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Die einzige Statistik, die die Langzeitinvestoren von heute beruhigen sollte

Foto: The Motley Fool.

Was für einen Unterschied doch ein Jahr ausmachen kann. Im vergangenen Jahr konnte die Börse scheinbar nichts falsch machen. Zu keinem Zeitpunkt des Jahres gab es im Dow Jones Industrial Average oder im S&P 500 den geringsten Abwärtstrend, der auch nur annähernd einer Korrektur — d.h. einem Rückgang von 10 % oder mehr  — geglichen hätte.

Im Februar 2018 änderte sich das schlagartig.

Über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten hat der Dow Jones Industrial Average vier seiner neun größten eintägigen Rückgänge in der Geschichte verzeichnet. Unterdessen verzeichnete der breitere S&P 500 sechs seiner 20 größten eintägigen Rückgänge seit Anfang Februar. Es war ein regelrechter Warnschuss für die Investoren, dass sich die Börse in beide Richtungen bewegen kann und wird.

Der Kampf zwischen Panik und Beharrlichkeit

Wie du dir vorstellen kannst, ist Panik eine normale Reaktion, wenn die Indizes tief in den roten Bereich fallen. Die vom Marktforschungsunternehmen Yardeni Research gesammelten Daten zeigen, dass während der Aktienmarkt viel mehr Zeit damit verbringt, sich in einer Hausse zu erholen als aufgrund einer Korrektur oder einer Baisse (einem Rückgang von 20 % oder mehr von einem neuen Hoch) zu fallen, die Geschwindigkeit der Abwärtsbewegungen die Anleger normalerweise überrascht. Die Korrektur brauchte nur 13 Kalendertage, um den Billionen an Marktkapitalisierung auszulöschen.

Dennoch ist es fast immer der falsche Weg, panisch zu verkaufen. In der Vergangenheit erzielte der Aktienmarkt eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7 %, einschließlich der Wiederanlage der Dividende und bereinigt um die Inflation. Dies würde darauf hindeuten, dass das Festhalten an deiner Investment-These dir solide langfristige Renditen einbringen sollte.

Was soll der Investor also tun? Wir wissen nicht, wann es zu Börsenkorrekturen kommen wird, wir haben keine Ahnung, wie stark der Markt fallen wird, und wir werden nie im Voraus wissen, wie lange Korrekturen dauern werden. Aber wir haben Daten, die bestätigen, dass es den heutigen Investoren viel besser geht als noch ihren Eltern oder Großeltern. Letztlich ist es diese eine Statistik, die sich durchsetzen sollte und den heutigen Langzeitinvestoren am Ende des Tages ein ziemlich gutes Gefühl hinsichtlich sich selbst und ihrer Anlageportfolios vermitteln sollte.

Diese Statistik sollte dir ein besseres Gefühl hinsichtlich deiner Investitionen geben

Mit den Daten von Yardeni Research untersuchte ich jede einzelne Bärenmarktkorrektur — eine tatsächliche, nicht gerundete Bewegung von mehr als 20 % — seit der Gründung des S&P 500 im Jahr 1929. Was ich fand, waren 20 Bärenmärkte in den letzten 90 Jahren. Aber nicht die Gesamtzahl der Bärenmärkte fällt auf, sondern ihre Platzierung und Häufigkeit.

DATENQUELLE: YARDENI RESEARCH. GRAFIK: AUTOR. 20 BÄRENMÄRKTE DES S&P 500 SEIT DER GRÜNDUNG.

Wie du erkennen kannst, hatten wir in den letzten 30 Jahren nur zwei Bärenmärkte. Das bedeutet aber nicht, dass kein weiterer kommen wird. Wenn wir etwas gelernt haben, dann das, dass Bärenmärkte ein unvermeidlicher Teil des Investitionszyklus sind. Doch es gab eine klar definierte Verschiebung, basierend auf diesen Daten, in der Baisse. Zwischen 1929 und 1946 litten die Anleger unter 10 Bärenmarktkorrekturen. In den folgenden 41 Jahren folgten weitere acht Bärenmärkte.

Was hat sich in diesen Jahrzehnten verändert? Obwohl es wahrscheinlich eine Reihe von Faktoren gibt, ist meine feste Überzeugung, dass der Zugang der Investoren zu Informationen den Unterschied ausmacht. Vor den späten 1980er Jahren gab es praktisch keinen unmittelbaren Zugang zu Informationen. Es gab kein Internet und fast jeder prüfte die Entwicklung seiner Aktien am nächsten Morgen in der Zeitung. Seit dem Aufkommen des Internets hat sich die Verbreitung von Daten beschleunigt, sodass der Kleinanleger besser informiert ist als je zuvor.

Doch selbst Computer können kurzzeitig ausfallen und zu „Flash-Crashs“ an der Börse führen. Aber als Ganzes haben sie es einfacher denn je gemacht, auf Finanzdaten zuzugreifen, sodass die Investoren einen kühlen Kopf bewahren können.

Mit anderen Worten, solange die Main Street und die Wall Street mit einem Mausklick Zugang zu den gleichen Informationen haben, scheinen sich die Handelsungleichgewichte und -ängste, die sich in den 1930er Jahren manifestierten, nicht zu wiederholen. Letztlich sollte sich der Anleger dadurch viel besser fühlen, wenn er seinen Anlagen langfristig vertraut.

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The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 17.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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