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Amazon liefert bis ins Auto – warum?

Foto: Getty Images

Amazon.com (WKN:906866) kann jetzt Pakete direkt ansAuto liefern – wenn man das richtige Auto besitzt.

Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass man sich mit General Motors (WKN:A1C9CM) und Volvo Cars zusammengeschlossen hat, um den Fahrzeughaltern mit bestimmten Anschlussmöglichkeiten im Rahmen des Amazon Key-Programms Lieferungen anzubieten.

Auf den ersten Blick mag das nach einer Lösung klingen, für die es bislang noch gar kein Problem gab. Aber es gibt Leute, für die eine Option wie diese echt Sinn ergeben könnte – und es gibt gute Gründe, warum Amazon und die Autohersteller diesen Service anbieten werden.

Hier mal eine Zusammenfassung

So funktioniert der Amazon Key In-Car-Lieferservice

Die Schlüssel zum neuen Amazon Key In-Car-Angebot sind Services der Hersteller: Der Volvo On Call und das GM OnStar. Diese Connectivity-Services erlauben es dem Autohersteller, den Zugang zum Fahrzeug eines Abonnenten bei Bedarf freizuschalten.

Amazon Prime Mitglieder, die Volvo On Call oder OnStar abonnieren, können die Amazon Key Handy-App herunterladen und ihr Amazon-Konto mit ihrem Volvo- oder GM-Konto verknüpfen. Von dort aus ist es dann einfach: Der Nutzer teilt der App mit, wo sich das Auto befindet, kauft bei Amazon ein und wählt an der Kasse die Lieferoption „im Auto“.

Amazon hat mehrere Sicherheitsebenen eingebaut, die sicherstellen, dass seine autorisierte Lieferperson das richtige Auto bedient und es nur ein einziges Mal freischalten kann. Das Fahrzeug wird nach der Lieferung wieder verriegelt.

Das System funktioniert mit Volvo, Chevrolet, GMC, Buick oder Cadillac ab Modelljahr 2015 mit aktiven Volvo On Call oder OnStar Konten. Es ist in 37 US-Städten verfügbar. Laut Amazon sollen mehr Marken und Modelle im Laufe der Zeit hinzukommen.

Weniger umstritten als der Amazon Key Service?

Im vergangenen Herbst hat der Online-Gigant einen neuen Service namens Amazon Key eingeführt. Abonnenten, die eine spezielle Kamera installiert haben und ihre Häuser abschließen, können anderen Personen einen Zugangscode geben, der den Zugang ermöglicht. Für die Menschen in 37 US-Städten gab es eine weitere Besonderheit: Mitglieder von Amazon Prime können sich dafür entscheiden, einem Amazon-Lieferanten einmaligen Zugang zu ihren Häusern zu gewähren, um dort Sendungen abzulegen.

Für manche Menschen war ein solcher Service in manchen Situationen sinnvoll. Wer beispielsweise in einer Nachbarschaft lebt, in der Pakete gemopst werden, könnte für die Idee einer Lieferung bis in die Wohnung verlockend klingen. Für viele andere klang es natürlich wie ein Schritt zu weit: Will man Amazon wirklich die Schlüssel zum Privatgemach geben, selbst unter den sorgfältig regulierten Umständen, die Amazon verspricht?

Der Aufschrei machte deutlich, dass ein Service wie Amazon Key, wenn er jemals in großem Stil eingeführt werden soll, eine breite Veränderung im Denken der Kunden erfordert. Amazon stellte daraufhin den Key-Service landesweit zur Verfügung, aber – zumindest vorerst – ist die innerbetriebliche Paketzustellung immer noch auf diese 37 Städte beschränkt.

Was haben GM und Volvo davon?

Kurz: neue Abonnenten! Volvo On Call und OnStar sind Abonnement-Services, die beide bei um die 200 Dollar pro Jahr liegen. Sie generieren für beide Autohersteller Profit. Die Unternehmen möchten deswegen möglichst viele Abonnenten gewinnen. Der Anreiz für die Kunden zur Teilnahme ist einfach: Leute, die Amazon Key In-Car für eine überzeugende Idee halten, werden die Abonnement-Services wahrscheinlich ausprobieren.

Also: Warum will Amazon Pakete ins Auto liefern?

Für die Menschen in jenen Städten, die sich gegen die Lieferung bis in die Wohnung entschieden haben, ist der neue In-Car-Service ein Zwischenschritt. Schon klar, was Amazon vorhat: Menschen, die dem Online-Riesen keinen Zugang zum Haus geben wollen oder kein Interesse an dem Amazon Key-Hausschlossprodukt hatten, könnten eher bereit sein, Amazon Zugang zum Fahrzeug zu gewähren.

Wenn sich das im Laufe der Zeit etabliert, ist man dann am Ende vielleicht auch eher bereit, das Türschloss von Amazon zu kaufen, um den Wohnungs-Service auszuprobieren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

Dieser Artikel von John Rosevear erschien am 24.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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