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3 neue Dinge im Marihuanageschäft, die die Investoren 2018 erwarten sollten

Foto: Getty Images.

Cannabis mag nur eine Pflanze sein, aber es hat in den letzten Jahren ein interessiertes Publikum in seinen Bann gezogen. In Nordamerika stiegen die Umsätze aus dem Verkauf von legalem Cannabis laut dem Cannabisforschungsunternehmen ArcView im Jahr 2017 um 33 % auf 9,7 Milliarden US-Dollar. In ein paar Jahren könnten sie sich 25 Milliarden US-Dollar nähern. In einem Jahrzehnt könnten laut den Schätzungen von ArcView jährlich 47 Milliarden US-Dollar an legalen Cannabisverkäufen möglich sein. Das ist die Art von Umsatzwachstum, die die Wall Street und die Investoren einfach nicht ignorieren können.

Seit 1996 haben wir erlebt, dass fast drei Fünftel aller US-Bundesstaaten den Konsum von Cannabis in irgendeiner Form genehmigen, wobei neun von ihnen das Freizeit-Cannabis legalisiert haben. Wir haben auch eine nachhaltige Veränderung in der Art und Weise erlebt, wie die Öffentlichkeit die Dinge sieht. Vorbei sind die Zeiten, in denen Cannabis als Tabu galt. Heutzutage wird von Politikern erwartet, dass sie ihre Haltung zu Marihuana bei der Kampagne besprechen, und Eltern können mit ihren Kindern frei über Cannabis sprechen. Eine Umfrage von Gallup vom Oktober 2017 fand 64 % Unterstützung für die Legalisierung von Marihuana auf nationaler Ebene.

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Sowas gab’s noch nie

Jedes Jahr bringt die Cannabisindustrie Überraschungen und „Marihuana-Premieren“ mit sich. Zum Beispiel haben wir Anfang des Jahres erlebt, wie die Cronos Group, ein kanadisches Investmentunternehmen, als erste Marihuana-Aktie in den Nasdaq aufgestiegen ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das noch nicht alle Marihuana-Überraschungen in 2018 gewesen sind. Hier sind noch drei weitere, die du meiner Meinung nach noch vor Ende des Jahres erwarten solltest.

1. Ein entwickeltes Land legalisiert den Verkauf vom Freizeit-Marihuana

Ganz oben auf der Liste steht die erwartete Legalisierung vom Freizeit-Cannabis in Kanada bis zum Sommer. Obwohl Kanada nicht das erste Land der Welt sein wird, das Freizeitpot legalisiert hat – dieser Titel geht an Uruguay – wird es das erste entwickelte Land sein, das dies getan hat.

Die Legalisierung von Marihuana für den Verkauf an Erwachsene in Kanada hat eine lange Zeit gedauert. Premierminister Justin Trudeau hat sich jahrelang dafür eingesetzt und jetzt könnte es endlich soweit sein. Eine Abstimmung im Senat ist für den 7. Juni geplant, wobei die Legalisierung kurz darauf erfolgt, vorausgesetzt, dass der Senat dafür stimmt. Nach der Legalisierung würden Verkäufe an Erwachsene entweder im August oder im September beginnen, wobei eine Verzögerung von acht bis zwölf Wochen zwischen der Zulassung und dem Verkauf an die Verbraucher erwartet wird.

Die Chancen, dass der Senat für die Legalisierung stimmt, stehen außerordentlich hoch. Konservative, die sich einem solchen Schritt widersetzen, sind im kanadischen Parlament in der Unterzahl. Darüber hinaus wurde ein Vorschlag zur Verbrauchssteuer ausgearbeitet, in dem sich alle Provinzen (bis auf eine Provinz, Manitoba) auf eine zweijährige Steueraufteilung mit der Bundesregierung geeinigt haben. Alles scheint gut für die Legalisierung organisiert zu sein, die den Zugang zu 5 Milliarden US-Dollar oder mehr Jahresumsatz möglich machen sollte.

2. Die U.S. Food and Drug Administration genehmigt ein Cannabinoid-basiertes Medikament

Dieses Jahr spricht vieles dafür, dass die FDA ein Cannabinoid-Medikament zulassen wird.

Die Zulassungsbehörde für experimentelle pharmazeutische Produkte prüft derzeit Epidiolex von GW Pharmaceuticals (WKN:693692), das zur Behandlung von zwei seltenen Formen von Epilepsie im Kindesalter entwickelt wurde – das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom. Epidiolex ist ein auf Cannabidiol (CBD) basierendes Medikament, und CBD ist der nicht psychoaktive Bestandteil der Cannabispflanze. Die PDUFA-Überprüfungsdaten sind derzeit für den 27. Juni festgelegt, obwohl es möglich ist, dass die FDA vor diesem Zeitpunkt ein Urteil abgibt.

Was Epidiolex so spannend macht, ist dass es in zwei Anwendungen wirkt. In zwei Zulassungsstudien für jede Anwendung (also insgesamt vier Studien im Spätstadium) erreichte Epidiolex seinen primären Endpunkt einer statistisch signifikanten Reduktion der Anfallshäufigkeit im Vergleich zum Ausgangswert. Insbesondere war das dreimal größer als im Fall des Placebos in Bezug auf die Verringerung der Anfallshäufigkeit gegenüber dem Ausgangswert (39 % gegenüber 13 %) in einer Dravet-Syndromstudie.

Die Investoren sollten jedoch verstehen, dass eine FDA-Zulassung für Epidiolex scheinbar schon seit einer Zeit in den Aktienkurs von GW Pharmaceuticals eingepreist ist. Mit einem möglichen Listenpreis von 30.000 bis 60.000 US-Dollar pro Jahr hat das Marketingteam von GW Pharmaceuticals jetzt die Aufgabe, Versicherer, Ärzte und sogar Patienten dafür zu gewinnen.

3. Senioren ändern ihre Einstellung zum Pot

Schließlich, und ich sehe das als die größte Überraschung von allen drei, werden wir erleben, wie die Senioren ihre Haltung zu Cannabis  ändern werden, wenn Gallup im Oktober 2018 die jährliche Umfrage veröffentlicht.

In den letzten Jahren hatten zwei Gruppen etwas gegen Cannabis: Senioren und Republikaner. Im Jahr 2017 änderte sich das. Laut Gallup waren 51 % der Befragten, die sich als Republikaner identifizierten, für die Legalisierung von Cannabis. Obwohl dies immer noch innerhalb der Fehlergrenze der Umfrage liegt, ist es das erste Mal, dass die Republikaner die nationale Legalisierung von Cannabis favorisiert haben. Damit waren die Senioren die einzige Gruppe, die noch gegen die Legalisierung war.

Die Abneigung der Senioren hat jedoch in den letzten Jahren nachgelassen. Im Oktober 2016 stellte Gallup fest, dass 45 % der Senioren (definiert als 55 Jahre und älter) eine Legalisierung befürworten, zwischen 2003 und 2005 lag diese Zahl bei nur 29 %. Im Laufe der Zeit haben sich viele Babyboomer, die eine wohlwollendere Einstellung zum Cannabis haben, nach Gallups Definition in die Kategorie „Senior“ gedrängt und damit letztlich die Einstellung dieser Gruppe verbessert. Angenommen die meisten Senioren unterstützen medizinisches Marihuana, würde ich vorschlagen, dass 2018 das erste Jahr sein könnte, in dem eine Mehrheit der Senioren die Legalisierung unterstützt.

Denke bitte daran, das diese Umfrage praktisch keine Auswirkung auf den Kongress hat, noch beeinflusst sie die Bewertungen der Marihuana-Aktien. Je mehr Zuspruch von der Bevölkerung kommt, desto schwieriger könnte es für die Politiker in Washington werden, das zu ignorieren.

Warten wir ab, ob sich diese Vorhersagen als vorausschauend oder absurd erweisen.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 19.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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