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Die Telekom und 3 weitere einheimische Konzerne gehören zu den Top 20 Tech-Investoren weltweit

Bild: Getty Images

Die Tech-Marktforscher von CB Insights haben kürzlich ein Ranking der 20 weltbesten Wagniskapitalarme von Konzernen präsentiert. Der deutschsprachige Raum ist dort ausgezeichnet vertreten.

Die Rangliste

Jeder Konzern, der bezüglich Innovationen einigermaßen etwas auf sich hält, investiert heute in hippe Start-ups und aufstrebende Tech-Unternehmen, sei es über Inkubatoren, Acceleratoren, Innovation Hubs oder eben eigene Wagniskapitalarme. Letztere nennt CB Insights „Corporate Venture Capital Firms“. In die Rangliste gehen diverse Faktoren ein, darunter die Frequenz der Transaktionen, die Deal-Größe, die Portfolioentwicklung und der Erfolg beim Ausstieg.

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Angeführt wird die Liste wenig überraschend von US-Tech-Größen wie Google (Alphabet (WKN:A14Y6F)) und Intel (WKN:855681). Beachtlich finde ich allerdings, dass es am anderen Ende die Deutsche Telekom (WKN:555750) auf Platz 20 geschafft hat. Noch drei Plätze weiter vorne liegt Bertelsmann Asia Investments, sozusagen eine Schwester-Gesellschaft der RTL Group (WKN:861149) unter dem Dach der Bertelsmann-Gruppe.

Gleich zwei vertretene Konzerne sind erfreulicherweise in meiner Basler Heimatregion angesiedelt: Novartis (WKN:904278) und Roche (WKN:855167). Nicht unerwähnt lassen will ich auch, dass die dänische Novo Nordisk (WKN:A1XA8R), welche sozusagen gegenüber von Stralsund zuhause ist, sich mit Novo Ventures an Position 16 platzieren konnte.

Wie die Top-Funds aus der DACH-Region investieren

Lass uns also ein bisschen tiefer einsteigen, um besser zu verstehen, womit sich die Funds aus Deutschland und der Schweiz ihre Top-Platzierung verdient haben.

Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP) mit Hauptsitz in Hamburg hat passenderweise seinen Investmentschwerpunkt auf der Konvergenz der Medien und digitalen Infrastrukturen sowie rund um Hype-Themen wie die Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge. Das aktuelle Portfolio umfasst über 70 Unternehmen, in die zusammen mehr als 1 Mrd. US-Dollar investiert wurden.

Bekannt ist das Investment-Vehikel zum Beispiel durch den Deal mit Ströer Media (WKN:749399), als T-Online 2015 dort im Gegenzug für 11,5 % der Aktienanteile untergebracht wurde. Von der langfristig aufgebauten Scout24 (WKN:A12DM8) wurden 2017 die letzten Anteile verkauft und der Webhoster Strato ging an United Internet (WKN:508903).

Das aussichtsreiche Berliner Industrie 4.0 Unternehmen RELAYR hat im Februar insgesamt 30 Mio. US-Dollar neues Wachstumskapital von DTCP und zwei Co-Investoren erhalten. Solche Deals erfolgen fast im Monatstakt.

Noch aktiver ist Bertelsmann Asia Investments (BAI). Sie konzentriert sich, wie der Name schon sagt, auf den asiatischen Markt. In was genau investiert wird, ist ohne Chinesisch-Kenntnisse gar nicht so leicht herauszubekommen. Wenn ich erfahre, dass kürzlich das Portfoliounternehmen TANTAN von MOMO übernommen wurde, um die Match Group zu bilden, werde ich eher bambam. Meist scheint es um Cloud- und Mobilanwendungen zu Themen wie Medien, Lifestyle, Fintech, Soziale Netzwerke, E-Commerce und Bildung zu gehen.

Neben BAI sind in der Investment-Sparte der Gruppe auch Bertelsmann India Investments, Bertelsmann Brazil Investments und Bertelsmann Digital Media Investments gebündelt. Die Gütersloher sind damit definitiv ein Dickschiff unter den globalen Investoren. Dabei habe ich mich gefragt, ob es wohl einen intensiven Austausch mit RTL gibt? Immerhin wird dort ebenfalls eine Menge in digitale Start-ups investiert und der Medienkonzern könnte ein idealer Partner für viele der Portfoliounternehmen sein. „Durch diese Investitionen stellen wir den Transfer von Wissen über digitale Trends, die uns bei der Transformation unterstützen, als auch über vielversprechende Märkte sicher“, sagt der Chef Thomas Rabe dazu.

Aber nicht immer geht es primär um Apps und Cloud-Anwendungen. Sieben der Top-20-Konzerne sind in der Pharma-Branche zuhause. Die Jagd nach lukrativen neuen Therapien, Impfstoffen, Antikörpern und Krebskillern geht ungebrochen weiter und dafür sind riesige Investitionen in ein Heer von Biotech-Startups erforderlich. Dass Novartis und Roche, die beide zu den forschungsstärksten Konzernen überhaupt gehören, da nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst.

Der Novartis Venture Fund hat es vor allen Konkurrenten auf Platz 5 geschafft. Er investiert weltweit, hat eine Zweitniederlassung in den USA und das Portfolio umfasst mehr als 40 Start-ups. 2017 wurden gleich drei davon an die Börse gebracht und zwei weitere verkauft.

Ähnlich sieht es beim Roche Venture Fund (Platz 13) aus, der allerdings mit gut 30 investierten Unternehmen etwas kleiner ist. Wenn es passt, werden diese auch gerne mal enger an den Konzern angebunden wie zuletzt, als Roche und Syapse eine mehrjährige strategische Kooperation eingegangen sind, um das Management der individualisierten Präzisionsmedizin von Krebspatienten zu verbessern – in diesem Fall also doch Software und kein Biotech.

Das Spiel will beherrscht werden

Nicht immer gelingt es, beim Investieren in junge Unternehmen gute Renditen zu erwirtschaften. Nur selten ist ein Jackpot dabei, während viele aussichtsreiche Start-ups früher oder später aufgeben müssen und Millionenlöcher in die Bilanz reißen. Aber die im Ranking enthaltenen Konzerne scheinen das Spiel mittlerweile gut zu beherrschen.

Besonders beeindruckend finde ich, dass die Telekom als einziges Unternehmen ihrer Branche den Sprung in die Liste geschafft hat. Das macht mich zuversichtlich, dass es ihr gelingen wird, eine der fortschrittlichsten Telcos der Welt zu bleiben.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Intel und Novo Nordisk.

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