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Evotec: Meine Einschätzung für die kommenden Jahre

Foto: Getty Images

Von der Shortseller-Attacke im Oktober 2017 kann sich die Aktie von Evotec (WKN:566480) trotz guter Zahlen und neuer Prognose noch nicht befreien. Kurzzeitig wird der Markt von Gefühlen beherrscht, doch langfristig wird er sich nicht den Fundamentaldaten entziehen können. Doch wo steht Evotec heute und wo wird das Biotech-Unternehmen in fünf Jahren stehen?

Wichtige Meilensteine wurden erreicht

Die Übernahme von Aptuit ergänzt das Leistungsspektrum von Evotec ideal und ermöglicht es dem Unternehmen nun, als One-Stop-Shop für die Pharmaindustrie aufzutreten. Und auch die Übernahme der Antiinfektiva-Sparte von Sanofi (WKN:920657) rundet das Portfolio weiter ab und bringt zudem neue Expertise.

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Wirklich interessant an Evotec ist aber, dass es keine Dividenden zahlt, sondern Gewinne in die eigene Innovation sowie andere Firmen steckt. Im Jahr 2017 investierte Evotec ca. 22 Mio. Euro in junge Unternehmen (siehe Bild unten), die oft ohnehin schon mit Evotec kooperieren.

Bild: Dr. Stefan Graupner

Und da Evotec genau weiß, woran diese Biotechs arbeiten, sollte sich die eine oder andere Investition auszahlen und damit den Unternehmenswert weiter steigern. Damit ist Evotec ein Venture-Capital-Unternehmen und hat zugleich Zugriff auf neue Technologien und Produkte.

Viel mehr Geld ist kurz- bis mittelfristig aber bei den bedeutendsten Allianzen mit Bayer (WKN:BAY001), Pfizer (WKN:852009), Sanofi und Celgene (WKN:881244) zu verdienen (siehe Tab. 1). Hier zeigt sich ganz deutlich, dass Evotec bei entsprechenden Entwicklungserfolgen langfristig deutlich wachsen kann.

Partner Bayer Sanofi Pfizer Bayer Celgene Sanofi
Indikation Chronische Nieren-erkrankungen Immun-

onkologie

Fibrose Endo-metriose iPSC iPSC
Meilenstein-potenzial > 300 Mio. Euro > 200 Mio. Euro > 100 Mio. Euro > 500 Mio. Euro > 250 Mio. USD* > 300 Mio. Euro
Tantiemen-potenzial > 10 % unbekannt unbekannt > 10 % > 10 % > 10 %

Tab. 1: Umsatzpotenzial aus den wichtigsten Allianzen (* Summe pro Projekt)

Die iPSC(iduced pluripotent stem cells)-Plattform ist in dieser Form einzigartig, sodass Celgene im Gegensatz zu Sanofi gleich an mehreren Projekten bei neurodegenerativen Erkrankungen zusammen mit Evotec forscht. Potenzielle Meilensteinzahlungen liegen hier bei 250 Mio. US-Dollar pro Projekt, d. h. allein aus diesen Allianzen in Tab. 1 sind insgesamt Meilensteinzahlungen von vermutlich mehr als 2 Mrd. Euro möglich.

Die Pipeline

Aktionäre, die Biotechs aufgrund der Risiken von Ergebnissen klinischer Phasen scheuen, sind bei Evotec durch die Größe der Pipeline und die partnerschaftliche Entwicklung mit großen und finanzstarken Unternehmen gut aufgehoben. Ähnlich wie bei BB Biotech setzt man dadurch auf viele Pferde und minimiert das Risiko bei trotzdem erfreulich positiven Aussichten.

Evotec und seine Partner entwickeln eine Pipeline mit mehr als 80 First-in-class-Projekten, bei deren Wirkstoffen die Hamburger Miteigentümer sind. Dabei wächst der Markt für Wirkstoffforschungs-Outsourcing um ca. 5–10 % pro Jahr.

Evotecs Kernexpertise besteht in Atemwegs- und neuronalen Erkrankungen, Diabetes, Fibrose, Schmerz, Onkologie sowie Antiinfektiva. Jeder einzelne Bereich hat Marktpotenziale von zig Milliarden Euro.

Programm Therapeutischer Bereich/Indikation Partner Status
EVT201 ZNS – Schlafstörungen Jingxin Phase II
EVT401 Immunologie & Entzündungskrankheiten CONBA Group Phase I
ND Frauengesundheit – Endometriose Bayer Phase I
ND Frauengesundheit – Endometriose Bayer Phase I
ND Frauengesundheit – Endometriose Bayer Phase I
SGM-1019 Entzündungskrankheiten Second Genome Phase I
CT7001 Onkologie Carrick Phase I
ND Atemwegserkrankungen Böhringer Ingelheim Phase I
ND Chronischer Husten Bayer Phase I
Verschiedene Frauengesundheit – Endometriose Bayer Präklinisch
ND Immunologie & Entzündungskrankheiten Topas Therapeutics Präklinisch
EVT770 Stoffwechsel – Diabetes MedImmune Präklinisch
EVT801 Onkologie Sanofi Präklinisch
EVT701 Onkologie Sanofi Präklinisch
ND Nephrologie Bayer Forschung
Verschiedene Neurodegeneration Celgene Forschung
Verschiedene Immunologie – Organfibrose Pfizer Forschung
Verschiedene Stoffwechsel – Diabetes Sanofi Forschung
TargetImmuniT Onkologie – Immuntherapie Sanofi/Apeiron Forschung
Verschiedene Antiviral Haplogen Forschung
Verschiedene Nephrologie AstraZeneca Forschung
Verschiedene Onkologie Exscientia Forschung
ND Stoffwechsel Eternygen Forschung
ND Antibiotika Forge Therapeutics Forschung
ND FSHD Facio Therapies Forschung
Verschiedene Onkologie Carrick Forschung
INDY Inhibitor Soffwechsel Eternygen Forschung
Verschiedene Fibrose Fibrocor Forschung
Verschiedene Verschiedene Lab282/Lab150 Forschung
Verschiedene Intern: Onkologie, ZNS, Stoffwechsel, Schmerz & Entzündungskrankheiten, Immunologie und Antiinfektiva > 30 weitere Programme Forschung

Tab. 2: Evotec-Pipeline

Die Pipeline in Tab. 2 zeigt die Vielzahl der Projekte, bei denen vor allem diejenigen in klinischen Phasen das meiste Geld in die Kassen von Evotec spülen. Je reifer also die Pipeline, desto höher die Einnahmen für Evotec.

Die Zahlen

Der Umsatz 2017 lag bei einem Plus von über 46 % bei ca. 250 Mio. Euro, während der Gewinn um 26 % auf 63,2 Mio. Euro anstieg.

Geld verdient Evotec dann besonders viel, wenn ein Wirkstoff sich in einer klinischen Phase befindet. Bei den mehr als 50 Forschungsprojekten bekommt Evotec meist Abschlagszahlungen bis zu 10 Mio. Euro und erhebliche Forschungsgelder.

Bei den mehr als 25 fortgeschritteneren Projekten in der Präklinik sind es dann schon durchschnittlich 150 Mio. Euro an Meilensteinzahlungen und in den mehr als zehn Projekten in klinischer Phase winken nach Zulassung durchschnittlich 8 % an Umsatzbeteiligungen.

Umsatz und Gewinn sollen daher 2018 um mindestens 30 % steigen.

Fazit

Evotec ist wachstumsstark, relativ krisensicher durch die Vielzahl der Projekte und hat viel Luft nach oben durch erhebliche Meilensteinzahlungen. Die Beteiligungen in junge Biotechs könnte ihm den einen oder anderen Erfolg bescheren, sodass auch hier einige Kursfantasie geschürt wird.

Deshalb gehe ich davon aus, dass die Aktie von Evotec seinen Anlegern in den kommenden Jahren viel Freude bereiten wird.

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Stefan Graupner besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Celgene.

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