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Mit welchem Alter sollte man mit dem Investieren beginnen?

Foto: Getty Images

Also, gleich zur Sache: Wann im Leben sollte man Aktien kaufen? Einfache Antwort: So bald wie möglich, vorausgesetzt, dass

  1. alle hochverzinslichen Schulden (z.B. Kreditkarten) beglichen sind.
  2. man einen Notfallfonds eingerichtet hat, um ein Mindesteinkommen von drei Monaten zu gewährleisten für den Fall, dass man den Arbeitsplatz verliert.

Wenn diese beiden Voraussetzungen gegeben sind, sollte man sofort anfangen zu investieren – egal ob man 12, 32 oder 52 Jahre alt ist. Das zukünftige Ich wird es einem danken.

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Lektionen vom Meister selbst

Die wichtigste Biographie über Warren Buffett ist ein ganz schöner Ziegel und hat über 800 Seiten. Aber was diesen Artikel hier betrifft, findet man schon den wichtigsten Teil des Buches gleich auf dem Cover: Der Titel lautet im Original „The Snowball“.

Schneeball: Es gibt keinen besseren Weg, um klar zu machen, wie Buffett sein Vermögen vermehrt hat – und warum es für Sie so wichtig ist, so schnell wie möglich zu investieren.

Wer im Januar mit seinem Kind nach draußen gegangen ist, weiß, wie klein und mickrig so ein Schneeball ganz am Anfang sein kann. Außerdem schmerzt am Anfang der Rücken vom Bücken und man fragt sich, ob sich das überhaupt alles lohnt.

Wenn man der Sache aber etwas Zeit gibt, rollt bald schon einige Kilos an Schneemasse durch den Garten. Und hier kommt der wichtige Teil: mit jeder Umdrehung bekommt der Schneeball exponentiell mehr Gewicht hinzu.

Wer dazu noch schlau genug ist, dass man den Schneeball einen Hügel hinunterrollen lässt, hat in wenigen Minuten einen echten Brocken zur Hand.

So funktioniert das beim Investieren. Und es hilft zu versinnbildlichen, warum das beste Alter, um zu investieren, gerade jetzt ist – egal wie alt man ist.

Hier noch ein Beispiel, das sicherlich überzeugen dürfte:

Wenn man 1964 bloß0 1.000 Dollar in Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) investiert hätte, wären daraus bis Ende 2017 erstaunliche 24 Millionen Dollar geworden. Was ist in den 53 Jahren dazwischen mit den Aktien passiert?

  • Ein Viertel dieses Wachstums fand in den letzten 14 Monaten statt.
  • Ein Drittel dieses Wachstums erfolgte in den letzten beiden Jahren (2016 und 2017).
  • Die Hälfte dieses Wachstums erfolgte in den letzten fünf Jahren (2013 bis 2017).

Hier das Wachstum als Grafik:

Grafik vom Autor. Quelle: Jahresbericht von Berkshire Hathaway

Es gibt einen guten Grund, warum Albert Einstein Berichten zufolge das Konzept des Zinseszins „die mächtigste Kraft im Universum“ nannte. Sobald etwas exponentiell wächst, können die Auswirkungen der Zeit auf dieses Wachstum überwältigend sein.

Natürlich kann genau dieses Konzept auch gegen einen arbeiten. Wer z.B. bei hochverzinsten Kreditkarten im Minus ist, dürfte schnell entdecken, dass die Verbindlichkeiten schnell wachsen. Deshalb, wie bereits eingangs erwähnt, müssen zuerst die Verbindlichkeiten abbezahlt und ein Notfallfonds aufgebaut werden.

Aber sobald das passiert, hier sind einige Schritte zum Kauf Ihrer ersten Aktien.

Was kann der Arbeitgeber leisten?

In den USA – wo die Sachen anders als bei uns laufen – bietet der Arbeitgeber u.U. einen sogenannten 401(k) oder 403(b) Rentenplan an. Dort gibt es dann noch das Konzept des „Arbeitgeber-Match“ bezeichnet wird. In dem Fall kann man mit dem Personalverantwortlichen reden und sich beraten lassen. Jedes Unternehmen hat seine eigene Herangehensweise und Richtlinie dafür, wie das genau funktioniert, aber das Fazit ist folgendes: Ein Arbeitgeber-Match ist das Beste, was man mitnehmen kann.

An meinem früheren Arbeitsplatz zum Beispiel würde man einen Betrag in Höhe von 3 % meines Gehalts einzahlen, nur damit ich mich für die Lösung des 403(b) entscheide. Danach würden man die ersten 3 % dessen beisteuern, was ich eingesetzt habe. Mit anderen Worten, indem ich nur 3 % meines Gehalts beisteuerte, erhielt ich jedes Jahr einen Betrag in Höhe von 9 % meines Gehalts (3 % für die Teilnahme und 3 % für meinen Beitrag).

Sobald dieses Geld verwahrt ist, muss man sich entscheiden, wo man es investieren will. Mein Fool-Kollege Dan Caplinger hat bereits die drei Schlüssel zur Auswahl der besten 401(k) Investitionsoptionen hervorgehoben:

  1. Einfach ist besser: Am besten über Terminfonds informieren, die auf dem Renteneintritt basieren.
  2. Geiz ist geil: Die Fonds mit den niedrigsten Kosten aussuchen. Eine Gebühr von 1 % im Jahr klingt nicht nach viel, kann aber am Ende doch einen schönen Batzen verschlingen.
  3. Über den Tellerrand hinaus blicken: Manche Arbeitgeber erlauben es einem, einzelne Aktien in Ihrem Plan über einen Broker auszuwählen.

Die Steuer nutzen

Aber nur weil man einen Unternehmensplan nutzt, bedeutet das nicht, dass man keine steuerbegünstigten Optionen mehr hat. Die meisten Arbeitnehmer sind auch berechtigt, traditionelle individuelle Ruhestandskonten (sogenannte IRAs) oder Roth IRAs zu eröffnen.

Für 2018 dürfen Sie bis zu 5.500 Dollar an eine traditionelle IRA oder eine Roth IRA einzahlen oder sie zwischen den beiden verteilen. Wer 50 oder älter ist, darf bis zu 6.500 Dollar einzahlen.

Hier ein kurzer Überblick über die Unterschiede zwischen einer traditionellen und einer Roth IRA.

Überlegung Herkömmliche IRA Roth IRA
Steuervorteile Jetzt eingelegtes Geld ist von der Steuer abziehbar. Wachstum ist steuerfrei. Im Ruhestand entnommenes Geld ist steuerfrei. Wachstum ebenfalls.
zu zahlende Steuern Sobald man im Ruhestand Geld entnimmt. Vor dem Einzahlen in den Roth IRA sind Steuern fällig.
Was, wenn ich vor dem Renteneintritt Geld entnehme? Steuern sind auf vorzeitige Entnahmen zu zahlen, darüber hinaus eine Zahlung von 10 %. Steuerfreie Entnahme der Einlage. Bei Entnahme von vermehrtem Geld sind Einkommenssteuer sowie 10 % fällig.

Man muss beachten, dass es einige Angebote gibt, die man früher auszahlen lassen darf – zum Beispiel, um für ein erstes Haus oder medizinische Notfallkosten zu bezahlen.

Eine IRA zu eröffnen ist eigentlich ganz einfach. Sobald man sich entschieden hat, welche Art von IRA für einen die richtige ist und wie viel man einzahlen möchte, kann man loslegen.

Was, wenn man für die Kinder vorsorgen will?

Wenn man bereits die maximale Arbeitgeber-Zuzahlung erhalten und Ihre IRA-Beiträge ausschöpft und dann noch Geld übrig hat – toll! Glückwunsch! Das läuft ja richtig gut.

Aber zurück zum Schneeball: Wer das Gleichnis verstanden hat, weiß, wie wichtig es ist, für die Kinder schon früh zu investieren.

Wenn es um Investitionen für Kinder geht, kann man ein paar beliebte Möglichkeiten unter die Lupe nehmen. In den USA gibt es staatlich geförderte College-Sparpläne:

  • 529 Plans werden von den einzelnen US-Bundesstaaten verwaltet. Das Wachstum und die Ausschüttungen aus diesen Anlagen sind steuerlich begünstigt, sofern die Mittel für qualifizierte Bildungsausgaben verwendet werden.
  • Coverdell Education Savings Accounts (ESAs) verhalten sich ähnlich wie 529 Plans, haben aber niedrigere Beitragsgrenzen (2.000 Dollar pro Kind). Das Ergebnis ist, dass man mehr Freiheit bei den Anlagemöglichkeiten hat als mit einem 529.
  • Roth IRAs sind ein eher unkonventioneller Weg zum Sparen für Kinder. Sie bieten die Flexibilität einer Coverdell, die gleichen Steuervorteile und höhere Limits. Der Haken ist, dass das Kind ein Einkommen in Höhe des von Ihnen eingezahlten Betrags von bis zu 5.500 Dollar verdient haben muss. Frühzeitige Ausschüttungen für Bildung oder ein erstes Haus – oder andere Ausnahmen – sind möglich.

Stehen große Ausgaben an?

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Vorbehalt, bevor man richtig investiert: Jedes Geld, das man in den nächsten drei Jahren benötigen, sollte nicht in Aktien angelegt sein. Es stimmt zwar, dass die Börse eher steigt als sinkt, das aber kann sich von einem zum nächsten Augenblick ändern. Heißt: Mittelfristig kann man Geld verlieren. Und das ist ein Risiko.

Trader und Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb sagte kürzlich in einem Interview:

Wenn man alles verkaufen muss, wird die Rendite nicht die der Börse sein. Es wird die Rendite bis zum Verkauf sein – und die ist negativ.

Taleb nennt diesen Verkaufsmoment „uncle point“. Dieser Uncle Point könnte alles sein, was einen zwingt, Geld vom Markt zu nehmen: Jobverlust, Scheidung, Familiengründung, usw.

Wer einen Notfallfonds hat, seine Schulden abbezahlt hat und das eingesetzte Geld nicht benötigt, kann diesen Uncle Points zumindest etwas vorbeugen.

Fazit

Wie man sieht, gilt es viele Details zu klären. Bitte nicht einschüchtern lassen. Sobald man sich um die oben beschriebenen Grundlagen gekümmert hat, baut man Monat für Monat Vermögen auf. Wer mehr Erfahrung sammelt, wird sich mit dem Prozess besser auskennen – was einen zu einem noch besseren Investor macht.

Im Laufe der Zeit wird sich diese Anstrengung richtig lohnen. Das zukünftiges Ich wird es einem danken.

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Dieser Artikel von Brian Stoffel erschien am 22.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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