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Intel könnte gleich 5 Märkte an gewieftere Unternehmen verlieren

Foto: Getty Images

Intel (WKN:855681) ist der weltweit größte Hersteller von PC- und Rechenzentrums-CPUs. Es kontrolliert fast 80 % des PC-CPU-Marktes und 99 % des Rechenzentrum-CPU-Marktes. Diese beiden Märkte, die den größten Teil des Umsatzes von Intel generieren, machen das Unternehmen zum zweitgrößten Chiphersteller der Welt – nach Samsung.

Trotz großer Wettbewerbsvorteile in den Kernmärkten sieht die langfristige Zukunft von Intel düster aus. Das mittlerweile 49 Jahre alte Unternehmen hat den Wechsel hin zu mobilen Geräten verpasst, sich von Moore’s Law gelöst und hat damit zu kämpfen, dass Upgrades in PCs und Rechenzentren immer langsamer vorgenommen werden.

Intel versucht, mit Investitionen in Internet of Things (IoT)-Chips, programmierbare Chips und nichtflüchtige Speicherchips immer einen Schritt voraus zu sein. Man geht in neue Märkte wie Baseband-Modems, Wearables, Drohnen und fahrerlose Autos. Aber wenn Intel nicht vorsichtig ist, könnte es fünf seiner wachstumsstärkeren Märkte an andere Unternehmen verlieren.

Baseband-Modems

Im Jahr 2016 teilte Apple (WKN:865985) seine Baseband-Modem-Bestellungen zwischen Intel und Qualcomm auf. Intel freute sich darüber aus zwei Gründen – Apple hatte Qualcomm-Modems seit Jahren exklusiv eingesetzt, und die Umstellung half Intel, wieder Fuß im Mobilfunkmarkt zu fassen.

Intels Baseband-Modems waren langsamer als die von Qualcomm, aber die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten zwischen Apple und Qualcomm haben Apple angeblich dazu bewogen, ausschließlich Intel-Modems in seinen iPhones von 2018 zu verwenden. Verschiedene Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Apple mit Qualcomms Rivalen MediaTek über einen neuen Modemvertrag spricht und dass Apple sein eigenes Modem entwickelt, um sich vollständig von Modemherstellern von Drittanbietern unabhängig zu machen.

Intel gibt nicht genau an, wie viel Geld es mit dem Verkauf von Modems verdient, die in seiner Client Computing Group enthalten sind. Jedoch schätzte mein Kollege Ashraf Eassa vor kurzem, dass Intel über 1 Milliarde Dollar jährlich mit Modems einnehmen könnte — das würde 1,5 % seines projizierten Einkommens dieses Jahr gleichkommen.

Mac-Prozessoren

Intel generiert mehr Umsatz mit Apple durch den Verkauf von Mac Prozessoren. Ein kürzlich veröffentlichter Bloomberg-Bericht behauptet jedoch, dass Apple bis 2020 auch Intels CPUs durch seine eigenen CPUs ersetzen könnte. RBC Capital Markets schätzt, dass dies die jährlichen Einnahmen von Intel um 3 bis 4 Milliarden Dollar bzw. 5 bis 6 Prozent der erwarteten Einnahmen reduzieren könnte.

Kein Wunder, denn Apple verwendet bereits eigene Chips der A-Serie im iPhone, iPad und Apple TV. Es ist unklar, ob Apple CPUs herstellen kann, die dem Industriestandard von Intel entsprechen, aber in zwei Jahren kann viel passieren.

Das Internet der Dinge

Intels IoT-Einnahmen stiegen im vergangenen Jahr um 20 % und machten 5 % des Umsatzes aus. Dieses Wachstum sieht solide aus, aber Intel bleibt der Underdog im IoT-Markt im Vergleich zu SoftBanks (WKN:891624) Arm Holdings.

Arms Chipdesigns dominieren den Mobil- und IoT-Markt, da sie im Allgemeinen anpassbarer und energieeffizienter sind als Intels Chips. Arm lizenziert seine Designs an eine Vielzahl von Chipherstellern, darunter Apple, Qualcomm, MediaTek und NVIDIA (WKN:918422).

Arm behauptet, dass sein Chip in 95 % aller Smartphones, 95 % aller Wearables und 85 % aller Infotainment- und Under-the-Hood-Systeme weltweit zu finden ist. Arm hat sich kürzlich mit NVIDIA zusammengetan, um die KI-Fähigkeiten seiner Low-Power-IoT-Geräte zu verbessern.

Rechenzentren

Apropos NVIDIA: Der GPU-Hersteller wird aus zwei Gründen zu einer großen Bedrohung für Intel im Rechenzentrumsmarkt. Erstens, seine High-End Tesla Grafikprozessoren verdrängen Intels Xeon CPUs in ihrer Bedeutung für maschinelle Lernaufgaben. Dies bedeutet, dass Unternehmenskunden ihre CPU-Upgrades verschieben können, um mehr GPUs zu kaufen.

Zweitens könnten der NVIDIA DGX-1, der angeblich „400 Server in einem einzigen Gehäuse“ unterbringt, und der DGX-2, ein Rack mit der doppelten Rechenleistung des DGX-1, den traditionellen Rechenzentrumsmarkt mit ihren kompakten Designs, niedrigeren Preisen und energieeffizienteren Setups empfindlich stören.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Forrester ergab, dass die DGX-1 (kostet 129.000 Dollar), die von acht Tesla-GPUs und zwei Xeon-CPUs angetrieben wird, die Kosten im Rechenzentrum „um Millionen senken“ und sich in weniger als sechs Monaten amortisieren könnte.

Fahrerlose Autos

Intel hat auf dem Automobilmarkt gute Fortschritte gemacht. Man führte die Atom Automotive Chips für Infotainment- und Navigationssysteme ein, erwarb den führenden ADAS (Advanced Driver Assistance Systems) Hersteller Mobileye und kaufte Computer Vision Startups wie Movidius und Itseez. In Zusammenarbeit mit BMW und Fiat Chrysler soll in den folgenden Jahren eine selbstfahrende Plattform entwickelt werden.

Dennoch hat NVIDIA bei fahrerlosen Autos immer noch einen First-Mover-Vorteil. Sein Supercomputer Drive PX, der traditionelle Autos in autonome umwandelt, ist wohl die fortschrittlichste fahrerlose Plattform auf dem Markt. Es hält Partnerschaften im autonomen Fahren mit einer wachsenden Liste von Unternehmen, darunter Baidu, Volkswagen, Mercedes-Benz, Tesla und Toyota.

Fazit

Intel will sich eindeutig weiterentwickeln. Dennoch sollten Anleger Apple, Arm und NVIDIA im Auge behalten, um zu verstehen und einschätzen zu können, was die Konkurrenz so alles treibt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple, Baidu, Nvidia und Tesla und besitzt Aktien von Qualcomm. TMF empfiehlt Intel.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 10.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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