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Sowas von daneben! Um den Faktor 10!

Foto: Getty Images

Vor kurzem veröffentlichten wir einen Artikel mit der Schlagzeile „Nicht investieren wie Elon Musk!

Die Botschaft war, dass Diversifikation für die Anleger sehr wichtig ist. Das kann ich gar nicht genug betonen.

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Aber es gab ein Problem. Ich habe einen Fehler in dieser E-Mail gemacht. Ich habe ein Gedankenexperiment zur Diversifizierung aufgebaut. Die Besonderheiten sind für uns heute nicht entscheidend, aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko eines Totalverlustes auf 0,3 % gesunken ist, sobald sich ein Anleger zu einem bestimmten Punkt diversifiziert hat.

Falsch!

Tatsächlich ist es sogar um den Faktor 10 falsch. Das Verlustrisiko ist auf 0,032 % gesunken – wie einige von euch bestätigt haben!

Keine Sorge, ich weiß, wie man das berechnet. Aber die Übertragung von der Tabellenkalkulation auf den Artikel endete damit, dass ich eine Null vergessen habe, was einen 10-fachen Unterschied im Endergebnis zur Folge hatte.

Ich mag es nicht, wenn sich Fehler einschleichen. Ich ziehe es vor, aus ihnen zu lernen. Oder ich nutzte sie zumindest als Gelegenheit, mich an wichtige Dinge zu erinnern, die ich zwar weiß, aber über die ich in letzter Zeit nicht explizit nachgedacht habe.

Als ich über den Fehler nachdachte, wurde ich daran erinnert, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf Zahlen zu verlassen, wenn man seine These aufstellt.

Ich liebe gute Finanzmodelle.

Als ich noch im Bereich Private Equity tätig war, haben wir einige übergroße Modelle zusammengestellt. Die Art, die Excel zum Absturz bringt, wenn man nicht alle anderen Dateien zuerst schließt. Nenn mich einen Nerd, aber ich fand das lustig.

Hier ist das Problem: Man stelle sich den Fall vor, dass es einen kleinen Fehler bei der Dateneingabe gibt und eine im Modell vergrabene Zahl einen Dezimalpunkt hat, der nur eine Stelle nach rechts oder links verschoben wurde. Ein solcher Fehler ist vielleicht nicht sofort offensichtlich, aber er könnte das Ergebnis dieses Modells verändern und dadurch eine unattraktive Investition besser aussehen lassen, als sie wirklich ist – oder eine großartige Investition lausig aussehen lassen.

Hier geht es nicht um Dummheit, Faulheit oder so was. Fehler passieren leider immer.

Das Problem ist, wenn jemand völlig auf Zahlen und Modelle angewiesen ist und wenn man das Gesamtbild nicht versteht.

Wenn du ein Beispiel dafür willst, wie das geschehen kann, dann schau dir die Finanzkrise der späten 2000er Jahre an, in der viele Modelle liefen und viele Menschen auf diese Modelle angewiesen waren, ohne das große Ganze im Auge zu behalten. Als die Leute mit den Modellen gefragt wurden: „Wie macht das in der realen Welt Sinn?“ zeigten sie einfach auf das Modell und sagten: „Nun, das Modell sagt, es funktioniert.“

Ja, das ist eine drastische Vereinfachung! Aber du verstehst schon.

Das einfachste Modell von allen

Jetzt baust du vielleicht selbst massive Finanzmodelle. Oder vielleicht auch nicht. Auch wenn du keine komplexen Modelle baust, gilt das für dich. Viele Anleger verlassen sich zu sehr auf das einfachste aller Modelle: das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Das KGV ist ein wirklich hilfreiches Modell, das dir helfen kann herauszufinden, ob eine Aktie teuer oder billig ist. Aber es ist völlig nutzlos, wenn es aus dem Zusammenhang gerissen wird, und kann leicht bedeutungslos werden, wenn es mit irreführenden Daten verwendet wird – zum Beispiel, wenn ein Unternehmen einen einmaligen, nicht operativen Gewinn hat – oder wenn es einen Fehler in den Daten gibt. Wenn sich ein Investor nur auf das KGV verlässt, um Investitionsentscheidungen zu treffen, ohne die übergeordneten Zusammenhänge zu verstehen, könnte das zu unbefriedigenden Ergebnissen führen.

Zahlen + Gesamtbild = Erfolg

Zum Glück für mich hat der Fehler, den ich gemacht habe, nicht zu einem schlechten Ergebnis geführt. Das große Ganze bestand ja darin, dass das Potenzial eines Portfolioverlustes drastisch abnimmt, wenn sich ein Anleger diversifiziert. Das numerische Ergebnis, das ich (irrtümlich) eingebaut habe, war eine Chance von 0,3 %. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit liegt bei 0,032 % – noch niedriger und mehr zugunsten der Diversifizierung!

Das Ergebnis der Berechnung war falsch. Daran führt kein Weg vorbei. Aber das Gesamtbild (Diversifikation senkt das Portfoliorisiko) und die Antwort (0,3 %, was eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit ist) deuteten beide auf die gleiche Schlussfolgerung hin: Diversifikation ist eine gute Idee!

Man sollte Daten verwenden – ob einfache Kennzahlen oder komplexere Modelle. Aber du solltest auch über das große Ganze nachdenken. Es geht darum, dass beide zusammenpassen und dieselbe Geschichte erzählen. Wenn sie es nicht tun, kann das bedeuten, dass deine Analyse falsch ist – egal, ob das nun ein Fehler in deinem Modell ist oder etwas im Gesamtbild, dass du missverstanden hast.


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