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Dividenden-Urgestein Royal Dutch Shell: Drei interessante Sichtweisen, die jeder Investor kennen sollte

Foto: The Motley Fool

Bereits bei meiner ersten offiziellen Aktieneinschätzung für Motley Fool habe ich die B-Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) ausgewählt. Damals wie heute bin ich von dem Papier überzeugt, ansonsten hätte ich diese Einschätzung inzwischen selbstverständlich revidiert. Die Gründe für diese Einschätzung kannst du übrigens im verlinkten Artikel nachlesen.

Nach inzwischen fast einem Jahr möchte ich das Papier von Royal Dutch Shell heute noch einmal genauer analysieren. Dazu verwende ich vertretbare pessimistische, realistische und optimistische Sichtweisen.

Der pessimistische Blickwinkel

Anfangen wollen wir zunächst mit einem tendenziell schlechten Szenario, das bei Royal Dutch Shell durchaus im Bereich des Möglichen liegen könnte.

Da Royal Dutch Shell nach wie vor stark abhängig vom Ölpreis ist, hängt viel von dessen Entwicklung ab. Sofern es hier schlecht läuft, weil beispielsweise der Konflikt im Nahen Osten schneller als gedacht geschlichtet werden kann oder die Schieferölproduzenten den Markt überschwemmen oder die OPEC in naher Zukunft ihre Fördergrenzen aufweicht, könnte das auch für Royal Dutch Shell durchaus relevant sein.

Dennoch glaube ich felsenfest, dass sämtliche Akteure im Ölmarkt kein Ölpreisniveau für langfristig erstrebenswert halten, wie es im Jahr 2016 beispielsweise noch gegeben war. Hier rutschten die Notierungen von Brent und WTI ja zumindest zeitweise auf Dumping-Preise im Bereich der 30-US-Dollar-Marke.

Selbst wenn der Ölpreis daher überaus volatil bleibt und einbricht, glaube ich, dass im langfristigen Mittel zumindest die Marke von 50 US-Dollar realistisch ist. Und wie die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017 gezeigt haben, war Royal Dutch Shell auf diesem Niveau durchaus profitabel und konnte sich sogar eine üppige Dividende leisten. Diese könnte daher selbst in einem der schlechteren Szenarien sicher bleiben.

Der realistische Blickwinkel

Sofern man einen Mittelweg zwischen Optimismus und Pessimismus wählen möchte, könnte das folgende Szenario ein durchaus plausibles sein:

Der Ölmarkt gerät zunehmend ins Stocken. Auf der einen Seite gibt es schwelende Konflikte im Nahen Osten sowie zwischen den beiden größten Ölförderern Russland und den USA. Auf der anderen Seite existieren allerdings auch Faktoren wie eine zwischenzeitlich erstarkende Schieferölproduktion oder ein leichtes Aufweichen der OPEC-Förderbegrenzungen. Oder andere Faktoren, die auf beiden Seiten der Waage gewichtig sind.

Der Ölpreis schwankt infolgedessen zeitweise, stabilisiert sich aber kontinuierlich in etwa auf dem aktuellen Niveau oder phasenweise auch etwas darunter. Langfristig könnte jedoch ein Nachfrageüberhang beim Ölpreis entstehen; davon will der gegenwärtige Markt allerdings noch wenig wissen.

Unter diesen Voraussetzungen könnte Royal Dutch Shell prinzipiell sprudelnde Gewinne einfahren, die über dem Niveau der Dividendenzahlungen liegen. Diese Mittel verwendet der Konzern, um seine Bilanz aufzupolieren oder in weitere Projekte zu investieren. Eigentlich nicht übel, oder?

Der optimistische Blickwinkel

Kommen wir zuletzt noch zu einem Szenario, das Royal Dutch Shell in jedweder Hinsicht zum Vorteil gereicht.

Die Spannungen im Nahen Osten sowie zwischen Russland und den USA halten an. Die Schieferölproduzenten haben kaum einen Einfluss auf den Ölpreis. Langfristig steigt zudem die Nachfrage nach Öl und es zeichnet sich ab, dass in den Krisenjahren im Ölmarkt viel zu wenig in künftige Förderprojekte investiert worden ist. Das aktuell hohe Niveau beim Ölpreis ist infolgedessen lediglich eine Zwischenetappe.

Sofern man alles unter dieser zugegebenermaßen rosaroten Brille sehen möchte, könnte Royal Dutch Shell (wie viele andere Akteure im Ölmarkt) vor wirklich goldenen Zeiten stehen. Royal Dutch Shell könnte sich eine Dividende leisten, sie womöglich erhöhen und fortwährend investieren oder Bilanzkosmetik betreiben.

Nicht übel, oder?

Wenn du mich fragst, sind alle diese Szenarien durchaus interessant. Selbst in einem eher schlechten Szenario wäre die seit 1945 ungekürzte Dividende des Konzerns sicher und alle Einkommensinvestoren erhielten langfristig weiterhin hohe Ausschüttungen.

Da folglich selbst mit einigem Pessimismus das Papier durchaus seine Reize hat, habe ich mich unter anderem vor knapp einem Jahr entschieden, dieses auf meine Empfehlungsliste zu setzen.

Ausgeschlossen bleiben in dieser Betrachtung selbstverständlich Ereignisse, die nur schwer vorhersehbar sind, wie beispielsweise die „Deep Water Horizon“-Katastrophe bei BP (WKN: 850517) oder ähnliche plötzlich auftretende Krisensituationen.

Aber sofern alles regulär läuft, halte ich das Papier auch weiterhin für alle Dividendenjäger interessant.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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