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Die Probleme von Facebook schaffen Chancen für diese 3 Unternehmen

Foto: Facebook

Facebook (WKN:A1JWVX) verlor etwa 16 % des Marktwertes seit der Enthüllung, dass die Daten von 50 Millionen Nutzern von einem App-Entwickler an Cambridge Analytica verkauft wurden, einem Datenunternehmen, das von der Trump-Kampagne 2016 beauftragt wurde. Weitere Enthüllungen – darunter unautorisierte Protokolle von Telefonanrufen und Textnachrichten, eine Untersuchung der FTC und ein „Wachstum um jeden Preis“-Memo von einem Facebook-VP – schadeten weiter dem Ruf des Unternehmens.

Die Ohnmacht von Facebook kann jedoch vorübergehend sein, da es keine Alternative zu dem Service gibt, den das Unternehmen bietet. Einige Nutzer könnten ihre Konten löschen, aber das Wachstum von Facebook im Übersee könnte diese Rückgänge leicht ausgleichen. Andere Nutzer könnten zu Instagram fliehen, ohne zu merken, dass Facebook auch die beliebte Foto- und Video-Sharing-App besitzt.

Dennoch könnten die Probleme von Facebook auch anderen Unternehmen Chancen eröffnen, die indirekt mit dem sozialen Netzwerk konkurrieren. Werfen wir einen genaueren Blick auf drei Unternehmen, die davon profitieren könnten – Snap (WKN:A2DLMS), Line (WKN:A2ALYV) und Alphabets (WKN:A14Y6F) Google.

Snap

Snap ist kein Fan von Facebook, das versucht hat, die Messaging-App des Unternehmens, Snapchat, für über 3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 zu kaufen. Nach der Ablehnung von Snap positionierte Facebook Instagram, das das soziale Netzwerk im Vorjahr gekauft hatte, als Konkurrent von Snapchat.

Instagram hat ephemere Nachrichten, Filter, Masken und „Stories“ hinzugefügt, um dem Wachstum von Snapchat entgegenzuwirken. Infolgedessen erreichten die täglich aktiven Nutzer (DAUs) von Instagram im vergangenen September 500 Millionen. Die DAUs von Snap stiegen jährlich um 18 % auf nur 187 Millionen im letzten Quartal.

Snapchat mag für die beiden Goliaths Facebook und Instagram wie David erscheinen, wird aber von jüngeren Usern sehr geschätzt. eMarketer schätzt, dass Facebook in diesem Jahr zwei Millionen Nutzer unter 24 Jahren verlieren wird. Inzwischen könnte Snapchat 1,9 Millionen Nutzer in dieser Altersgruppe gewinnen, während Instagram 1,6 Millionen gewinnen könnte. Das Unternehmen schätzt, dass Snapchat auch mehr 12- bis 24-jährige Nutzer hat als Instagram.

Wenn der freie Fall von Facebook weitergeht, könnten mehr Nutzer – vor allem ältere, die generell auf Facebook bleiben – alternative Social Media-Plattformen wie Snapchat in Betracht ziehen, die sich an ältere Nutzer wenden.

Line

Der Facebook Messenger ist laut App Annie derzeit die beliebteste Social-Networking-App in den USA. Aber die App ist weniger beliebt in Japan, Taiwan, Thailand und Indonesien – das sind die vier Top-Hochburgen für japanische Messaging-App Line. Line hatte Ende 2017 168 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAUs) in diesen vier Märkten, was einem Rückgang von einer Million Nutzern gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Line ist nicht nur eine Messaging-App. Es ist eine All-in-One-Plattform, um Fotos auszutauschen, Comics zu lesen, Musik zu hören, Produkte zu kaufen und mobil zu bezahlen. Mit diesen Diensten kann Line die Nutzer einbinden und mehr Umsatz pro Nutzer erzielen, was das schleppende MAU-Wachstum ausgleicht. Außerdem erweitert das Unternehmen das Ökosystem mit neuen Produkten wie den intelligenten Lautsprechern von Clova.

Die Konkurrenz von Facebook Messenger wird oft als Problem für Line bezeichnet. Allerdings könnte das Cambridge-Analytica-Fiasko von Facebook – das in den asiatischen Medien weit verbreitet war – mehr Nutzer zu Line treiben, das einen eigenen Facebook-ähnlichen News-Feed hat.

Google

Der wichtigste Konkurrent von Facebook im Bereich der internetbasierten, zielgerichteten Werbung ist Google. Daher ist es vernünftig anzunehmen, dass die jüngsten Ereignisse mehrere hochkarätige Werbetreibende dazu veranlasst haben, ihre Anzeigen aus dem sozialen Netzwerk zurückzuziehen. Davon könnte Google profitieren.

Google verwertet auch Suchanfragen und Daten, um zielgerichtete Anzeigen zu erstellen, aber diese Informationen werden im Allgemeinen als weniger persönlich angesehen als ein Social Media-Profil. Google hat schon einmal versucht, in den Markt für soziale Netzwerke einzusteigen, aber keines von Googles Produkten – einschließlich Orkut, Latitude, Buzz, Jaiku, Dodgeball und Google+ – entsprach jemals der Attraktivität von Facebook.

Doch dieser Fluch könnte nun ein Segen für Google sein, das behaupten kann, dass Facebook „die Grenze überschritten“ hat, indem das Unternehmen den App-Entwicklern erlaubt hat, die persönlichen Daten der Nutzer zu sammeln. Datenschutzbefürworter könnten argumentieren, dass Google – das sein Ökosystem immer wieder erweitert, um mehr Daten zu sammeln – eine noch größere Bedrohung darstellt als Facebook. Aber solange sich Google von Facebook distanziert, könnte das Unternehmen als das kleinere von zwei Übeln angesehen werden.

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 Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 5.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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