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Wird dies der nächste Marihuana-Boom sein?

Foto: Getty Images.

Die Marihuana-Industrie wächst sprunghaft, und in den letzten zwei Jahren haben die Cannabisaktien dieses Wachstum widergespiegelt. In vielen Fällen sind die Pot-Aktien seit Anfang 2016 um mehr als 1.000 % gestiegen.

Hinter diesen enormen Zuwächsen stehen schnell wachsende Verkaufszahlen und eine spürbare Verschiebung der öffentlichen Meinung in Richtung Pot.

Die Begeisterung hinter dem grünen Ansturm

Das Cannabis-Forschungsunternehmen ArcView geht davon aus, dass nach einem Anstieg der legalen Cannabisverkäufe in Nordamerika um 33 % auf 9,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 der Gesamtumsatz in Nordamerika in einem Jahrzehnt bei über 47 Milliarden US-Dollar liegen könnte. Das ist eine Wachstumsrate, die die Investoren einfach nicht übersehen können.

Inzwischen haben fünf nationale Umfragen seit April 2017 eine überwältigende Unterstützung für die Legalisierung von Cannabis in den Vereinigten Staaten bestätigt. Die Umfragen von Unternehmen wie Gallup, Fox News, CBS News, Pew Research Center und der unabhängigen Quinnipiac University zeigten eine vielfältige Unterstützung von 59 % bis zu 64 % für die Legalisierung von Marihuana.

In jüngster Zeit hat die erwartete Legalisierung für Erwachsene in Kanada in diesem Sommer noch mehr Aufregung ausgelöst. Sollte der Cannabis Act wie erwartet im Juni in Kraft treten, wäre Kanada das erste entwickelte Land der Welt, das Freizeitmarihuana legalisiert hat. Zusätzlich zu den bestehenden Verkäufen von medizinischem Marihuana und den Exporteinnahmen wird erwartet, dass der Jahresumsatz um 5 Milliarden US-Dollar oder mehr steigen würde.

Jedoch haben die Marihuana-Aktien vor kurzem etwas von ihren Gewinnen wieder abgegeben. Tatsächlich hat der North American Marijuana Index, der aus Dutzenden von Cannabis-Unternehmen in ganz Nordamerika besteht, zwischen dem 23. Januar 2018 und dem 9. April 2018 39 % seines Wertes verloren.

Die Wahrheit ist, dass es ein Zusammenwirken von Faktoren gibt, die dafür verantwortlich sein könnten. Kanada könnte den Verkaufsstart beispielsweise leicht verzögern. Dann wären da noch die Ängste vor einem Überangebot an Marihuana und einer anhaltenden Verwässerung der Aktionäre. Andererseits könnten die Investoren einfach ihre Gewinne mitgenommen haben und den Erlös in weiterverarbeitende Unternehmen investiert haben.

Sind Cannabis-Nebenbranchen das nächste große Ding?

Die Nebenbranchen der Cannabis-Industrie beschäftigen sich mit Geschäften hinter den Kulissen, also alles außer dem direkten Anbau der Pflanze. Da diese Unternehmen in den letzten Jahren keiner auf dem Radar hatte, könnten sie das Potenzial haben, die Wall Street und die Investoren in den kommenden Jahren wirklich zu überraschen, vorausgesetzt, Kanada legalisiert Freizeit-Cannabis und andere Länder auf der ganzen Welt öffnen ihre Türen für medizinisches und/oder Freizeit-Cannabis.

Hier sind ein paar Nebenbranchen, die es wert sein könnten, sie zu beobachten.

Verpackung und Marketing

Vielleicht liegt die größte Chance für die Investoren innerhalb der Cannabis-Lieferkette – genauer gesagt, bei Unternehmen, die helfen, die strengen Verpackungs-, Marketing- und Markenanforderungen für Cannabisprodukte zu erfüllen. Zum Beispiel hat Health Canada kürzlich Richtlinien für die Verpackung von Freizeitmarihuana aufgestellt, nämlich, dass die Verpackung kindersicher und manipulationssicher sein muss, mit Gesundheitswarnungen auf einem leuchtend gelben Hintergrund. Dadurch wird die Fähigkeit der Anbauer, auffällige Logos oder Brandings auf Verpackungen anzubringen, minimiert. Hier kommt auch ein Unternehmen wie Kush Bottles (WKN:A2ATJ3) ins Spiel.

Kush Bottles mit Sitz in Kalifornien hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Flaschen und kindersicheren Behältern für die medizinische und Freizeit-Cannabisindustrie sowie auf Branding-Lösungen und Vaporizer spezialisiert. Weltweit werden bereits mehr als 5.000 legal betriebene Ausgabestellen beliefert, und die Tendenz steigt. Das Unternehmen ist für diesen Teil der Lieferkette bereits gut positioniert

Im letzten Quartal von Kush Bottles verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 249 % gegenüber dem Vorjahr auf 10,36 Milionen US-Dollar, obwohl das Unternehmen 920.000 US-Dollar verlor. Das war ein Rückschritt von einem sehr geringen Gewinn im Vorjahresquartal. Kush ist sicherlich einer der sichtbareren Akteure in der Cannabis-Industrie.

Regulierung und Durchsetzung

Ein weiterer faszinierender Ableger der Cannabisindustrie ist die Regulierung und Durchsetzung von Cannabisgesetzen. Ein solches Durchsetzungsinstrument, das in den kommenden Jahren ein heißes Gut werden könnte, ist der Marihuana-Atemtester.

In den USA sind die Gesetze ziemlich klar, wenn es darum geht, ob man berauscht noch fahren darf. Die gesetzliche Grenze wird bei einem Blutalkoholgehalt von 0,08 % gezogen, wobei die Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeit haben, auch bei weniger tätig zu werden.

Aber mit Cannabis ist es nicht so einfach. Es gibt keine vorgegebenen Richtlinien, was zu einer Beeinträchtigung führt. Schlimmer noch, Tetrahydrocannabinol (THC), die psychoaktive Komponente von Cannabis, die den Konsumenten „high“ macht, kann tage- oder wochenlang im Körper bleiben. Es kann daher zu einem positiven Test führen, auch wenn der Fahrer seit Wochen kein Cannabis mehr genommen hat. Das ist genau der Fall, wo Marihuana-Atemtester in Spiel kommen könnten.

Eine Reihe von Prototypen in der Entwicklung zielen darauf ab, die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten. Diese tragbaren Geräte können der Polizei helfen, festzustellen, ob eine Person kürzlich Cannabis konsumiert hat oder nicht, was für die Feststellung einer Beeinträchtigung wichtig wäre. Diese Geräte haben auch das Potenzial, den Blutalkoholgehalt doppelt zu messen und bieten den Strafverfolgungsbehörden ein All-in-One-Kit für Alkohol und Cannabis. Während sich die Technologie selbst noch in der Entwicklung befindet und weiterer Tests bedarf, sollten man die Unternehmen, die dahinter stehen, auf dem Radar haben.

Die Nachteile des Nebengeschäfts

Obwohl es auf dem Nebenmarkt für die Investoren eindeutig Chancen gibt, sollten man auch zwei Dinge erkennen.

Erstens solltest du verstehen, dass zusätzliche Möglichkeiten in den Bereichen Marketing, Verpackung, Durchsetzung, Finanzierung, Beratung usw. vollständig vom Erfolg der pflanzlichen Cannabisindustrie abhängen, die wiederum auf eine wachsende Nachfrage und länderspezifische Legalisierungen angewiesen ist. Das Nebengeschäft hat praktisch keine Chance, sich zu entwickeln, wenn die Cannabisindustrie nicht stark wächst und expandiert. In erster Linie solltest du auf die legalen Cannabisverkäufe und erwartete Legalisierungen warten.

Zweitens, denke daran, dass viele dieser Nebenbranchen noch feucht hinter den Ohren sind, also erwarte Probleme. Während Banken eine Ausnahme von dieser Regel sein würden, können andere Unternehmen, wie z. B. Nischenhersteller von Marihuana-Atemgeräten, noch Jahre davon entfernt sein, ein zugelassenes Produkt zu haben, das in Massenproduktion hergestellt werden kann. Auch wenn die Zulieferindustrie der nächste Boom ist, solltest du deine kurzfristigen Erwartungen dämpfen.

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The Motley Fool besitzt keiner der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 25.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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