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Der fatale Fehler in meinem Investitionsansatz

Foto: The Motley Fool.

Egal ob du Anfänger oder ein erfahrener Marktveteran bist, niemand ist der perfekte Investor. Sogar Warren Buffett hat zugegeben, dass er dabei Fehler macht. Natürlich ist es nicht das Ende der Welt, wenn du einen Fehler in deinem Investmentansatz hast. Es kann aber schwierig sein,  diese Fehler zu identifizieren, denn sonst macht man sie immer wieder.

Um als Investor besser zu werden, sollte man einmal genau Bilanz ziehen und die gemeinsamen Probleme seiner Investition suchen. Dabei dachte ich mir, dass ich diese Fehler und die Gründe, die dahinterstehen, mit dir teilen sollte. Ich werde dir auch erzählen, was ich mache, um diese Fehler zu vermeiden — was mir leider nicht immer gelingt.

So geht’s!

Wenn du wie ich bist, hast du vermutlich deine Fehler nur isoliert bei einzelnen Aktien untersucht. Ein Grund für eine schlechte Investition war manchmal, dass ich nicht vollständig verstanden habe, wie ein Unternehmen plant, eine große Idee zu Geld zu machen. Manchmal habe ich auch eine etwas wackelige Bilanz akzeptiert, weil die Wachstumschancen so groß waren. Jede schlechte Investition kann so aussehen, als wäre sie ein einmaliger Fehler, und es besteht kein Zweifel, dass jede schlechte Investition, die wir tätigen, einzigartige Gründe hat. Je mehr ich auf meine Investitionsfehler zurückblicke, desto mehr scheinen sie eines gemeinsam zu haben: Meine Unfähigkeit, die Aktie zu verkaufen, wenn meine These nicht mehr gültig ist.

Eine Sache, die ich mir als Investor schon früh in den Kopf gesetzt habe, ist, mir durch die Kosten nicht die Rendite versauen zu lassen. Um das zu vermeiden, sollte man nicht dauernd kaufen und verkaufen. Deshalb sollte man gleich so viel kaufen, dass Handelsprovisionen und Gebühren nur noch marginale Kosten darstellen.

Leider geht das auch nicht immer gut.

Eine wertvolle Erinnerung

Vielleicht ist es am besten, wenn ich meine Investition in den Anlagenbauer für Ölbohrinseln Seadrill  (WKN:A0ERZ0) hier anführe. Ich kaufte die Aktie im Jahr 2014 zurück, weil das Unternehmen das jüngste und spezifischste Angebot von Bohrinseln hatte. Diese wünschenswerten Vermögenswerte sollten hohe Renditen bedeuten und das Unternehmen sollte damit in der Lage sein, Marktanteile von Wettbewerbern mit älteren Anlagen zu gewinnen.

Ich räumte ein, dass die Schuldenlast und die zukünftigen Verpflichtungen des Unternehmens höher waren, als ich es mir wünschte, aber die bestehenden Verträge und die Möglichkeit, viele neue Aufträge zu gewinnen, reichten aus, um diese Verpflichtungen abzudecken.

Das war der Fall, bis er es nicht mehr war.

Als der Ölpreis sank, reduzierten die Kunden von Seadrill ihre Investitionsbudgets deutlich. Seadrill erhielt nicht nur keine neuen Verträge, sondern auch vorzeitige Kündigungen. Hätte ich an meiner Investmentthese festgehalten, hätte ich sofort verkauft. Der Grund, warum ich die Schulden akzeptiert hatte, war nicht mehr gegeben. Stattdessen verlagerte sich meine These: Die hohe Barposition des Unternehmens und seine hohen Insideranteile würden sicherstellen, dass das Unternehmen in der Lage sein würde, seine Schuldenlast zu bewältigen, bis sich der Ölmarkt wieder erholen würde.

Doch dazu kam es nicht.

Meine These stellte sich als falsch heraus. Trotz des monumentalen Rückgangs der Unternehmensfinanzen und des Aktienkurses blieb ich bei meiner Position. Es war mein schlimmster Verlust und das krasseste Beispiel für einen Investitionsfehler.

Es gab natürlich auch andere Aktien in meinem Portfolio, die sich auch nicht nach Wunsch entwickelt haben, aber dieses Beispiel ist für mich das deutlichste, um mich an die Gefahren einer sich verändernden These zu erinnern. Ich halte sogar einen symbolischen Anteil des Unternehmens in meinem Portfolio, um mich immer wieder daran zu erinnern, was ich bei der Bewertung meiner Aktien beachten muss.

(Ja, ich bin mir der Ironie bewusst, die Position zu behalten, um mich daran zu erinnern, dass man nicht zu lange an einer Aktie hängen darf.)

Selbsterkenntnis ist ein langer Weg

Wir alle haben unsere Schwächen als Investoren, aber wenn wir unsere Schwächen erkennen, dann können wir dabei bessere Investoren werden. Obwohl ich nicht in der Lage gewesen bin, meine schlechten Denkgewohnheiten komplett abzustellen, gibt es ein paar Korrekturen, die ich an meinem Anlagestil vorgenommen habe, um dieses Risiko abzumildern:

  • Ich halte mich an einfachere Investitionsthesen und Geschäftsmodelle, die keine Wachstumstreiber oder  andere glückliche Umstände erfordern. Jedes „wenn“ in einer These ist ein Fehlerpunkt, den ich vielleicht nicht schnell genug identifizieren kann.
  • Ich baue ein einfach zu messendes Kriterium in eine These ein (ich bin ein Fan von mehrjährigen Durchschnittsrenditen), was einen definitiven Ausstiegspunkt bieten kann, wenn die Aktie nicht den Erwartungen entspricht.

Ich weiß, dass das meinen Denkfehler nicht vollständig beheben wird, aber es hilft. Hoffentlich wird dich dieses Eingeständnis dazu ermutigen, eine ähnliche Prüfung deiner eigenen Methoden durchzuführen und dich zu einem besseren Anleger machen.

Wirf dein Geld nicht länger zum Fenster raus!

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Tyler Crowe auf Englisch verfasst und am 21.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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