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Tesla produziert in 4 Wochen, was dieser Börsenstar in einem Jahr produziert

Foto: Tesla

Klar produziert Elektropionier Tesla (WKN:A1CX3T) das neue Mittelklasse-Modell nicht ganz so schnell wie ursprünglich angekündigt, aber das ist vielleicht auch gar nicht so schlimm.

Wer einmal Tesla mit einem anderen Hersteller vergleicht, der sich in den letzten Jahren zum Börsenstar entwickelt hat, der merkt, dass es nicht immer auf die Größe ankommt.

Teslas Premium-Modelle sollten nicht übersehen werden

Letzte Woche hat Tesla die Anzahl der im ersten Quartal dieses Jahres ausgelieferten Autos bekannt gegeben. Insgesamt wurden 29.980 Autos ausgeliefert, davon waren 11.730 Model S, 10.070 Model X und 8.180 Model 3. Da das Model 3 aber natürlich so schnell wie möglich einen viel höheren Absatz als die Premium-Modelle aufweisen soll, lassen die Zahlen durchaus zu wünschen übrig.

Trotzdem ist der Absatz auch nicht unbedingt sehr gering, schließlich muss man berücksichtigen, dass die Premium-Modelle hohe Preisschilder tragen und somit enorm zum Umsatz beitragen. In diesem Jahr sollen zusammengenommen ungefähr 100.000 Model S und X verkauft werden, und da diese gerne von kaufkräftigen Kunden mit vielen Extras gewählt werden, ist ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 100.000 US-Dollar nicht komplett unrealistisch und würde – wie sich einfach ausrechnen lässt – zu einem Umsatz mit Premium-Modellen von 10 Mrd. US-Dollar führen.

Teure rote Autos

Nicht nur ein flinker Tesla wird gerne in einem schicken Rot gewählt, sondern auch die Sportwagen von Ferrari (WKN:A2ACKK). Da Ferrari seine Exklusivität aber sehr ernst nimmt, wurden im letzten Jahr gerade einmal 8.398 Autos ausgeliefert. So viele Autos produziert Tesla mit seiner aktuellen Produktionsgeschwindigkeit in weniger als vier Wochen.

Interessant ist auch ein Blick auf den Umsatz. Mit seinen 8.398 verkauften Autos hat Ferrari einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro erzielt, umgerechnet ungefähr 4,2 Mrd. US-Dollar. Das ist viel weniger als Tesla dieses Jahr mit seinen Premium-Modellen umsetzen wird.

Wieso die Börse beide belohnt

Value-Investoren können den Kopf schütteln, aber Ferrari wurde am 10. April an der New Yorker Börse mit circa 23 Mrd. US-Dollar, also ungefähr dem 5,5-Fachen seines Umsatzes, bewertet. Ferrari hat sich nach seinem Börsengang nach kurzer Skepsis zum absoluten Superstar entwickelt, wer vor ein wenig über zwei Jahren Ferrari-Aktien gekauft hat, kann sich heute über eine Rendite von bis zu über 250 % freuen.

Tesla wird aus Umsatzsicht relativ ähnlich hoch wie Ferrari bewertet. Der in 2017 erreichte Umsatz in Höhe von 11,76 Mrd. US-Dollar stand am 10. April einer Marktkapitalisierung in Höhe von 51,47 Mrd. US-Dollar gegenüber, woraus sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 4,4 errechnen lässt.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, wieso die Börse beide in den letzten Jahren belohnt hat. Ich denke, bei Ferrari belohnt man, welche riesigen Gewinne schon heute mit den Luxusautos erzielt werden können. Im letzten Jahr hat Ferrari umgerechnet mit jedem Auto einen bereinigten EBIT-Gewinn von circa 92.000 Euro erzielt, was der Marge in Höhe von 22,7 % zu verdanken ist.

Tesla macht hingegen noch massive Verluste, aber das Interessante ist, dass sich hier hinter den hohen Verlusten sehr attraktive Margen verstecken. Teslas Bruttomargen im Automobilsegment schwankten in den letzten Jahren um die 20 %. Die Profitabilität bleibt nur deshalb aus, da Tesla viel Kapital für Investitionen in zukünftiges Wachstum aufwendet.

Längerfristig ist es aber durchaus vorstellbar, dass Tesla ähnlich wie Ferrari mit jedem Auto attraktive Gewinne macht, bloß hat der Autohersteller aus Kalifornien eben viel größeres Umsatzwachstumspotential. Es lässt sich also durchaus nachvollziehen, dass sowohl Tesla als auch Ferrari mit optisch hohen Marktkapitalisierungen belohnt werden, bloß muss man dafür mehr als nur die Absatzzahlen betrachten.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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