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Warum Präsident Trumps Krieg der Worte gegen Amazon nach hinten losgehen könnte

Foto: The Motley Fool.

Die Aktien des E-Commerce-Anbieters Amazon.com (WKN:906866) fielen letzte Woche, als Axios meldete, dass Präsident Donald Trump den Online-Verkäufer „verfolgen“ wollte und dass er von dem Unternehmen „besessen“ sei. Dieser Einbruch setzte sich Anfang dieser Woche fort, nachdem Trump seine Kritik an Amazon in einem Tweet am Wochenende erneuert hatte und das Unternehmen für die Probleme des US-Postdienstes verantwortlich machte.

Der Präsident behauptete, die Agentur verliere 1,50 Dollar für jedes Paket, das sie für Amazon liefert, und forderte, dass das Unternehmen „jetzt die tatsächlichen Kosten (und Steuern) bezahlen muss“! Trump glaubt, dass eine Erhöhung der Gebühren für Pakete Amazons Versandkosten um bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar erhöhen könnte.

Trumps sehr öffentlicher verbaler Angriff gegen den E-Commerce-Giganten könnte ungewollte Folgen für die Post und andere große Versanddienstleister wie FedEx (WKN:912029) und United Parcel Service (WKN:929198) haben.

Eine Geschichte der Wut und Bitterkeit

Es ist wichtig zu wissen, dass dies nicht das erste Mal ist, dass der Präsident seinen Zorn getwittert hat. Ende letzten Jahres schrieb Trump:

Donald J. Trump

@realDonaldTrump

Warum verlangt die United States Post, die viele Milliarden Dollar pro Jahr verliert, von Amazon und anderen so wenig, um ihre Pakete zu liefern, wodurch Amazon reicher und die Post immer ärmer wird? Die Post sollte VIEL MEHR verlangen!

Die US-Post wurde von Rückgängen bei Briefen und Werbesendungen hart getroffen, und zweistellige Umsatzsteigerungen bei der Paketzustellung reichten nicht aus, um diese Rückgänge auszugleichen. Darüber hinaus haben die steigenden Gesundheits- und Rentenkosten die Sorgen des Unternehmens noch verschärft.

Amazon baut seit Jahren sein Logistiknetzwerk aus und viele Leute glauben, dass das Unternehmen ehrgeizige Pläne hat, den Großteil seiner Paketzustellung selbst zu übernehmen, was FedEx, UPS und die Post hart treffen könnte. Jeder Versuch der Post die Paketpreise zu erhöhen könnte Amazon einen finanziellen Anreiz geben, diese Pläne zu beschleunigen, was für die Post und die anderen Zustellpartner von Amazon Probleme bedeuten könnte.

Zu Land, zu Wasser oder in der Luft

Das Unternehmen hat bereits Tausende von LKWs mit Amazonlogo gekauft, um die Versandkapazität zu erhöhen, indem es Pakete zwischen seinen Lagern, Fulfillment-Zentren und Sortierzentren selbst befördert. Amazon kaufte Anfang 2016 auch das französische Paketdienstunternehmen Colis Prive und sicherte sich die Rechte zum Erwerb einer Beteiligung an dem britischen Paketdienst Yodel. Es gab im letzten Jahr sogar Berichte, dass The Home Depot über eine Übernahme von XPO Logistics im Wert von 9 Milliarden US-Dollar nachdachte, einem Unternehmen, das sich auf die Lieferung schwerer Gegenstände wie Geräte und Möbel spezialisiert hat – nur um Amazon davon abzuhalten, XPO Logistics zu übernehmen.

Ende 2016 begann das Unternehmen mit dem Leasing von Flugzeugen mit dem Aufdruck Prime Air und hatte Pläne für eine Flotte von bis zu 40 Flugzeugen, um die Spitzennachfrage zu decken und dem Unternehmen den Rest der Zeit Flexibilität zu geben. Anfang letzten Jahres wurde bekannt, dass das Unternehmen in Nordkentucky ein eigenes Luftfrachtdrehkreuz baut, in dem die Flugzeuge untergebracht werden und 2.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, um Pakete zwischen den Lagern von Amazon zu versenden.

Anfang letzten Jahres expandierte Amazon in die Seefracht und wickelte den Transport von Waren von chinesischen Händlern zu seinen US-Lagern selbst ab. Während das Unternehmen keines der Schiffe besaß oder betrieb, baute es seine Logistiksparte weiter aus, die bisher von globalen Frachtunternehmen wahrgenommen wurde.

Finanzieller Anreiz

Amazon’s CEO Jeff Bezos sagte bekanntlich: „Ihre Gewinnmarge ist meine Chance“, und beim Versand ist es wahrscheinlich nicht anders. Im Jahr 2017 gab das Unternehmen über 25 Milliarden US-Dollar für die Auftragsabwicklung aus – volle 15 % seiner Betriebskosten – und 43 % mehr als 2016.

Jede Möglichkeit, diese Kosten zu senken, wird von Amazon genutzt. Während die Konkurrenten und viele Analysten glauben, dass Amazon’s Liefernetzwerk nur dazu gedacht ist, die seiner Versandpartner zu ergänzen, anstatt sie zu ersetzen, hat Bezos gezeigt, dass er langfristig spielt und jeder Markt ein mögliches Spielfeld ist. Vor zwei Jahrzehnten konnten nur sehr wenige den Giganten vorhersehen, das aus Amazon geworden ist.

In der Zwischenzeit könnte der öffentliche verbale Angriff und die Drohungen von Präsident Trump, die Versandkosten zu erhöhen, Amazon dazu veranlassen, seine Ambitionen im Bereich der Paketzustellung noch schneller als ursprünglich geplant voranzutreiben.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. 

The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Short Mai 2018 $175 Calls auf HomeDepot und Long Januar 2020$110 Calls auf Facebook.

The Motley Fool empfiehlt FedEx, Home Depot und XPO Logistics. 

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfassst und am 23.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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