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Lässt sich Microsoft von diesem Startup die (AR-)Butter vom Brot nehmen?

Foto: Getty Images

Microsofts (WKN:870747) HoloLens, das digitale Objekte auf reale Oberflächen projiziert, wird oft als die nächste große Plattform für den Markt rund um Augmented Reality (AR) angesehen. Allerdings kostet die Entwicklerversion der HoloLens immer noch satte 3.000 Dollar, und Microsoft hat sich noch nicht auf eine Veröffentlichung für den Endverbraucher festgelegt.

Diese Verzögerung hat kleineren Unternehmen die Möglichkeit gelassen, innovative neue AR-Geräte auf den Markt zu bringen. Ein solches Unternehmen ist Leap Motion, ein Startup, das sich auf Handtracking-Technologien für den AR-Markt spezialisiert hat. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung Ende 2010 100 Millionen Dollar ei ngesammelt und vor kurzem ein Prototyp- -Headset namens Project North Star auf den Markt gebracht.

Project North Star sieht sperriger und weniger elegant aus als das HoloLens, aber der Prototyp verfügt über zwei 1.600 x 1.400 LCD-Displays mit 120 Hertz und einem Sichtfeld von 100 Grad. Die Handsensoren von Leap Motion erkennen menschliche Hände und können digitale Steuerungen auf die Finger des Benutzers projizieren sowie Gesten lesen.

Das Setup klingt teuer, aber Leap Motion behauptet, dass es dank der Einfachheit seines optischen Systems für weniger als 100 Dollar gefertigt werden kann. Das Unternehmen plant noch nicht, das Headset kommerziell auf die Wege zu bringen, aber die zugrundeliegende Technologie könnte den AR-Headset-Markt für Unternehmen wie Microsoft durcheinanderwirbeln.

Warum kommt die HoloLens nicht?

Als Microsoft Anfang 2015 die HoloLens vorstellte, waren die Tech-Fans von den Holo-Demos von Minecraft und anderen 3D-Anwendungen begeistert. Microsofts später eingeführte „holografische“ Funktionen für Windows 10 deuten darauf hin, dass die HoloLens später einmal die Maus oder die Tastatur ersetzen könnte.

Im Jahr 2016 brachte Microsoft die Entwicklungskit-Version der HoloLens auf den Markt, die 3.000 Dollar kostete. Eine „Commercial Suite“, die Enterprise-Features beinhaltet, kostet 5.000 Dollar. Im vergangenen Jahr wurde berichtet, dass Microsoft erst 2019 eine neue Version der HoloLens auf den Markt bringen würde, und es war nicht klar, ob sich das Update an Mainstream-Anwender richten würde. Microsoft hat die neue Version angeblich bewusst nach hinten verschoben, damit sie wie ein bedeutendes Upgrade gegenüber dem Original daherkommt.

In der Zwischenzeit hat sich Microsoft mit mehreren Hardware-Partnern zusammengetan, um billigere „Mixed Reality“-Headsets auf den AR/VR-Markt zu bringen. Diese Headsets verfügen über ähnliche Bedienelemente wie die HoloLens und könnten dazu führen, dass der Normalverbraucher dann das höherwertige AR-Gerät bei dessen Markteinführung bevorzugt.

Microsoft könnte im AR-Markt ins Hintertreffen geraten

Microsofts übervorsichtiger Umgang mit der HoloLens ist nachvollziehbar, da man nicht will, dass das Gerät das gleiche Schicksal erleidet wie einst der Kinect Bodysensor für die Xbox 360, Xbox One und Windows-Geräte. Der Kinect war revolutionär, aber ein Mangel an starken Anwendungen (sprich: Software) machte ihn zu einem überteuerten und unnötigen Accessoire.

Allerdings könnte Microsofts vorsichtiger Ansatz dazu führen, dass man den Anschluss verliert. Das Projekt North Star von Leap Motion zeigt, dass Komponenten für AR-Headsets billiger werden, während sich die Bewegungsmessung und die optischen Technologien verbessern. Wenn ein Startup mit 100 Millionen Dollar Finanzierung glaubt, dass man AR-Headsets für 100 Dollar produzieren kann, dann kann man sich ja ausmalen, was Unternehmen mit richtig viel Geld schaffen könnten.

Das trifft natürlich auf den Herausforderer Alphabet (WKN:A146YF) zu. Das von ihnen unterstützte Magic Leap hat 2,3 Milliarden Dollar von einer Vielzahl von Investoren erhalten. Das Unternehmen plant noch in diesem Jahr die Markteinführung des Headsets Leap One AR, das einer Brille ähnelt. Alphabets Google hat vor kurzem auch eine zweite Version von Google Glass für Enterprise-Nutzer auf den Markt gebracht.

Apple (WKN:865985) hat ebenfalls eine Reihe von Zukäufen im Bereich AR getätigt, aus dem Patentamt ist durchgesickert, dass man ein AR-Headset entwickelt, das mit iPhones gepaart werden könnte. Mit der ARKit-Software des Technologiekonzerns können Entwickler auch AR-Anwendungen für iOS-Geräte einfach selber erstellen.

Wird Leap Motion (oder andere Unternehmen) Microsoft überholen?

Microsoft hat immer noch einen First Mover-Vorteil im AR-Markt. Aber die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass mehr AR-Geräte auf den Markt kommen könnten, bevor die nächste HoloLens kommt, während Startups wie Leap Motion und Magic Leap die Entwicklung der AR-Hardware revolutionieren könnten.

Wenn Microsoft nicht am Ball bleibt, indem man vielversprechende Startups wie Leap Motion kauft, könnte man ins Hintertreffen geraten – und einen Markt verlieren, den man sogar mitgeschaffen hat.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet und Apple.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 14.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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