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Wie Amazon Indien knacken will

Foto: The Motley Fool.

Amazon.com (WKN:9906866) ist der dominante E-Commerce Anbieter auf dem US-Markt – es hat im Jahr 2017 44 % der inländischen Online-Umsätze auf sich vereinigt, die etwa 4 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes des Landes ausmachen. Und in den letzten Jahren hat das Unternehmen seine Anstrengungen intensiviert, um diesen Erfolg im internationalen Geschäft zu wiederholen.

Ein Land, an dem Amazon besonders interessiert scheint, ist Indien. Angesichts seiner mehr als 1,3 Milliarden Einwohner, ist es einfach zu erkennen, warum — insbesondere da zwei Drittel der Bevölkerung unter 35 Jahre alt sind, eine Demografie, die sowohl technologisch versiert ist als auch erst noch in ihre besten Jahre kommt.
Dank der weit verbreiteten Verfügbarkeit von preiswerten Smartphones und billigen Datentarifen, verfügt Indien über die zweitgrößte Population von Internetnutzern weltweit.

Mit diesem Wissen in der Hinterhand zieht Amazon alle Register, um in Indien voranzukommen, und das Unternehmen hat einen neuen Weg gefunden, um die Verbraucher dort für sich zu gewinnen.

„Internet“ für jedermann

Amazon hat einen mobilen Webbrowser für Android-Handys in Indien entwickelt, der einfach „Internet“ genannt wird. Der Browser soll „extra klein“ sein, nur sehr wenig Smartphone-Speicher beanspruchen und auch weniger Daten verbrauchen als andere Browser — Funktionen, die Amazon für verlockend hält, da sie das Äquivalent eines zusätzlichen Internetzugangs ohne zusätzliche Kosten bietet. Die App verpflichtet sich auch, die Privatsphäre der Benutzer zu schützen, ein offensichtlicher Seitenhieb auf die jüngsten Enthüllungen in der Technologiebranche.

Ein Sprecher von Amazon Indien gab diese Details in einem Interview mit Quartz bekannt:

Die Amazon Internet App ist für Android Smartphone-Nutzer in Indien konzipiert. Die App bietet eine kleine Anwendungsgröße, so dass die Nutzer Speicherplatz für ihre Lieblingsvideos, Musik und andere Anwendungen haben, und es erfordert nur wenige Berechtigungen, um die Privatsphäre des Nutzers zu schützen. Konkret handelt es sich um einen kompakten, webview-basierten mobilen Browser, der höhere Bandbreiteneinsparungen, eine geringe Anwendungsgröße und kürzere Seitenladezeiten bietet.

Der Data-Light-Browser richtet sich anscheinend an Verbraucher mit Mobiltelefonen der unteren Preisklasse, die weniger Speicherplatz und Arbeitsspeicher, sowie langsamere mobile Internetverbindungen haben.

Die Heimmannschaft hat die Nase vorn

Der Kampf um Indiens E-Commerce-Krone wird immer heftiger. Der Top-Spieler ist der einheimische Anbieter Flipkart, der speziell bei den Online-Verkäufen von Kleidung dominiert – aber Amazon ist Flipkart auf den Fersen. Während Amazon in den größten Städten Fortschritte gemacht hat, sind kleinere Märkte immer noch Flipkart-Territorium. Mit der neuen Browser App will Amazon in Gebieten vorankommen, in denen die Mobilfunknetze langsamer sind.

Die führende Position von Flipkart hat das Unternehmen offenbar zu einem verlockenden Übernahmeziel gemacht. In den letzten Wochen kursierten Gerüchte über einen Bieterkrieg, der angeblich zwischen Amazon und Wal Mart (WKN:860853) ausgebrochen ist, um eine Mehrheitsbeteiligung an dem indischen Platzhirsch zu erwerben.

Berichten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, steht Walmart kurz davor einen Deal zu abzuschließen, der dem Unternehmen bereits in der nächsten Woche einen Anteil von 51 % an Flipkart verschaffen könnte. Sollte dies der Fall sein, wird Amazon einen noch größeren Anreiz haben, seine Anstrengungen in Indien zu verdoppeln.

Viel zu holen

In Indien steckt die Internetnutzung immer noch in den Kinderschuhen und der E-Commerce beginnt gerade erst. Das bedeutet, dass es dort im kommenden Jahrzehnt einen großen Boom beim Online-Verkauf geben wird, und genau das prognostizieren die Analysten: Während der indische E-Commerce im Jahr 2016 nur 15 Milliarden US-Dollar generierte, wird der Umsatz bis 2026 auf über 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Wenn sich diese Prognose als richtig erweist, wird der E-Commerce zu diesem Zeitpunkt 12 % des gesamten Einzelhandelsvolumens des Landes ausmachen, gegenüber nur 2 % heute.

Indien bietet eine faszinierende Gelegenheit für E-Commerce-Anbieter, und mit mehr als 1 Milliarde Menschen ist es kein Markt, den Amazon bereit ist abzutreten. Der neue mobile Webbrowser des Unternehmens zeigt sowohl die neuen Wege, die es bereit ist, zu gehen, als auch das Engagement, das man gewillt ist einzugehen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. 

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfassst und am 25.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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