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Aktien im Rückblick: DAX legt zu, Deutsche Bank und VW feuern die Chefs

Foto: Matt Koppenheffer

Über einen Mangel an Nachrichten konnten sich die Frankfurter Börsianer in der zu Ende gehenden Börsenwoche wirklich nicht beklagen. Es gab beispielsweise Berichte über ein fröhliches Vorstandskegeln in den Chefetagen zweier DAX-Konzerne: Die Bosse eines einstmals vornehmen Geldhauses und eines Skandalproduzenten mit angeschlossener Automobilabteilung wurden gefeuert. Den Aktienkursen ihrer Ex-Unternehmen hat das nicht geschadet.

Und natürlich hat US-Präsident Trump wieder eifrig getwittert. Trotzdem beendet der DAX die Woche zum dritten Mal in Folge mit Gewinnen …

Was war an der Börse los?

Es sah nach einem sehr guten Wochenstart aus: Der DAX (WKN:846900) startete am Montag mit einem komfortablen Aufschlag in den Handel, musste im Laufe des Nachmittags jedoch den Großteil seiner Gewinne wieder abgeben. Beim XETRA-Schluss blieb beim Stand von 12.262 Punkten ein Plus von 0,2 %. Ein Grund für den Rückgang sei der anziehende Euro-Kurs, meinten Marktbeobachter. Die Gemeinschaftswährung hatte die Schwelle von 1,23 US-Dollar überschritten. Außerdem habe der Einbruch am russischen Aktienmarkt, der durch neue US-Wirtschaftssanktionen ausgelöst worden sei, die Unsicherheit erhöht, hieß es weiter.

Die Aktie der Deutschen Bank (WKN:514000) notierte zeitweise um 4 % fester. Am Wochenende war gemeldet worden, dass der Vorstandsvorsitzende des einst vornehmen Geldhauses, John Cryan, seinen Hut nehmen müsse und mit sofortiger Wirkung ersetzt werde. Die Freude über den Abgang des eher glücklosen Cryan reichte trotz der nachmittäglichen allgemeinen Abwärtsbewegung immerhin dafür aus, dass beim Handelsschluss noch ein Kursplus von 1,6 % übrig blieb.

Deutlicher aufwärts ging es am Dienstag, nachdem China hatte verlauten lassen, dass es seine Märkte stärker für ausländische Produkte öffnen wolle. Dies sorgte bei den traditionell exportlastigen DAX-Werten für gutes Karma. Der deutsche Leitindex notierte 1,1 % fester mit 12.397 Zählern. An die Spitze der Standardwerte-Tabelle setzten sich die Anteilscheine von Bayer (WKN:BAY001), die nach Berichten über den bevorstehenden Abschluss der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto 4,7 % zulegten.

Von den guten Nachrichten aus China profitierten Autowerte: Die Papiere von Daimler (WKN:710000) und BMW (WKN:519000) zogen um rund 2 % an. Noch besser liefen die Vorzüge von Volkswagen (WKN:766403), die sich um 4,5 % verbesserten. Zuvor waren Gerüchte laut geworden, dass der CEO des Wolfsburger Konzerns, Matthias Müller, vor der Ablösung stehe.

Am Mittwoch sorgte wieder einmal Donald Trump mit einer Twitter-Botschaft für miese Stimmung: Der US-Präsident warnte Russland vor einem bevorstehenden Raketenangriff auf Syrien. Die Folge: Das deutsche Kursbarometer fiel um 0,8 % auf 12.294 Punkte. Besonders arg gebeutelt wurde die Aktie der Lufthansa (WKN:823212), die nach der Vorlage von Verkehrszahlen 2,6 % verlor.

Gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmten sich die Dividendenpapiere der Deutschen Telekom (WKN:555750) und verteuerten sich um 2,2 %. Marktbeobachter begründeten den Aufschlag mit einem Bericht des Wall Street Journal, laut dem die US-Mobilfunktochter T-Mobile US erneut Gespräche über eine Fusion mit dem Konkurrenten Sprint aufgenommen hat.

Eine Beschwichtigung von Donald Trump in Sachen Syrien-Attacke – der Präsident hatte einen Raketenangriff nur noch als mögliche Option bezeichnet – ließ die Indizes in New York und Frankfurt am Donnerstag wieder steigen: Der DAX gewann 1 % und kletterte auf 12.415 Zähler.

Den größten Tagesgewinn im DAX verbuchte die Lufthansa-Aktie, deren Kurs um 3,1 % anzog. Auf der Überholspur war auch die Vorzugsaktie von Volkswagen: Nach Berichten, dass die bereits am Dienstag durchgesickerte Entlassung des Chefs auf der bevorstehenden Sitzung des Aufsichtsrats vollzogen werden könne, gab es ein weiteres Kursplus von 2 %.

Am Freitag durften sich die Marktteilnehmer über die dritte Gewinnwoche in Folge freuen. Am Nachmittag zeigte der DAX ein Plus von 0,7 %.

Wie geht es weiter?

Am Montag (16.04.) öffnen einige US-Unternehmen ihre Bücher für die Analysten: Quartalszahlen kommen u. a. von der Bank of America und Netflix. Die Federal Reserve Bank of New York veröffentlicht den April-Wert des Empire State Index, der zu den wichtigen Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft zählt.

Am Dienstag (17.04.) kommt die US-Quartalszahlensaison in Schwung: Es berichten u. a. Goldman Sachs, IBM, Johnson & Johnson und die UnitedHealth Group. Die US-Statistiker erfreuen uns mit Zahlenmaterial zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung im März.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein schönes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Johnson & Johnson und Netflix. The Motley Fool hat eine Shortposition auf Aktien von IBM und besitzt die folgenden Optionen: Short Mai 2018 $140 Calls auf Johnson & Johnson. The Motley Fool empfiehlt BMW, Daimler und UnitedHealth Group.

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