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Deutsche Bank: Neuer Chef, neues Glück? Ganz so einfach wird es wohl nicht…

Bild: Public Domain

John Cryan ist raus…mal wieder wurde ein Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank (WKN:514000) gefeuert. Aber sein wir mal ehrlich, Cryan hatte eine nahezu unmögliche Aufgabe zu bewältigen, als er den Vorstandsvorsitz der Bank übernahm. Zum einen musste er die Altlasten in Form von Klagen gegen die Bank in aller Welt hinter sich bringen und im Zuge dessen etliche Milliarden Euro aufbringen, gleichzeitig das Eigenkapital der Bank stärken und die Bank komplett umbauen.

Dass er es auf dem Weg nicht jedem recht machen würde, war eigentlich abzusehen, doch mit diesem plötzlichen Abgang haben wohl die wenigsten gerechnet. Dabei hat er aus meiner Sicht angesichts der schwierigen Ausgangssituation einen guten Job geleistet. Was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde, war wohl das angespannte Verhältnis zum Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner.

Doch der Chefwechsel könnte aus meiner Sicht zwei signifikante Probleme mit sich bringen.

1. Ein weiterer Strategiewechsel erschwert die Umstrukturierung

Wird der neue Chef Christian Sewing eine neue Strategie einschlagen, könnte das dazu führen, dass die Bank noch mehr als jetzt mit sich selbst beschäftigt sein wird. Dabei ist bereits jetzt eins der Probleme, dass sie stark darunter leidet, das Geschäft restrukturieren zu müssen. Insbesondere die großen Kunden, wie Investmentfonds, bevorzugen stetige, sichere Partner. Sollte Sewing also nicht in Kürze seine neue Strategie vorstellen, könnte es dazu führen, dass sich Gerüchte über die Bank verbreiten, die das Geschäft belasten.

In den letzten Jahren hat die Bank bereits massiv unter den mehrfachen Kurswechseln gelitten. So ist das Investmentbanking nur noch ein Schatten des Geldbringers, der es einmal war. Inzwischen ist man in vielen Bereichen nicht einmal mehr unter den Top 5. Das hat für die Bank direkte Konsequenzen in Form geringer Erträge und schwacher Renditen, wenn man sie eigentlich dringend notwendig hätte. Im letzten Jahr hätte man zwar ohne die Belastung aus der US-Steuerreform einen Gewinn ausweisen können, aber die Rendite auf das eingesetzte Kapital hätte trotz allem nur im einstelligen Bereich gelegen. Im Gegensatz dazu erreicht Konkurrent JPMorgan Chase (WKN:850628) bereits wieder Renditen wie vor der Finanzkrise in Höhe von mehr als 15 % nach Steuern.

2. Das klassische Bankgeschäft bringt chronisch niedrige Renditen

All das könnte dazu führen, dass man versuchen wird, sich weiter von der Investmentbank zu distanzieren, obwohl diese wohl die größte Hoffnung auf eine Rückkehr zu hohen Gewinnen sein dürfte. Denn der Rest der Bank erwirtschaftet seit Jahren nur magere Renditen. Der Privat- und Geschäftskundenbereich dümpelt wie die Investmentbank im einstelligen prozentualen Bereich herum und belastet den Aktienkurs, der momentan mit 11,76 Euro (23.04.2018) bei weniger als der Hälfte des Eigenkapitals je Aktie in Höhe von 30,16 Euro liegt.

Damit zeigt der Markt deutlich, was er von den Zukunftsaussichten der Bank hält. Eine Aufspaltung in einzelne Bereiche mittels IPOs, wie bereits mit der DWS geschehen, könnte eine verhältnismäßig einfache Methode sein, um den Kurs zu heben, da einzelne Bereiche nicht mehr unter der Schwäche der anderen leiden. Ansonsten wird der Kurs vermutlich noch einige Zeit auf dem aktuellen Niveau verharren, bis die Umstrukturierung abgeschlossen ist und hoffentlich wieder konkurrenzfähige Renditen erwirtschaftet werden können.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien von JPMorgan Chase. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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