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„X-Bank senkt das Kursziel für den DAX auf…“

Foto: Getty Images

Bestimmt kennst du sie auch. Diese Meldungen, dass irgendeine Bank das Kursziel für den DAX oder einen anderen Index heraufgesetzt oder herabgestuft hat.

Beinahe täglich geben Akteure, Banken, Analysten und Laien ihre Meinung zum Marktgeschehen ab und kommen zu mal mehr, mal weniger krummen Kurszielen für alle möglichen Indices.

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Doch was verbirgt sich eigentlich hinter derartigen Meldungen? Was veranlasst die Akteure zu Änderungen? Und wie sollten Foolishe Anleger damit umgehen? Fragen über Fragen. Versuchen wir Antworten zu finden.

Was sich dahinter verbirgt

Analysten werden in der Regel dafür bezahlt, eine Meinung zu haben. Möglichst konkret sollen sie sich zu den Geschehnissen am Markt äußern und ihre Einschätzung geben. Natürlich qualifiziert, am besten auch quantifiziert.

Kursziele sind daher grundsätzlich ein Mittel, mit dem Analysten und Banken ihre Einschätzungen zum Markt und zu beliebten Indices abgeben, die sie durch ein Kursziel zum Wochenende, Monatsende oder Jahresende äußern.

Dabei liegen ihnen ganz unterschiedliche Bewertungsmittel zur verfügen. Einige betrachten zu diesem Zweck den Chart und ermalen sich mit bunten Voodoo-Trend-Linien Kursziele, die sie für realistisch halten. Andere schauen auf die fundamentale Bewertung der zugrundeliegenden Aktien und vergleichen sie mit anderen vergleichbaren Märkten und errechnen dadurch einen in ihren Augen fairen Wert. Wieder andere betrachten die geopolitische Chancen-Risiken-Lage und versuchen mit deren Hilfe Kurssteigerungen oder -einbrüche vorherzusehen. Und wieder andere machen alles oder mixen bunt durcheinander.

Was wir jedoch letztlich von diesen Meldungen mitnehmen sollten, ist, dass solche Meldungen den (zuweilen auch mal kurzfristigen) Versuch darstellen, durch Analysen ein Gefühl vom Markt zu bekommen. Und dieses Gefühl wird in der Folge mit einer konkreten Zahl bemessen, weil wir natürlich alle von den smarten Analysten eine möglichst präzise Zahl serviert bekommen wollen.

Wie genau diese Zahlen sind

Apropos präzise Zahl. Ich habe mir bei meinen Recherchen mal den Spaß gemacht, nach aktuellen Kurszielen für den DAX zu suchen. Gefunden habe ich dabei einen Artikel von Anfang Januar, in dem Kursziele diverser Analysten und Banken zu unserem Leitindex enthalten sind.

Herauskam ein buntes Spektrum zwischen 12.300 Punkten und 16.500 Punkten für den DAX am Jahresende 2018. Mit reichlich Prognosen, die dazwischen liegen. Das entspricht übrigens einem Unterschiedswert zwischen höchster und tiefster Schätzung von rund 34 %.

Zum einen verdeutlicht das natürlich, dass viele Analysten andere Bewertungsmaßstäbe und Vorgehensweisen für solche Prognosen anwenden. Zum anderen zeigt es aber auch, mit wie viel Vorsicht man solche Meldungen genießen sollte, da an jeder Ecke eine andere prognostische Einschätzung lauert.

Wie Foolishe Anleger mit solchen Prognosen umgehen sollten

Übrig bleibt letztlich die Frage, wie man solche Meldungen handhaben sollte. Wenn du mich fragst, sollten diese Meldungen uns bei unseren Investitionsentscheidungen eigentlich kaum beeinflussen. Derart kurzfristige Prognosen, dazu zähle ich auch jene, die sich auf das Ende des aktuellen Jahres beziehen, dürften bei einem langfristigen Investitionsansatz nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Zumal sie, wie gesagt, alles andere als einheitlich sind.

Wenn man diesen Meldungen dann doch zumindest etwas Gutes abgewinnen möchte, kann man vielleicht argumentieren, dass man anhand solcher Mitteilungen ein Gefühl für den Markt gewinnen kann. Derartige Anpassungen beruhen zum Teil auf geopolitischen Risiken oder fundamentalen Zahlen. Wer es drauf anlegt, kann also mithilfe der Berichte auf makroökonomische Analyseaspekte stoßen. Was diese dann allerdings für die eine oder andere Aktie konkret bedeuten, sollte natürlich kritisch hinterfragt werden.

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