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Die Macht des langfristigen Investierens in einer einzigen Statistik

Foto: Getty Images.

2017 war der Aktienmarkt so wenig volatil wie lange nicht mehr. Über das Jahr 2018 lässt sich das bislang allerdings nicht sagen. Seit dem Höchststand am 26. Januar dauerte es bloß 13 Tage, bis der Dow Jones Industrial Average und der S&P 500 mehr als 10% fielen. Nach über zwei Jahren sahen die Anleger einer echten Börsenkorrektur ins Auge.

Wer hat Angst vor der Korrektur?

Natürlich sind Korrekturen an sich selbst keine Seltenheit. Die Marktanalysefirma Yardeni Research bietet detaillierte Einsichten von Korrekturen und Bärenmärkten (ein Absinken von 20 % oder mehr gegenüber Höchstständen), die bis ins Jahr 1929 zurückreichen. Seit 1950 gab es 36 verschiedene Fälle, in denen der S&P 500 um mindestens 10 % – d.h. offizielles Korrekturgebiet – gefallen ist, was darauf hindeutet, dass im Durchschnitt alle zwei Jahre eine Korrektur stattfindet. Dennoch herrscht gerade bei Kleinanlegern Panik, wenn die Korrektur dann kommt.

In den letzten rund zwei Monaten waren bei verschiedenen Nachrichtenagenturen echte Weltuntergangsschlagzeilen zu lesen, und zwar jedes Mal, wenn der Dow scheinbar mehr als ein paar hundert Punkte verliert. In der englischsprachigen Welt sah das so aus:

  • Dow plunges 724 points as trade war fears rock Wall Street“ — CNN Money, 22. März 2018
  • The Stock Market Is Crashing. Here’s What You Should Do“ — Time, 5. Februar 2018
  • Stocks Collapse: Dow Suffers Worst One-Day Point Drop Ever“ — RTT News, ebenfalls 5. Februar 2018
  • Carl Icahn Warns Volatile Stock Market Will ‚Implode‘ One Day“ — Fortune, 6. Februar 2018

Wenn ich diese Schlagzeilen lese, würde ich auch nicht investieren wollen. Und das ist eine wachsende Sorge.

Laut einer Umfrage von Ally Financial vom Oktober sahen 61 % der mehr als 2.000 befragten Erwachsenen den Aktienmarkt als „beängstigend oder einschüchternd“ an. Eine separate Umfrage von Bankrate im Juli 2017 ergab, dass nur 13 % der Millennials erwägen würden, ihr Geld an der Börse einzusetzen, 30 % bevorzugten Bargeld und 17 % tendierten zu Gold gegenüber dem Aktienmarkt.

Hier der Beweis für die Macht langfristiger Investitionen

Aus Daten der Vergangenheit wissen wir jedoch, dass der Aktienmarkt langfristig die besten Chancen auf Vermögenszuwachs bietet. Wer nach wie vor skeptisch ist, sollte sich mal die folgenden Daten anschauen – die könnte die Meinung schnell ändern.

Quelle: Wikipedia. Tabelle vom Autor. Einnahmen beinhalten Dividenden

Oben ist eine Tabelle mit den jährlichen Renditen im S&P 500, einschließlich der Dividenden, seit 1970. Ebenfalls aufgeführt ist die jährliche Rücklaufquote von fünf Jahren für jedes Jahr seit 1974.

Was fällt auf? Nun, von den 44 Jahren hatten nur sieben einen negativen Durchschnitt. Von diesen sieben Jahren lag die annualisierte negative Rendite zwischen minus 0,21 % und minus 2,35 %. Obwohl die Anleger in diesen fünf Jahren Geld verloren, war die annualisierte Verlustrate wirklich minimal.

Das vergleiche man mal mit den 37 Jahren, in denen die annualisierte 5-Jahres-Rendite positiv ausfiel. In 27 von 37 Jahren lag die annualisierte 5-Jahres-Rendite bei mehr als 10,7 %. Tatsächlich ist die durchschnittliche annualisierte Fünf-Jahres-Rendite über diesen Zeitraum von 44 Jahren ein überwältigender Wert von 14 %, einschließlich der Dividenden. Das würde zu einer durchschnittlichen Verdoppelung des Einsatzes in weniger als sechs Jahren führen.

Was bedeutet das alles?

Jetzt, da ich genügend Zahlen als Geschütz aufgefahren habe, kann man sich fragen, was ich überhaupt damit sagen will. Ganz einfach: wer in regelmäßigen Abständen (z.B. einmal pro Woche, Monat oder Quartal) hochwertige Aktien kauft, sollte langfristig die Nase vorn haben.

Man kann ja nie genau wissen, wann eine Korrektur oder eine Baisse eintreten wird, wie stark die Indizes fallen werden, oder wie lange eine Korrektur oder eine Baisse anhalten wird. Aber wir wissen, dass auf bislang jede einzelne Korrektur, abgesehen von der aktuellen Korrektur, eine Hausse-Rallye folgte, oft schon innerhalb weniger Wochen oder Monate. Auch wenn wir beim Investieren nie Sicherheit haben können, traf diese Folge in der Vergangenheit zu 100 % zu. Mehr Sicherheit gibt es eigentlich nicht. Allerdings muss man schon langfristig dabei sein.

Anders gesagt: einmal Investieren und dann am Ball bleiben, auch wenn es hart wird.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 13.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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