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3 Dinge, die man über das dritte Quartal von Aphria wissen sollte

Foto: Getty Images.

Zu sagen, dass das Jahr 2018 für Aphria (WKN:A12HM0) voller Veränderungen war, ist eine ziemliche Untertreibung. Der kanadische Marihuana-Produzent hat zwei der fünf größten Übernahmen von Cannabis-Unternehmen aller Zeiten abgeschlossen und Broken Coast Cannabis und Nuuvera gekauft. Eine dieser Transaktionen war sehr umstritten, da das Managementteam von Aphria unter Beschuss geriet, weil es seine persönlichen Anteile an Nuuvera zunächst nicht bekannt gab. Und das Unternehmen reduzierte seine Aktivitäten in den USA aus Besorgnis darüber die  Zulassungsbedingungen an der Toronto Stock Exchange nicht erfüllen zu können.

Bei all dem könnte man sich fragen, ob Aphria sich noch auf sein Kerngeschäft mit medizinischem Marihuana konzentrieren konnte. Das Unternehmen hat diese Bedenken am Montagmorgen ausgeräumt, als es die Ergebnisse seines dritten Quartals, das am 28. Februar 2018 endete, bekannt gab. Hier sind drei Dinge, die du von Aphrias Q3-Update wissen willst.

1. Rekordumsatz

Aphria erzielte im dritten Quartal einen Rekordumsatz von 10,3 Millionen kanadischen Dollar (8,2 Millionen US-Dollar). Damit hat sich der Umsatz des Unternehmens im Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Das spiegelt auch einen Sprung von 20 % gegenüber dem zweiten Quartal wider.

Es gab zwei Gründe für das starke Umsatzwachstum von Aphria. Erstens, sowohl die Großhandelslieferungen als auch der Verkauf von medizinischem Cannabis an die Patienten nahmen deutlich zu. Zweitens konnte Aphria die Verkäufe von Broken Coast im Februar nach Abschluss der Übernahme einbeziehen.

Darüber hinaus verzeichnete Aphria das zehnte Quartal in Folge ein positives bereinigtes EBITDA. Der Marihuana-Produzent erzielte im dritten Quartal ein bereinigtes EBITDA von 2,9 Mio. kanadischen Dollar, 238 % mehr als im Vorjahr. Auch der Reingewinn von Aphria erreichte im dritten Quartal mit 12,9 Millionen kanadischen Dollar einen neuen Rekordwert. Das Ergebnis des Unternehmens wurde durch höhere Einnahmen und einen Gewinn aus der Veräußerung einiger seiner Anteile an Liberty Health Sciences, das sich auf den US-Marihuana-Markt konzentriert, gesteigert.

2. Gute Cash-Position

Dank der im dritten Quartal abgeschlossenen Buy-Deal-Finanzierungen sitzt Aphria nun auf einem schönen Barvorrat. Das Unternehmen wies zum 28. Februar liquide Mittel und Wertpapiere in Höhe von insgesamt 173,7 Mio. kanadischen Dollar aus.

Was könnte Aphria mit dem ganzen Geld machen? CEO Vic Neufeld erklärte, dass Aphrias starke Finanzlage die „Flexibilität bietet, attraktive Investitionsmöglichkeiten im In- und Ausland zu verfolgen“.

Obwohl Neufeld nicht die Möglichkeit erwähnte, etwas von seinem Kapital zu verwenden, um Schulden zu bezahlen, ist das nicht überraschend. Die langfristigen Verbindlichkeiten von Aphria belaufen sich auf weniger als 29,5 Millionen kanadische Dollar. Da die Zinssätze immer noch relativ niedrig sind, kostet es das Unternehmen nicht zu viel, seine Schulden zu bedienen. So kann Aphria sein Vermögen, für den Fall einer attraktiven Akquisitionsmöglichkeit, aufsparen.

3. Riesige Kapazitäten in der Pipeline

Nicht alle Angaben im Q3-Ergebnis von Aphria beziehen sich direkt auf die finanzielle Performance des Unternehmens. Einige dieser Details dürften jedoch einen großen Einfluss auf die zukünftige finanzielle Performance von Aphria haben.

Aphria scheint in guter Verfassung zu sein, wenn es darum geht, die Produktionskapazität zu erhöhen. Das Unternehmen berichtete, dass die 700.000 Quadratfuß große Erweiterung am Standort Aphria One und der 1,3 Millionen Quadratfuß große Ausbau am Standort Aphria Diamond planmäßig verlaufen. Die ersten Verkäufe von Cannabis aus beiden Einrichtungen werden für Januar 2019 erwartet.

Darüber hinaus ist die Erweiterung der Phase 3 von Broken Coast abgeschlossen und wartet auf eine Anbaulizenz von Health Canada. Der Ausbau der Anlage in Phase 4 wurde überarbeitet und um zusätzliche Flächen erweitert. Diese Änderung dürfte den ersten Verkauf von Marihuana aus dieser Erweiterung auf Herbst 2019 verschieben.

Angesichts dieser Expansionsbemühungen sagte Neufeld, dass Aphria „über ausreichende Kapazitäten verfügen wird, um die erwartete Nachfrage in Kanada und auf unseren internationalen Märkten zu decken“.

Blick in die Zukunft

Die wichtigste bevorstehende Entwicklung für Aphria ist die erwartete Legalisierung des Konsums von Marihuana in Kanada. Wenn alles auf Kurs bleibt, wird der kanadische Senat im Juni ein Gesetz zur kompletten Legalisierung von Marihuana verabschieden. Es wird einige Monate dauern, bis sich die Provinzen auf den Verkauf von Cannabis im Einzelhandel vorbereitet haben, aber Aphria könnte bis September einen großen neuen Markt erschließen.

Angenommen, es gibt keine Überraschungen bei den Legalisierungsbemühungen, dann werden die Investoren genau beobachten, wie groß die Nachfrage für „Freizeit-Marihuana“ ist. Aphria und andere Marihuanazüchter haben ihre Produktionskapazität in Erwartung einer hohen Inlandsnachfrage stark erhöht. Wenn die Nachfrage nicht so groß ist wie erwartet, wäre das eine schlechte Nachricht für die kanadische Cannabisindustrie.

Gleichzeitig sollten die Investoren aber auch auf das Wachstum der internationalen Märkte für medizinisches Marihuana, insbesondere in Deutschland, achten. Es ist möglich, dass die Nachfrage auf diesen internationalen Märkten Überkapazitäten absorbieren könnte, die nach der Lieferung von Marihuana an den kanadischen Markt verbleiben.

Eine weitere aktuelle Entwicklung könnte für Aphria auf längere Sicht von enormer Bedeutung sein. Letzte Woche, verkündete Senator Cory Gardner  ein Abkommen mit Präsident Trump, das sicherstellt, dass die US-Bundesregierung nicht in die Gesetzgebung der Staaten eingreifen wird, die Marihuana legalisiert haben. Gardner sagte auch, dass Trump zustimmte, die Legalisierung zu unterstützen, und die US-Bundesgesetze so zu ändern, dass das Problem dauerhaft gelöst wird.

Aphria hat einen Teil seiner Vermögenswerte in den USA veräußert. Eine Änderung der Bundesgesetze würde dem Unternehmen jedoch die Möglichkeit eröffnen, noch stärker als bisher in den US-Markt zurückzukehren. Natürlich ist im politischen Prozess nichts garantiert, aber das könnte einen großen Unterschied für Aphrias Wachstumsaussichten ausmachen.

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The Motley Fool besitzt keiner der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und wurde am 16.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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