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Die Ergebnisse von General Electric übertreffen die Schätzungen, aber hier ist etwas, was wir wirklich wissen müssen

Quelle: Flickr Elvis Fool

Mittlerweile wissen die meisten Investoren von General Electric Company (WKN:851144), dass das Ergebnis im ersten Quartal über den Erwartungen lag und das Management die Prognose für das Gesamtjahr beibehalten hat. Das sind doch schon mal oberflächlich betrachtet gute Nachrichten. Es war jedoch ein weitaus gemischterer Bericht, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Hier ist etwas, was du über den Quartalsbericht von GE im ersten Quartal wissen solltest.

Der Bericht von GE hat die Bären aus drei Gründen ermutigt

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass GE einen bereinigten Nicht-GAAP-Gewinn von 0,16 US-Dollar im Vergleich zu den Schätzungen der Analysten von 0,12 US-Dollar erreicht hat. Darüber hinaus hielt GE an der Prognose für das Gesamtjahr 2018 mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 1 bis 1,07 US-Dollar und einem bereinigten industriellen freien Cashflow von 6 bis 7 Milliarden US-Dollar fest. Das sind gute Nachrichten, weil es zuvor etwas negative Stimmung gegeben hatte. Die Konsensschätzung der Analysten für den bereinigten Gewinn pro Aktie liegt aktuell noch bei 0,96 US-Dollar.

Wie ich oben bereits angedeutet habe, enthielt der Bericht eine vergleichbar gleiche Menge von negativen wie positiven Dingen. Ich fange mit ersteren an:

  • CEO John Flannery wiederholte, was CFO Jamie Miller den Investoren im Februar gesagt hatte: „Wir sehen den Gewinn pro Aktie näher am unteren Ende“ des Ausblicksbereiches.
  • Das Management senkte seine Erwartungen für das Power-Segment – das Segment mit den größten Probemen – und die mittelfristigen Aussichten für den Endmarkt waren enttäuschend.
  • Das Ergebnis im Segment Luftfahrt stieg aufgrund weniger als erwarteter Auslieferungen von LEAP-Triebwerken – die LEAP-Triebwerke sind margenschwächer, so dass weniger Auslieferungen in einem Quartal zu einem Anstieg der Marge führen.

Beim ersten Punkt kann man zu dem Schluss kommen, dass sich der industrielle freie Cashflow von GE im Einklang mit den Erträgen entwickeln wird und für 2018 bei etwa 6 Milliarden US-Dollar liegen könnte, wobei das Verhältnis vom freien Cashflows zu Marktkapitalisierung das 21-fache beträgt – nicht billig für ein Unternehmen mit dem solchen Gewinnrisiko.

Was passiert mit dem Energiesegment von GE?

Hierbei nannte Miller den Rückgang des Endmarktes als Grund für die Erwartung, dass die operative Geschäftsentwicklung bis 2017 in etwa unverändert bleiben wird. Zudem sieht der Endmarkt (gemessen an der Gigawattnachfrage nach schweren Gasturbinen) nicht gut aus.

„Im Bereich Elektrizität sind wir in das Jahr 2018 mit einem Gesamtmarkt für neue Aufträge von 30 bis 34 Gigawatt gestartet. Basierend auf dem, was wir auf dem Markt sehen, liegt dieser Trend bei weniger als 30 Gigawatt“, sagte Flannery.

Weniger LEAP-Triebwerke beflügelten das Luftfahrtsegment, aber kann das auch so weitergehen?

Der prominenteste Bär von GE, JPMorgan-Analyst Steve Tusa, erwähnte schließlich die Tatsache, dass GE im Quartal nur 186 LEAP-Triebwerke ausgeliefert hat, „etwa 70 Triebwerke hinter unserem ursprünglichen Plan für das Quartal“, sagte Miller. Tusa fragte, ob sich der Ausblick des Unternehmens für das Luftfahrtsegment geändert habe, aber Flannery und Miller wollten die Fragen zu diesem Punkt nicht beantworten.

Wenn GE den Rest der 1100-1200 (verlustbringenden) LEAP-Triebwerke, die das Unternehmen 2018 ausliefern will, aufholt, wird das Luftfahrtsegment dadurch unter Margendruck geraten. Auch das Luftfahrtergebnis im Quartal ist schmeichelhaft und nicht repräsentativ für die Trends, die sich im Gesamtjahr auswirken werden.

Drei Punkte für die Bullen

Positiv zu vermerken ist, dass Flannery einige wichtige langfristige Ziele verfolgt.

  • Das Management fühlt sich „gut“ in Bezug auf die gute Aussichten des Healthcare-Segments.
  • Flannery behauptete, GE befinde sich in „aktiven Diskussionen“ über einige Luftfahrt-Plattformen, Strom & Beleuchtung und dezentrale Energie, während eine Ankündigung über den Verkauf der Transportsparte (angeblich an Wabtec (WKN:896022) bis zum Ende des zweiten Quartals erwartet wird.
  • Es wird erwartet, dass die strukturellen Kostensenkungen über dem auf dem Investorentag im November 2017 dargelegten Ziel von 2 Milliarden US-Dollar liegen werden.
  • Flannery sagte, dass er sich um die Entwicklung eines neuen Betriebssystems für GE mit „durchgehender Verbesserung und Kundenerfahrung“ kümmern würde.

Zur Erinnerung: GE hat 20 Milliarden US-Dollar an Veräußerungen versprochen, und der Kommentar während der Telefonkonferenz war beruhigend, zumal die erste  (IT-Vermögenswerte im Gesundheitswesen) nicht überzeugend war.

Die strukturellen Kostensenkungen dürften die Margen allerdings langfristig stützen. Was das „neue Betriebssystem“ angeht, so ist es leicht, es als reine Managementplatitüden abzutun. Die Tatsache, dass ein großer Industrieller, der ehemalige CEO der Danaher Corporation, Larry Culp, nun im GE-Vorstand sitzt, sollte jedoch viel Vertrauen schaffen.

Culps äußerst erfolgreiche Tätigkeit bei Danaher ist eine Art Blaupause für die Art von schlanken Produktionsprozessen, die Flannery bei GE umsetzen will. Es klingt fast so, als würde Flannery bei Culp abkupfern – keine schlechte Sache.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht

Trotz der guten Schlagzeilen hat der Bericht nicht die Befürchtungen zerstreut, dass GE das Gewinnziel für das Gesamtjahr vielleicht nicht erreicht, und wir dürfen nicht vergessen, dass es eine laufende Untersuchung der SEC zu den Rechnungslegungspraktiken gibt. Die Aussichten im Gesundheitswesen sind etwas besser, obwohl die Endmärkte im Power-Segment nach wie vor schwierig sind und die Marge im Luftfahrtbereich in den kommenden Quartalen nachgeben dürfte.

Andererseits hat GE gezeigt, dass einige der längerfristigen strategischen Ziele des Unternehmens – Verkäufe von Vermögenswerten, Kostensenkungen und Restrukturierungen – Fortschritte machen. Vorsichtige Investoren sollten vielleicht warten, bis die SEC-Untersuchung abgeschlossen ist, aber die GE-Aktie wurde nach diesem Bericht etwas investierbarer.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Westinghouse Air Brake Technologies.

Dieser Artikel von Lee Samaha erschien am 24.4.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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