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Snap: Die neuesten Entlassungen sind ein schlechtes Zeichen für die Investoren

Quelle: Media Kit Snap Inc.

Im Februar sah es so aus, als ob Snap (WKN:A2DLMS) als börsennotiertes Unternehmen endlich die Wende geschafft hätte. Aufgrund des besser als erwarteten Gewinns im vierten Quartal stiegen die Aktien des Unternehmens über den IPO-Kurs von 17 US-Dollar hinaus. Seitdem hat die Aktie an Wert verloren, da die Wall Street angesichts des jüngsten Facebook-Skandals für Social Media-Unternehmen bärisch geworden ist.

Abgesehen von Branchenproblemen hat Snap unternehmensspezifische Bedenken. Im letzten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen freien Cashflow-Verlust von 197 Millionen US-Dollar, ein schlechteres Ergebnis als der Verlust von 188 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal, obwohl das Unternehmen seinen Umsatz um 72 Prozent steigern konnte. Auch das bereinigte EBITDA, eine oft beachtete Zusatzkennzahl, verschlechtert sich, obwohl das Unternehmen wächst.

Snap hat Mitarbeiter entlassen und hat kürzlich bestätigt, dass das Unternehmen weitere rund 100 Mitarbeiter, vor allem in den Bereichen Werbung und Vertrieb, entlassen wird. Diese letzte Welle von Entlassungen kann kurzfristig helfen. Aber lösen sie das Problem?

Die jüngsten Stellenstreichungen von Snap sind beunruhigend

Investoren von Snap sind an Entlassungen gewöhnt. Letztes Jahr entließ das Unternehmen Mitarbeiter seiner Hardware-Abteilung im Rahmen einer 40-Millionen-Dollar-Abschreibung für das Produkt Spectacles. Später wurden circa 18 Mitarbeiter aus der Personalabteilung entlassen. Im Januar wurde gemeldet, dass Snap rund 20 Mitarbeiter entlassen hat. Dann wurden 120 Mitarbeiter des Ingenieurteams entlassen, nachdem das neue Design nicht zu gefallen wusste.

Die jüngste Entlassungsrunde, die dritte im Jahr 2018, wurde kürzlich angekündigt. Snap baut 100 Stellen im Bereich Werbung und Vertrieb ab. Das Unternehmen beschäftigt laut S&P Capital IQ rund 3.000 Mitarbeiter. In einem Antrag bei der SEC sagte das Unternehmen, dass es durch die jüngsten Entlassungen etwa 34 Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen will. Diese jüngste Runde des Stellenabbaus ist für die Anleger besonders besorgniserregend, da diese in einem Bereich stattfindet, in den Snap investieren muss.

Snap ist das schlechteste Haus auf einem anständigen Block.

Snap befindet sich in einer wachsenden Branche, da die digitale Werbung Geld aus der Fernsehwerbung abzieht. Letztes Jahr war das erste Jahr seit 2009, in dem die Marketer weniger Geld als im Vorjahr für Fernsehwerbung ausgaben. Grund dafür waren die im vergangenen Jahr gestiegenen Ausgaben für digitale Vertriebskanäle, dieser Trend dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen. Allerdings bleibt der digitale Werbemarkt ein Duopol da Facebook und Alphabet rund zwei Drittel aller digitalen Werbeausgaben ausmachen.

Snap braucht starke Beziehungen zu Marken, um sich durchzusetzen und ein starker Wettbewerber zu werden, da dem Unternehmen die Nutzerinformationen und die Zielgenauigkeit der beiden Giganten fehlen. Die Entlassung von Vertriebspersonal scheint eine kurzfristige Lösung für ein langfristiges Problem zu sein. Snap ging vor kurzem zu automatisierten Anzeigenverkäufen über, die weniger menschliche Interaktion erfordern. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass ohne eine starke Vertriebsabteilung, die Kunden eher bei Facebook und Alphabet’s Google bleiben.

Kurzfristig können Investoren positiv auf die Veränderungen reagieren und Snap wird weiterhin das am schnellsten wachsende Social-Media-Unternehmen sowohl bei den MAUs als auch beim Umsatz sein, aber es ist wahrscheinlich, dass das Unternehmen sein Wachstum nicht beibehalten kann. Irgendwann müssen sich die Investoren fragen, ob Snap ein tragfähiges Geschäftsmodell hat.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Facebook.

Dieser Artikel von Jamal Carnette, CFA  erschien am 05.04.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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