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Silberpreis: Steigen Silber-Aktien wieder an?

Foto: Getty Images

In den letzten Monaten hat der Aktienmarkt die volle Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen. Seit Februar hat der fast 122 Jahre alte Dow Jones Industrial Average und der breiter aufgestellte S&P 500 einige der größten Zu- und Rückgänge in der Geschichte verzeichnet. Hinzu kamen die ersten Börsenkorrekturen seit zwei Jahren. Historisch gesehen sind Börsenkorrekturen ein guter Zeitpunkt, um hochwertige Aktien zu kaufen und langfristig zu halten.

Doch den meisten Anlegern ist nicht bewusst, dass auf den Edelmetallmärkten große Dinge vor sich gehen. Wie kürzlich erwähnt, hat der Spotpreis von Gold nun die Marke von 1.300 Dollar pro Unze für die längste Zeitspanne seit Mitte 2013 überschritten. Ein Zusammentreffen von Faktoren, darunter ein einigermaßen eingeschränktes Angebot an Gold, die Stimmung der Anleger sowie eine Federal Reserve Bank die im Hinblick auf die Erhöhung der Zinssätze übervorsichtig ist, hat dazu beigetragen, den Glanz von Gold wiederherzustellen.

Doch Gold ist nicht das einzige Edelmetall, das man auf dem Radar haben sollte.

Steigt Silber wieder?

Im Laufe des letzten Jahres hat Silber gegenüber Gold deutlich hinterhergehinkt. Während Gold um fast 5 % an Wert gewonnen hat, ist der Spotpreis von Silber nach Angaben von Kitco bis zum 18. April um knapp 6 % gesunken. Infolgedessen ist das im beliebte Gold-zu-Silber-Verhältnis – ein Maß dafür, wie viele Unzen Silber man benötigt, um eine Unze Gold zu kaufen – wieder gestiegen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts lag das Gold-zu-Silber-Verhältnis im Durchschnitt bei 47:1. Dieser Durchschnitt war bei den Edelmetallanlegern ausschlaggebend dafür, welches der beiden Metalle in den kommenden Monaten und Jahren ihrer Meinung nach besser abschneiden wird.

Wenn das Gold-zu-Silber-Verhältnis unter 50 liegt, gilt Gold im Allgemeinen als das bessere Langzeitinvestment. Und wenn das Gegenteil der Fall ist und das Gold-zu-Silber-Verhältnis über 50 liegt, hat Silber die besten Chancen, Gold zu übertreffen.

Quelle: Kitco.com

Wo stehen wir jetzt? Wie man oben sehenkann, bewegt sich das Gold-Silber-Verhältnis derzeit um die 78,5 und erreichte in den ersten Aprilwochen ein Hoch von 81,8. Historisch gesehen würde dies bedeuten, dass Silber ein größeres Renditepotenzial bietet als Gold.

Aber vielleicht kann uns die Geschichte noch mehr lehren.

Quelle: Kitco.com

Nach Angaben von Kitco lag das Gold-Silber-Verhältnis in den letzten 10 Jahren nur drei Mal über 80. Dies geschah zunächst nach der Großen Rezession, wobei der Preis für Silber in den folgenden drei Jahren um etwa 400 % stieg. Dies geschah auch Ende 2015.

Nach diesem Schritt über 80 stieg der Spotpreis von Silber innerhalb weniger Monate um rund 55 %. Ich möchte, dass dies nichts anderes als Zufall sein könnte und keine Ursache allein durch die Untersuchung des Gold-Silber-Verhältnisses nachgewiesen werden kann. Dennoch sollte die schiere Tatsache, dass Silber beide Male das Gold-Silber-Verhältnis von zuvor 80 erreicht hat, die Aufmerksamkeit der Edelmetallanleger auf sich ziehen, da wir uns wieder einmal an einem solchen Augenblick befinden.

Silberbergbauaktien, die ich mag (und auch besitze)

Wenn Silber sich besser entwickeln sollte als Gold, was ich in den kommenden Jahren für möglich halte, könnten die Silberbergbauaktien den Gesamtmarkt locker überholen. Hier mal zwei Silber-Aktien, die ich persönlich bevorzuge und zur Zeit auch besitze.

Wheaton Precious Metals

Das Interessante an Wheaton Precious Metals (WKN:A0DPA9) ist, dass es sich nicht um ein traditionelles Bergbauunternehmen handelt. Anstatt für das Tagesgeschäft der Minen, einschließlich der Exploration und Produktion, verantwortlich zu sein, fungiert es als Vermittler.

Bergbauunternehmen, die bestehende Bergwerke erweitern oder neue erschließen wollen, benötigen oft viel Kapital. Wheaton Precious Metals stellt dieses Kapital im Gegenzug für Konzessionen zur Verfügung. Diese Konzessionen beinhalten einen Prozentsatz der Gold- und/oder Silberproduktion der betreffenden Mine – etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes von Wheaton stammt aus Silber – sowie die Möglichkeit, diese Metalle zu einem günstigen Marktpreis zu erwerben. So ist Wheaton in der Lage, die erhaltene Produktion zu Marktpreisen umzudrehen und zu verkaufen und die Differenz als Gewinn einzustreichen.

Auch interessant, dass Wheaton Precious Metals zahlreiche Geschäfte mit mehreren Bergbauunternehmen abgeschlossen hat, um sicherzustellen, dass man nicht zu sehr von einem einzelnen Partner abhängig ist. Dies erwies sich im Jahr 2017 als wertvoll, als die Gold- und Silbermine San Dimas in Mexiko von Primero Mining sich Arbeiterstreiks und Ausrüstungsproblemen ausgesetzt sah. Wheaton Precious Metals, das einen Streaming-Deal mit San Dimas hat, war dank seiner anderen Deals und seines ständig wachsenden Streaming- und Royalty-Portfolios nicht allzu stark betroffen.

Im dritten Quartal verzeichnete Wheaton Precious Metals eine operative Marge von 887 Dollar pro Unze für Gold und 12,44 Dollar pro Unze für Silber. Da es sich um ein Royalty- und Streaming-Unternehmen ohne laufende Betriebskosten handelt, profitiert es unmittelbar von einem langfristigen und stabilen Anstieg der Edelmetallpreise. Da rund die Hälfte des Umsatzes auf Silber entfällt, könnte es sich deutlich besser entwickeln als der Gesamtmarkt.

First Majestic Silver

Obwohl ich nicht direkt First Majestic Silver (WKN:A0LHKJ) besitze, werde ich es bald sein, ohne mein Zutun. Ich bin Aktionär der bereits erwähnten Primero Mining, und First Majestic Silver ist dabei, Primero und seine Mine in San Dimas zu erwerben, wobei der Deal voraussichtlich Ende April abgeschlossen sein wird. Wenn dies der Fall ist, werden meine Primero-Aktien gegen Aktien von First Majestic eingetauscht, was mir das Eigentum an dem Bergbauunternehmen gibt, das am stärksten von Silber abhängig ist – etwa 70 % seiner Verkäufe sind ein Ergebnis der Silberproduktion.

First Majestic, das in Mexiko sechs (bald sieben) Minen betreibt, wird in den nächsten zwei bis vier Jahren ein organisches Wachstum mit vielen seiner bestehenden Minen erzielen und seinen Betrieb mit einer neuen Produktion ausweiten. Die Inbetriebnahme in La Encantada und eine Steigerung der Verarbeitung in La Guitarra werden dazu beitragen, die Silberproduktion in den Jahren 2018 und 2019 schrittweise zu steigern.

In der Zwischenzeit haben zwei Projekte im Spätstadium, La Luz und Plomosas, das Potenzial, jährlich jeweils 2 Millionen Unzen Silber zu produzieren. Das Unternehmen strebt eine jährliche Silberproduktion von etwa 20 Millionen Unzen bis 2020 oder 2021 an, was nahezu einer Verdoppelung gegenüber 2016 entspricht.

Als Sahnehäubchen kommt die Mine San Dimas hinzu, die die Silber- und Goldproduktion ankurbeln soll. Ein neuer Streaming-Deal mit Wheaton Precious Metals für die Mine San Dimas soll den Cashflow drastisch erhöhen. Ich bin, was die kommenden Jahre bei First Majestic angeht, in Bullenstimmung. Als Edelmetallanleger sollte man unbedingt mal einen Blick auf das Unternehmen werfen.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 20.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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