indischen Markt gelistet wurden, was darauf hindeutet, dass die Welt die boomende indische Wirtschaft, die laut dem Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr voraussichtlich um 7,4 % wachsen wird, nicht verpassen will.

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Indiens Wirtschaft wird sich so schnell nicht verlangsamen – HSBC schätzt, dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im nächsten Jahr auf 7,6 % beschleunigen wird. Der spannendere Teil ist jedoch, dass die indische Wirtschaft laut einer Harvard-Studie bis 2025 ein solides jährliches BIP-Wachstum von 7,72 % verzeichnen wird.

Damit liegt Indien weit vor Chinas prognostiziertem BIP-Wachstum von 4,41 % bis 2025 und ist damit für amerikanische Unternehmen attraktiv. Kein Wunder, dass Cisco (WKN:878841), Amazon (WKN:906866) und Microsoft (WKN:850747) aggressiv in Indien investiert haben, um neue Technologietrends zu erschließen, die die Zukunft des Landes prägen könnten. Schauen wir das einmal genauer an.

Ein „intelligentes“ Indien ermöglichen

Der indische Premierminister Narendra Modi hat die frühe Einführung von Smart Cities zu seinem Lieblingsprojekt gemacht und die lokalen Regierungen ermutigt, öffentlich-private Partnerschaften (PPP) einzugehen, um in diesem Bereich innerhalb des nächsten Jahres konkrete Ergebnisse zu erzielen. Das für Indiens Smart-Cities-Mission zuständige Ministerium hat Projekte im Wert von fast 5 Milliarden US-Dollar in 60 indischen Städten nach dem PPP-Modell vorgesehen.

Das sind tolle Neuigkeiten für Cisco. Der Netzwerkriese hat dank Indiens Smart-City-Vorstoß bereits jede Menge verdient. Der Gewinn aus dem Indien-Geschäft für das Geschäftsjahr 2016 hat sich dank intelligenter Städte vervierfacht, der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 41 % auf über 1 Milliarde US-Dollar. Im Vergleich dazu stieg der Umsatz von Cisco in Indien im Jahr 2015 nur um 9 %.

Cisco plant, die 2-Milliarden-Dollar-Grenze in Indien zu knacken, Da trifft es sich gut, dass die Regierung das Smart-City-Projekt vor den Parlamentswahlen im nächsten Jahr vorantreiben möchte. Cisco hat bereits Verträge in mehr als einem Dutzend Städten abgeschlossen, um eine Smart-City-Infrastruktur zu ermöglichen.

Aber das Unternehmen setzt nicht alles auf dieses Projekt. Cisco hat auch den schnell wachsenden digitalen Bildungsmarkt Indiens im Visier, der derzeit schätzungsweise 2 Milliarden US-Dollar wert ist und in den nächsten drei Jahren jährlich um 11 bis 12 % wachsen soll. Um diese Chance zu nutzen, hat Cisco 3.000 Partner ins Boot geholt, um die digitalen Lernlösungen des Unternehmens in ganz Indien zu verkaufen.

Cisco hat den Einstiegspreis für diese Lösungen niedrig gehalten. Für ungefähr 3 US-Dollar pro Monat kann ein Student Zugang zu den Produkten von Cisco erhalten, die bei Dingen wie der Zusammenarbeit von Lehrern und Schülern an verschiedenen Orten helfen. Solche Preise können das Bestreben von Cisco, in Indiens Colleges und Universitäten einzuziehen, fördern, da die Bildungseinrichtungen dieses Abonnement einfach zu den bestehenden Gebühren hinzufügen könnten.

Es kann also nicht lange dauern, bis das Land einen beträchtlichen Teil des Gesamtumsatzes des Unternehmens beisteuert.

Die Möglichkeiten des E-Commerce

Indiens schnell wachsender E-Commerce-Markt könnte eine Goldmine für Amazon sein. Morgan Stanley schätzt, dass die Online-Einzelhandelsumsätze im Land von nur 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf 200 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 steigen werden. Selbst dann wird der E-Commerce nur 12 % des gesamten indischen Einzelhandelsmarktes ausmachen.

Es überrascht nicht, dass Amazon Geld in den indischen Markt gepumpt hat, um die Vormachtstellung des Unternehmens gegenüber dem lokalen Rivalen Flipkart, der angeblich von Wal-Mart übernommen werden soll, zu festigen.

Flipkart hat sich schnell eine Basis aufgebaut, um gegen die Finanzkraft von Amazon zu bestehen. Das Unternehmen hat kürzlich angekündigt, dass es eine integrierte Logistikanlage mit einer Fläche von 4,5 Millionen Quadratfuß einrichten wird, um die  Infrastruktur zu stärken, und das Geld von Wal-Mart könnte ihm die dringend benötigten finanziellen Mittel dazu verschaffen.

Aber da Amazon Amazon ist, wird das Unternehmen Indien nicht so einfach aufgeben. Das Unternehmen hat auf Strategien wie die Senkung der Verkäufergebühren um bis zu 70 % in Kategorien wie Lebensmittel und Bekleidung zurückgegriffen. Damit können indische Händler ihre Waren international verkaufen und sich Märkte wie Australien, Kanada, die USA und mehrere europäische Länder erschließen, indem sie Artikel in bis zu 11 Länder versenden. Diese Möglichkeit für grenzüberschreitende Verkäufe wird ein großer Anreiz für indische Verkäufer sein.

Eine Führungskraft von Amazon wies kürzlich darauf hin, dass Händler, die weltweit verkaufen, doppelt so stark wachsen wie diejenigen, die sich ausschließlich auf den heimischen Markt konzentrieren. Amazon könnte die globale Präsenz des Unternehmens leicht nutzen, um mehr Verkäufer zu werben und den Druck auf Flipkart zu erhöhen, das einen solchen Vorteil nicht bieten kann.

Solche Strategien dürften das ohnehin schon beeindruckende Wachstum von Amazon in Indien noch weiter ankurbeln. Im Geschäftsjahr 2017 verzeichnete der amerikanische E-Commerce-Riese ein Umsatzwachstum von 105 % und einen Gewinnsprung von 41 % auf 485,5 Millionen US-Dollar in Indien. Es ist daher keine Überraschung, wenn Amazon diese enorme Dynamik aufrechterhält, da das Unternehmen sich in der Lage sieht, Indiens E-Commerce-Revolution anzuführen.

Die digitale Transformation

Der Software-Riese Microsoft befindet sich in Indien bereits in einer soliden Phase und verzeichnete in den vergangenen zwei Geschäftsjahren ein enormes Wachstum. Im Jahr 2016 stieg der Umsatz von Microsoft in Indien aufgrund der starken Softwareverkäufe im Einzelhandel um fast 49 % gegenüber dem Vorjahr.

Im Jahr 2017 stieg der Umsatz von Microsoft in Indien dank eines 33-prozentigen Anstiegs der Softwareverkäufe um weitere 30 %. Mit Blick auf die Zukunft sollten sich diese Zahlen dank der jüngsten Strategie des Unternehmens, die auf die digitale Transformation des Landes abzielt, noch einmal verbessern. Eine kürzlich von Microsoft durchgeführte Umfrage ergab, dass indische Unternehmen in den kommenden Jahren Technologien wie Cloud Computing, künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) einsetzen wollen.

Microsoft behauptet, dass man in Indien wichtige Bereiche wie Produktivität, Kundenservice und Gewinnmargen bis 2020 um mindestens 40 % verbessern will, indem man auf neue Technologien setzt – Innovationen, die das BIP des Landes voraussichtlich um 154 Milliarden US-Dollar erhöhen werden. Der Softwarespezialist hat sich entschlossen, die digitale Transformation Indiens durch den Ausbau des Partner-Ökosystems voranzutreiben.

Microsoft hat derzeit 9.000 Partner in 250 Städten in Indien, die die Softwarelösungen des Unternehmens in ihren Unternehmen einsetzen. Das Unternehmen richtet seine Energie nun auf eindrucksvolle Partnerschaften in den Bereichen IoT, KI, die Blockchain-Technologie, große Datenmengen und andere, um diese neuen Technologietrends zu nutzen.

Das Unternehmen hat bereits 650 Partner bei der Bereitstellung von IoT und kognitiven Diensten, darunter große Namen wie der Mitfahrgigant Ola und Flipkart. Ola zum Beispiel nutzt AI und IoT, um den Fahrgästen maßgeschneiderte digitale Erlebnisse zu bieten. Flipkart nutzt die KI von Microsoft zur Bilderkennung, um Kunden mehr Informationen über ein bestimmtes Produkt zu geben und so das Einkaufserlebnis zu verbessern.

Die Bemühungen von Microsoft, die digitale Transformation Indiens zu nutzen, dürften dazu beitragen, das dortige Umsatzwachstum weiter zu stärken.

Das Urteil

Alle drei amerikanischen Technologieriesen verzeichnen bereits ein beeindruckendes Wachstum in diesem aufstrebenden Markt. Aber der wichtigere Punkt ist, dass sie Bereiche mit großem Potenzial nutzen, was bedeutet, dass Cisco, Amazon und Microsoft diesen Markt für eine sehr lange Zeit nutzen könnten.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet bei LinkedIn und ist im Vorstand von Motley Fool. LinkedIn ist ein Tochterunternehmen von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. The Motley Fool empfiehlt Cisco Systems.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 25.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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